Kapitel 7

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Ratlos stand Lyrian vor der Tür, konnte er das Mädchen denn einfach so mit seiner Schwester allein lassen? Na ja, seine Schwester hatte gesagt, dass sie sich umziehen würden, da konnte er schlecht wieder herein platzen. Er seufzte, er würde tatsächlich einfach Ilias holen, vielleicht wusste er ja Rat. Er fühlte sich ein wenig überrumpelt. Wie lange würden sie wohl Brauchen? Er sollte sich lieber beeilen. Außerdem war er irgendwie neugierig, er kannte den Geschmack seiner Schwester, sie würde sie vollkommen zurecht machen. Wie sie wohl in einem Kleid aussah. Diesmal platzte er ohne anzuklopfen einfach in Ilias Zimmer hinein. „Ilias, du musst mitkommen, sofort.“ Sein Freund war erschrocken aufgesprungen. „Was ist passiert?“ fragte er. „Das Mädchen, sie hat sich mit meiner Schwester verbündet.“ „Oh Gott, das ist ja schrecklich.“ „Du musst mitkommen.“ Er machte sich bereits wieder auf den Weg zurück. „Sie wollen eine Modeshow machen und wir sollen sie bewerten.“ Jetzt lachte er lauthals. „Na dann, los. Lass uns die zwei süßen mal ansehen, ich bin gespannt, wie das Mädchen in einem Kleid aussieht.“ Er schloss die Tür hinter sich und sie gingen los.

Ariel saß auf einem Hocker vor einer Kommode und betrachtete das Mädchen im Spiegel, es sah überhaupt nicht aus wie sie. „Na, siehst du nicht wunderschön aus?“ fragte Amber sie aufgeregt. Sie hatte sie erst in dieses blaue Kleid gesteckt und ihr dann auch noch die Haare kompliziert zur Seite geflochten, teilweise war sie sich vorgekommen, wie eine Puppe. Sie sah zwar total schön aus, aber irgendwie nicht wie selbst. Doch sie wollte ihre neugewonnene Freundin nicht enttäuschen, also lächelte sie. „Ja, du hast recht, es ist einfach traumhaft.“ Amber hatte sich selbst auch zurecht gemacht, sie trug ein grünes Kleid, dass zu ihren Augen passte und von Goldfäden verziert wurde. „Hmm, die Jungs müssten längst da sein, los komm.“ Sie zwinkerte ihr zu und zog sie hoch. „Die werden bei dem Anblick den wir ihnen bieten mit Sicherheit aus den Latschen kippen.“ Sie betrachtete sich noch einmal zweifelnd im Spiegel. Sie würde sich diesem Ilias – und noch viel schlimmer – Lyrian damit zeigen müssen. Sie wurde rot, aber vielleicht war das auch einfach sein Geschmack... Da die beiden Geschwister waren, hatten sie bestimmt einen ähnlichen Geschmack. Sie seufzte, jetzt galt Augen zu und durch.

Lyrian wartete mit Ilias zusammen auf der Terrasse, sie hatten den Mädchen, trotz zugezogener Gardienen, den Rücken zu gedreht. Vorsichtshalber. „Ok, jetzt könnt ihr gucken.“ Rief seine Schwester. Er warf Ilias einen letzten Blick zu, sein Freund hatte ihm geraten, egal wie sie aussah ihr auf jedenfalls zu sagen, dass sie hübsch war. Er meinte, dass Mädchen jedwede Art von Komplimenten mochten, aber was war, wenn er es nicht mochte? Mit einem tiefen Seufzten drehte er sich um und hielt ehrfürchtig die Luft an. Seine Schwester nahm er kaum wahr, sie hatte er schon unzählige Male derart zurechtgemacht gesehen. Sein Blick fiel sofort auf das Mädchen, das, schon wieder rot geworden, den Blick gesenkt hielt. „Mund zu.“ Hörte er Ilias raunen, doch er war nicht einmal in der Lage die Bedeutung seiner Worte zu verstehen, dazu war das Mädchen zu hübsch. Sie trug ein einfach hinreißendes, blaues Kleid, das sich mit einem etwas gewagten Schnitt perfekt an ihre schlanke Gestalt anpasste. Nur eine Sache störte das Bild, sie hatte eine Komplizierte Hochsteck-Frisur, die ihr weder stand, noch zu dem Kleid passte. Also löst er sich aus seiner starre und ging auf sie zu. Mit einer Hand hob er ihr Kinn an, mit der anderen löste er die zahlreichen Nadel, bis sich ihr Haar wieder in sanften Wellen auf ihre Schultern ergoss. „Jetzt ist es fiel schöner.“ Sagte er mit einem Lächeln. „Lyrian,“ rief seine Schwester entsetzt aus. „Weißt du eigentlich, wie lange ich für diese Frisur gebraucht habe?“ Unbekümmert drehte er sich zu ihr um und zuckte mit den Schultern. „Wenn sie nicht passt, dann passt sie eben nicht, oder, Ilias?“ Sein Freund kam ihm zu Hilfe. „Er hat recht, mit offenen Haaren werden ihre Augen noch betont, das sieht besser aus.“ Seine Schwester wandte sich ab und betrachtete sie. Lyrian nutze die Gelegenheit und raunte Ilias zu: „Ihre Augen betont? Wie kommst du auf so was?“ Dieser grinste. „Ich habe keinen blassen Schimmer. Ich hab einfach irgendwas daher gesagt, in der Hoffnung, es würde sich professionell anhören. Aber, hey, sie ist hinreißend.“ „Du hast recht.“ Murmelte er leise. Er musterte sie erneut, irgendetwas fehlte immer noch. Aber was? Dann fiel es ihm plötzlich auf, seine Schwester trug immer Schmuck. Eine Kette, die fehlte. Er beschloss bei Gelegenheit eine zu besorgen, die zu ihr passte. „Und?“ fragte Amber. „Wie sehen wir aus?“ Sie stellte sich neben das Mädchen, das jetzt auch neugierig den Blick hob, und sah sie auffordernd an. Er sah zu Ilias, doch es war klar, dass dieser nichts darüber sagen würde. Seine Schwester ging ihm auf den Geist, er wollte mit ihr allein sein, also sollte er sie einfach schnell zufrieden stellen. „Ihr seht beide wunderschön aus, ja? Aber Aquamarin und ich müssen jetzt weg, also vergnüge dich doch ein bisschen mit Ilias.“ Er griff nach ihrer Hand und wollte sie wegziehen, doch sie sträubte sich. „Warte. Ich muss Amber erst noch ihr Kleid zurückgeben.“ Doch ausnahmsweise schien seine Schwester mal nicht gegen ihn zu sein und winkte ab. „Ist schon gut, ich schenke es dir. Es steht mir sowieso nicht.“ „Danke.“ Sie schien sich aufrichtig darüber zu freuen. Doch bevor er verschwinden konnte, zog Amber ihn zu sich herab und knurrte ihm förmlich ins Ohr: „Vergeig das ja nicht, du Depp. Ich mag das Mädchen wirklich, also sieh zu, dass sie sich in dich verliebt, damit sie freiwillig hier bleibt.“ Sie drehte sich mit einem Lächeln um und sagte so fröhlich wie immer: „Na dann, tschau. Komm mich mal wieder besuchen.“ Sie sah zu ihm hoch, als würde sie sich fragen ob er das erlaubte. „Sicher,“ murmelte er und zog sie hinter sich her, er war wohl ein wenig grob, denn kaum waren sie außer Sicht stolperte sie auch schon. Schnell fing er sie auf. „Entschuldige. Du kannst in dem Ding sicher kaum gehen, oder?“ Sie richtete sich auf und befreite sich aus seinen Armen, sie war schon wieder rot geworden. „Es geht schon.“ Sie lächelte zu ihm hinauf und er hätte beinahe die Fassung verloren, dann wandte er sich schnell ab und räusperte sich. „Dann ist gut. Lass uns zum Zimmer gehen, es ist spät geworden, ich verstehe wirklich nicht, wie ihr so lange brauchen könnt um euch fertig zu machen.“ Sie zog wieder ihren hinreißenden Schmollmund. „Wir brauchen mit unseren Haaren und unseren Kleidern eben etwas länger.“ Dann grinste sie plötzlich. „Wobei ich glaube ich noch nie solange gebraucht habe, um mich fertig zu machen. Deine Schwester ist schon etwas besonderes, aber ich mag sie.“ Er versuchte unglücklich drein zu schauen. „Hilfe, sie hat sich mit der Hexe verbündet.“ Zog er sie lächelnd auf. Sie sah böse zu ihm auf. „So etwas sagt man aber nicht, schon gar nicht zu seiner Schwester.“ Er zuckte nur mit den Schultern und öffnete die Terrassentür. Er sah auf sie hinab. „Nach dem, was meine Schwester mit dir angestellt hat, wäre es wohl das Beste, wenn du erst mal ein Bad nimmst, oder?“ Zaghaft nickte sie. „Du kannst schon mal ins Bad gehen, ich werde dir eine Dienerin schicken, die dir Sachen zum umziehen gibt.“ Sie nickte erneut und ging ins Bad.

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⏰ Letzte Aktualisierung: Sep 05, 2012 ⏰

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Des Prinzen Aquamarin {On Hold}Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt