Es war das erste mal seit ziemlich immer, dass ich zuerst am kleinen runden Tisch saß und auf Dan wartete und nicht umgekehrt.
Es war auch das erste Mal, dass ich nicht das Gefühl hatte mich zu freuen als ich sah wie er mit einem Klimpern durch die Tür kam, und sich ohne weiteres zu mich setzte. Er sah fertig aus, als hätten wir uns Jahre nicht gesehen obwohl es bloß drei Tage waren. Drei Tage funkstille und viel Nachdenken.
»Es tut mir leid. Ich wollte nicht überrummpelnt wirken.«, fing ich an. Ich hatte ja nicht mal vorgehabt, tatsächlich über unsere Beziehung nachzudenken. Daniel nickte bloß, doch sagte nichts. Er schaute mich bloß an. Und für eine kurze Zeit schaute ich ihn auch bloß an. Sein hübsches Gesicht mit den vielen Sommersprossen. »Ich hab viel nachgedacht.«, sagte ich schließlich und ließ eine Pause, da Dan vielleicht etwas sagen wollte, doch außer einem erneuten Nicken kam nichts.
»Auch wenn es in der Situation von Freitag vielleicht falsch war, glaub ich trotzdem dass es das Richtige ist wenn wir erstmal getrennt sind.« Wieder nickte Daniel, diesmal langsamer und er zuppfte dabei an den Ärmeln seines Pullovers herum. »Das Richtige.«, wiederholte er schließlich.
»Ich meine, Daniel. Ich liebe dich, aber wir sind beide in der Beziehung nicht glücklich.«
Zum ersten Mal schaute mir Daniel heute in die Augen. Als glaubte er dort etwas finden zu können. »Dann muss man was verändern und darüber reden und dann kann nicht einfach einer entscheiden, dass es vorbei ist.«
»Ich hab aber nicht vor weniger zu arbeiten. Ich möchte im Leben noch irgendwohin.« Daniel schüttelte enttäuscht den Kopf. »Du glaubst dann wird es besser, wenn du erst mal was anderes arbeitest.«, er schnaubte auf, als wäre alles einfach bloß lächerlich. »Wenn du dich ein mal für die Arbeit entschieden hast, hört es nie auf. Es wird dann immer bloß stressiger und anstrengender und der Terminkalender wird voller und das Privatleben weniger.« Sein Blick lag immer noch auf mir, doch ich sagte nichts.
»Lauren, ich liebe dich. Und das wird sich nicht einfach so ändern. Und du hast gesagt, dass du mich auch liebst. Wieso versuchen wir die Situation nicht zusammen zu verbessern?« Ich schüttelte den Kopf. Ich hatte gut nachgedacht in den letzten Tagen (dachte ich zumindestens) und ich wollte nicht, dass Daniel in einer Beziehung mit mir unglücklich wurde, weil ich mich auf meine Arbeit konzentrieren wollte.
»Ich bin 25, Daniel. Und nicht bereit mich auf ein für immer mit dir zu entscheiden. Denn es fühlt sich so an, als ginge es schlussenendlich darum.«
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cappuccino mit zwei mal zucker
Short StoryJeden Tag kauft sich Lauren ihren Cappuccino im Café unten an der Ecke. Jeden Tag sitzt Daniel im Café und trinkt seinen Vanille Macchiato. Die beiden verbindet nicht viel. Noch nicht. „Cappuccino mit zwei Mal Zucker?" „Natürlich." „Oh mein Gott da...