Der Dementor

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Zoe war die Erste, die am nächsten Morgen wach wurde. Sie streckte sich genüsslich und blieb noch ein wenig unter der warmen Decke liegen. Heute würden sie gemeinsam zum Bahnhof fahren und der Zug brachte sie wieder zurück nach Hogwarts. Und dann, war endlich wieder alles normal.

Zoe freute sich sehr darüber.

Hermine richtete sich verschlafen im Bett auf. Ihre lockigen Haare standen ihr wirr vom Kopf ab und sie gähnte herzhaft und streckte sich. Dann sah sie zu Zoe hinüber, die mit offenen Augen im Bett lag.

„Morgen", flüsterte Hermine leise.

„Guten Morgen", antwortete Zoe fröhlich und drehte sich zu ihr um.

„Sieh mal, er hat die ganze Nacht bei mir gelegen", sagte Hermine und streichelte Krummbein, der nun zu ihren Füßen lag.

Jetzt richtete sich auch Zoe auf.

„Er ist echt süß", meinte die Slytherin und gähnte nun ebenfalls.

Allmählich regte sich auch Ginny und just in dem Moment, als sich der jüngste Weasley-Spross im Bett aufgesetzt hatte, klopfte es an der Tür und Mrs Weasley schaute herein.

„Ah, sehr gut Kinder, ihr seid schon wach", meinte sie fröhlich. „Macht euch fertig. Es gibt gleich unten Frühstück!"

Und mit diesen Worten verschwand sie wieder und schloss die Tür hinter sich. Ginny ließ sich wieder stöhnend ins Bett fallen und zog die Decke über den Kopf.

Zoe hingegen kletterte aus dem Bett, klaubte ihren Umhang vom Boden auf und begann sich umzuziehen, während Hermine Ginny davon überzeugte zügig aufzustehen.

Als die fertig waren und hinunter in den Salon gingen, erfüllte bereits der Duft von gebratenen Eiern und Speck die Luft und erst dann bemerkte Zoe ihren Hunger.

Sie waren, bis auf Rons Eltern, die Ersten die am Tisch Platz nahmen und Mrs Weasley hielt sie gleich dazu an, sich zu ihr zu setzen. Mr Weasley war in seine Zeitung vertieft und hatte sein Gesicht hinter dem großen Papier versteckt.

„Tom kommt gleich mit dem Essen", erklärte Mrs Weasley und goss ihnen Tee ein. „Ich hoffe die Jungs kommen bald herunter. Gehst du bitte nach ihnen schauen, Arthur?"

Mr Weasley brummte nur leise und erhob sich zäh. Dann legte er die Zeitung auf den Tisch und schlug den Weg zu den Zimmern ein.

Hermines Blick glitt auf die Schlagzeile des Tagespropheten, las dann aber einen kleineren Artikel, weiter unten, während Zoe nur an ihrem Tee nippte.

„Einhundert Galleonen Strafe für die Anwendung eines Liebestranks?", sagte Hermine leise und mehr zu sich selbst.

Mrs Weasley folgte ihrem Blick und sagte: „Oh, sie haben wieder das Bußgeld erhöht? Nun kein Wunder, das ist ein fast sicheres Einkommen für das ‚Büro gegen den Missbrauch der Magie'."

„Es werden öfter Verstöße aufgedeckt?", fragte Hermine ein wenig überrascht.

„Natürlich. Liebestränke sind beliebte Ware auf dem Schwarzmarkt. Jedes Jahr wachsen neue liebeskranke Hexen und Zauberer heran, die darauf hoffen, dass der Liebestrank ihre Probleme löst ‑ natürlich tut er das nicht!"

Sie kicherte jedoch plötzlich, beugte sich zu den Mädchen herüber und ihre Stimme wurde etwas leiser, als sie weiter sprach: „Meine Freundinnen und ich hatten in unserem sechsten Schuljahr einmal versucht einen echten Armortensia zu brauen. Lynn war furchtbar liebeskrank gewesen, aber es hat natürlich nicht geklappt."

„Warum nicht?", wollte Zoe wissen und auch Ginny lauschte nun neugierig.

„Wir hatten Glück im Unglück", erzählte Mrs Weasley. „Es hätte furchtbar schief gehen können. Unser Trank hatte einfach keine Wirkung, und Ernie begann nur leicht zu schielen. Das legte sich aber auch wieder nach ein paar Tagen. Merlin sei Dank!"

Zoe Dumbledore und der Gefangene von AskabanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt