Kapitel 3: Der Junge der verschwindet

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,,Ist alles gut bei dir?'', sagte der gutaussehende Junge zu mir. Ich fasste mich wieder und versuchte mir meine Verwirrtheit nicht anmerken zu lassen. ,,Was wolltest du eben sagen, du hast ja mittendrin aufgehört.'', fuhr der Junge mit einem Lächeln fort, er schien genau zu wissen was ich hatte sagen wollen. Aber das bemerkte ich nicht, denn ich wahr auf sein Lächeln fixiert, welches das schönste war, dass ich je gesehen hatte. Hinter ihm kicherten die Mädchen aus seiner Freundesgruppe. Ich ging etwas näher an ihn ran und sagte leise: ,,Ehm... könnten wir mal kurz woanders hingehen? Ich habe eine Frage an dich.'' Er schaute erst verwirrt mich und dann seine Freunde an, ging jedoch schließlich mit. Wir verließen den Raum und gingen in einen hell erleuchteten Flur mit Mamorboden. ,,Dir ist schon bewusst, dass du einen ziemlich komischen Eindruck machst, oder?'', fing er an. Ich wurde leicht rot. Mir war bewusst, dass ich es komplett vermasselt hatte, aber ich wollte nur eine Frage beantwortet haben: ,,Warst du der Junge, gegen den ich im Verwaltungsgebäude gelaufen bin?'', fragte ich nun ohne Rücksicht darauf wie ich dadurch wirkte. ,,Was? Stimmt, ich erinnere mich an dich, ich dachte mir schon, dass ich dein Gesicht von irgendwo her kenne.'', antwortete er. Die Gelassenheit in seiner Aussage verwirrte mich, da er nicht darüber redete, dass er einfach weg war. ,,Aber du... ich meine... Du warst auf einmal weg, wie hast du...'', brabbelte ich. ,,Oh achso, du bist wahrscheinlich ein bisschen durcheinander deswegen, aber das ist schnell erklärt. Meine Kraft ist Unsichtbarkeit. Ich kann wann ich will einfach verschwinden'', erklärte er und löste sich genau danach wieder in Luft auf. Ich drehte mich um und schaute ob ich ihn irgendwo sah, doch er war weg. Ganz plötzlich tauchte er wieder vor mir auf und sagte: ,,Ich hoffe ich habe dich grade nicht zu sehr erschreckt.'' Ein Teil von mir war einfach nur sprachlos, der andere Teil war aber begeistert, jedoch nicht nur von seiner Kraft, sondern auch von ihm, er schien sehr nett zu sein. ,,Das ist ja abgefahren.'', sagte ich und bekam ein ,,Danke.'' von ihm zurück. ,,Aber warum bist du denn unsichtbar geworden, als wir gegeneinander gelaufen sind? Hatte das einen Grund?'', fragte ich weiter. ,,Um ehrlich zu sein ja. Ich habe nicht wirklich aufgepasst, wohin ich gelaufen bin. Danach habe ich dich dann aber gesehen und dachte mir dass du sehr gut aussiehst,'',  nun wurde auch er etwas rot im Gesicht, ,,und ich bin diesbezüglich nicht ganz so selbstsicher. Dann war es eher eine Kurzschlussreaktion und bevor du hochgeschaut hattest, hatte ich mich schon unsichtbar gemacht.'' Das war nicht die Erklärung mit der ich gerechnet hatte aber ich fühlte mich geschmeichelt und lächelte kurz. Er sah dies, lächelte auch, blickte dann aber auf den Boden. ,,Das ändert natürlich alles, ich dachte schon ich würde verrückt werden.'', fuhr ich fort. ,,Tut mir Leid, dass wollte ich damit nicht erreichen.'', sagte er beschämt. Er wirkte bei unserem Gespräch hier anders und ein bisschen weniger selbstbewusst als eben bei seinen Freunden. ,,Ist nicht so schlimm. Also du hast Kräfte, aber ich kenne dich nicht. Heißt du gehst auf die South, oder?'', gab ich zurück. ,,Ja, das tue ich. Aber wenn du sagst du kennst du kennst mich nicht, heißt das du bist auf der East? Hast du auch Kräfte?'', schlussfolgerte er. Ich antwortete indem ich meine Hand auf die Höhe meines Bauchs hielt und eine Kugel aus Licht formte. Sie schwebte einige wenige Zentimeter über meiner Hand. Ich schaute den Jungen an und sah, wie er die Kugel bewunderte. Ich nutzte den Moment und sah in seine Augen. Sie waren blau und ich war kurz davor mich in ihnen zu verlieren, als er sagte: ,,Das nenne ich mal beeindruckend.'' Ich lachte und sagte nach einer kurzen Pause: ,,Sag mal, woher kennst du Dean eigentlich?'' ,,Dean geht mit mir und meinen Freunden auf die selbe Schule, er ist mein bester Freund. Und woher kennst du ihn?'' Ich war verwundert, das hätte ich nicht gedacht. ,,Dean war auch mal mein bester Freund, als er noch bei uns gewohnt hat.'', antwortete ich. ,,Dann bist du also Oliver? Dean hat viel von dir und einer Freundin erzählt. Sara, oder?'', entgegnete er auch verwundert. Dean hatte so viel von uns erzählt? Das fand ich schon toll. Und der Junge vor mir hatte sich sogar die Namen gemerkt? Klang als wäre er ein sehr guter Freund von Dean. ,,Ja genau, ich bin Oliver und unsere Freundin heißt Sara, sie ist auch hier auf der Party. Wie ist denn dein Name?'', fragte ich vorsichtig. Man merkte, dass uns beiden die Konversation etwas unangenehm war. ,,Ich heiße T-'', sagte er, wurde jedoch unterbrochen, als eine Tür, welche vom Hauptraum der Party in den Flur führte, laut aufging. Es kamen zwei Leute durch die Tür, welche jedoch nur Augen für sich hatten, da sie am rumknutschen waren. Es war ein Junge, ungefähr so groß wie ich, mit schwarzen Haaren, sein Gesicht konnte ich nicht sehen, und ein Mädchen, etwas größer als ich, recht schlank und mit rotbraunen Haaren. Ich brauchte einen Moment bis ich erkannte wer diese zwei Personen waren, es waren die einzigen beiden die ich auf dieser Feier kannte: Sara und Dean. Den beiden fiel anscheinend nicht auf, dass noch jemand im Flur war und der Junge, welcher nun auch bemerkt hatte dass es Dean war, und ich schauten uns erst geschockt an, mussten aber dann leise lachen. Die Tür viel wieder zu und Dean führte Sara an die gegenüberliegende Wand, welche nun mit dem Rücken an der Wand war, während sie sich weiter küssten. Ich flüsterte zu ihm: ,,Das ist übrigens Sara.'' Er schien nun noch mehr lachen zu müssen, aber hielt es doch erfolgreich zurück. Ich räusperte mich schließlich und sagte: ,,Das ging aber echt schnell Sara.'' Man sah wie beiden erschraken und zu uns schauten. Sara biss auf ihre Lippe, fuhr sich mit der Hand durch die Haare und sah sehr peinlich berührt aus. Dean ging mit seiner Hand durch seine Kurzhaarfrisur und hielt seine Hände am Hinterkopf. ,,Das ist jetzt peinlich.'', sagte Dean und ich und der Junge lachten. ,,Nein, nein muss es nicht sein, Dean, wir sind ja schließlich beide deine Freunde.'', brachte der Junge an. ,,Also Sara, als du schön lange mit Dean reden wolltest, habe ich echt nicht damit gerechnet, dass das passiert.'', sagte ich und lächelte zu Sara. ,,Bei dir scheint es aber auch nicht schlecht zu laufen.'', konterte sie. Der Junge und ich schauten uns an, dann aber sofort wieder zu den anderen beiden. Dean zog sich sein Hemd zurecht. ,,Olli, du hast also schon Theo kennengelernt? Ich wollte euch heute Abend sowieso gegenseitig vorstellen.'', sagte Dean, um vom Thema abzulenken. ,,Sara, das ist Theo, mein bester Freund hier.'', fügte er hinzu und sah zu ihr. ,,Theo wer ist... - bist du...?'', sagte ich während ich zu dem Jungen hochschaute. ,,Ja, ich heiße Theo, wollte ich ja eben sagen, bevor die beiden hier reingestürmt sind. Ist irgendwas?'' Und ob etwas war. ,,Eh... sekunde also du heißt Theo, wie ist dann dein Nachname?'', stammelte ich. Sichtlich verwirrt gab Theo zurück: ,,Lance ist mein Nachname, warum fragst du?'' Dean und Sara schauten genau so verwirrt wie Theo. Was für ein Zufall war denn hier passiert. Ich gehe auf eine Party, finde einen tollen Jungen und es ist zufällig genau der, welcher auf der Liste, welche von einer Regierungsabteilung geklaut und mir eingesteckt wurde, als mein Kampfpartner eingetragen war. Die Person, welche ich in einigen Monaten töten sollte. Hatte das etwas zu bedeuten? Es waren schließlich nur unsere beiden Namen auf der Liste lesbar gewesen. Ich kannte nun also denjenigen, den ich ermorden sollte und grade ihn mochte ich. Mein Gesichtsausdruck in dem Moment war einfach nur geschockt, als ich diesem wunderschönen Jungen in seine ozeanblauen Augen starrte.

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