Unanswered Questions

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Wütend erhob ich mich vom Boden und rieb mir meinen schmerzenden Hintern.
Wie oft hatte mich dieser Mistkerl jetzt schon aus seinem Bett geschmissen?
Irgendwann war Schluss.

Selbst für Mister Sex-auf-zwei-Beinen höchstpersönlich.

„Ich verschwinde", knurrte ich und machte mich zielstrebig auf den Weg Richtung Tür.

Schneller als meine plötzlich sehr zur nachtsichtig-fähigen Augen wahrnehmen konnten, stand Eric mir im Weg. Selbstverständlich überragte er mich in Länge und Breite und musste nicht viel weiter tun, um mich am gehen zu hindern. Kurz überlegte ich zu versuchen ihn wegzuschieben, doch bereits vor meinem Versuch wusste ich, wie zwecklos es sein würde. Also seufzte ich.

„Geh mir aus dem Weg Eric."

Meine Stimme war angespannt. So auch mein Körper.

„Nein.", war seine trockene Antwort und er bedeutete mir mit einer Hand, mich wieder aufs Bett zu setzen. Ich drehe meinen Kopf zu dem rauchenden Bettgestell und hob eine Augenbraue.

„Wirklich? Das Bett steht in Flammen!", stellte ich das offensichtliche da.

„Und dabei bin ich gar nicht zwischen den Laken...", gab Eric trocken zurück und seine Augen funkelten gefährlich. "Deinen nächsten Anschlag musst du also präziser Planen."

Oh oh...
Mich hatte das ganze Geschehen rund um Tom so abgelenkt, dass ich vollkommen die offensichtlichste aller Gefahren vergessen hatte. 

Eric. Genauer wohl Erics Wissen von meinen Rachegelüsten. Wie hatte ich das nur vergessen können? Langsam aber sicher zweifelte ich wirklich an meinem Verstand. Vielleicht war ich zu häufig an der Schwelle des Todes gewesen. Vielleicht hatte ich dabei die letzten paar Gehirnzellen zurück gelassen, die ich nicht schon zuvor im Bourbon ertränkt hatte...

Tatsächlich fühlte es sich an, als würde ein Teil meiner Erinnerungen fehlen...als wäre da ein...Loch? Misstrauisch beäugte ich meinen Gegenüber, betastete die Rückseite meines Schädels die auf wundersame Weise wieder zusammen gewachsen zu sein schien und fragte mich, ob Eric die Fähigkeit besaß Menschen wort-wörtlich ein Loch in die Erinnerungen zu brennen. 

Meine Gedanken rasten im Versuch, die Situation zu erklären. Auch die Überlegung zur Flucht wandelte sich in einen stärker werdenden Instinkt und ich versuchte erneut durch die Tür nach draußen zu verschwinden, während Eric in einer für meine Augen beinahe nicht sicherbaren Bewegung einen Vorhang über die kleine Flamme warf, um sie zu ersticken. 

Das war vielleicht mein einziger Moment. Mit rasendem Herzen drehte ich den Türknauf und... nichts passierte. Was zur Hölle?! Ich versuchte es nochmal. Einmal. Zweimal. Mit Kraft und meinem unverkennbarem Dickschädel, doch nichts passierte. 

Ich ahnte böses. Aufgebracht riss ich den Kopf herum. Meine Vermutung wurde bestätigt.
Hinter dem Vorhang, welchen Eric so heroisch herunter gerissen hatte, kam die Außenwelt zum Vorschein oder genauer das Fehlen der Außenwelt hinter dicken, lichtundurchlässigen Jalousin. Oder... moment, war das Beton? Heilige Scheiße.

„Wo sind wir?", fragte ich meinen mich mit Blicken durchbohrenden Gegenüber. Meine Stimme klang nicht so fest, wie ich sie gerne gehabt hätte. Alte Ängste und Klausphobie mischten sich in meine Stimme. Ich hasste kleine Räume -  insbesondere nach den wunderschönen Erinnerungen an Tom und den Fahrstuhl, die sich wohl auf Ewig in mein Gedächtnis gebrannt haben würden. Unabhängig davon, als wie war sie sich nun herausgestellt hatten. Noch jetzt bekam ich kalte Schweißausbrüche wenn sich in vier Wänden kein offensichtlicher Ausgang befand und versuchte vor Eric nicht meine klammen Hände an meiner Hose abzuwischen. Als sich Erics Gesicht dann auch noch leicht zu einem Grinsen verzog, rutschte mir das Herz endgültig in die Hose. Das würde kein gutes Ende nehmen...

The Guilty Ones // 2 || BeendetGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt