Auf den ersten Blick ->7<-

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Es war bereits 18:00.

Amelie und Nicole waren schon vor einer halben Stunde durch das kleine Waldstück aufgebrochen. Um etwa 20:00 sollte der Komet kommen. Zwei Stunden waren noch bis dahin.

Die Freundinnen erreichten den Aussichtsturm, der von der Höhe und Form an den Märchenturm von Rapunzel erinnerte. Von oben konnte man den ganzen Wald erblicken.

Die zwei Mädchen bestiegen hastig den Turm und erreichten die Spitze, wo sie sich dort keuchend auf eine Bank fallen ließen.

„Jetzt heißt es warten. Rückst du bitte die Jausen heraus?", fragte Nicole und Amelie lachte daraufhin.

Nervös aßen beide ihren Sandwiches und versuchten Ruhe zu bewahren. Ständig blickten sie auf die Uhr. Was wäre, wenn die zwei Mädchen Recht behielten und alle Wissenschaftler sich verrechnet hatten und die Erde direkt vor dem Untergang stand?

Es wurde langsam finster. Der Wald lag friedlich unter ihnen. Ein paar Vögel zwitscherten wunderschön im Abendlicht. Es wurde ruhig.

Nicole sah erneut auf die Uhr. Es war schon 19:45!

Amelie versuchte sich beruhigen. Selbst sie wusste nicht, ob sie so etwas schaffen könnte. Was würde nun auf sie zukommen?

Aber zumindest war sie nicht allein bei ihrem Versuch.

„Stell dich am besten genau in die Mitte der Aussichtsplattform. Von dort aus siehst du alles optimal. Ich bleibe hier sitzen und lotse dich, wenn es notwendig ist.", meinte Nicole.

Die Zeit verging nun rasch.

Amelie war jetzt bereit, jederzeit ihre Brille abzunehmen. Ihre Sinne waren aufs Höchste eingestellt. Man hätte sogar den Herzschlag von den beiden Mädchen hören können, so aufgeregt waren sie, während sie angestrengt zum Himmel starrten.

Auf einmal erblickte Amelie ihn – einen roten und feurigen Punkt am Himmel, der immer größer wurde.

Das Mädchen nahm entschlossen die Sonnenbrille ab und blickte hinauf zum Himmel. Angsterfüllt, aber pflichtbewusst starrte Amelie auf den Kometen, der von Sekunde zu Sekunde größer wurde. Nicole zitterte und stellte sich schon etwas panisch hinter ihre Freundin, welche mit starrem Blick den Kometen beäugte.

Der Himmelbote war nun schon riesengroß am Himmel zu sehen.

Nicole hielt ängstlich ihre Augen geschlossen.

Was an schlimmen Dingen würde nun passieren?

Wie befürchtet, hatten die Wissenschaftler einen möglichen Einschlag nicht kommen sehen.

Plötzlich begannen Amelies Augen, wie ihr bereits bekannt, zu ziehen und zu brennen an.

Irgendwie konnte sie das Gewicht des Kometen fühlen.

Die Augen tränten stark, doch dies musste sie aushalten, sonst war alles auf der Erde verloren. Schweiß rann über ihre Stirn und ihr wurde schwindelig. Die Augenmuskeln krampften und schlagartig wurde ihre Sicht verschwommen und unscharf. Dennoch strengte sich Amelie mit aller Kraft an.

Es musste klappen...

Komm schon, nur nicht aufgeben...durchhalten!...

Auf einmal begann der Komet zu vibrieren.

Einen Momentspäter explodierte er auch schon mit ungeheuerlicher Kraft am Nachthimmel.

Wieein riesiger Regen an hellen Punkten sah man die Teile in allenHimmelsrichtungen.

Zur selben Zeit wurde es Amelie schwarz vor den Augen undsie sank in sich zusammen. Das Letzte was sie noch gerade hören konnte, waren dieRufe von ihrer Freundin Nicole.

Dann verlor sie das Bewusstsein.

VORSICHT, EXPLOSIV!Where stories live. Discover now