Zwar war ich wütend, dass mich die Anwesenden so verletzlich und gedemütigt sehen konnten, doch Eric, wie er mir zugleich verwirrt über den Geschmack meiner Träne und verschmitzt gegenüber stand, brachte mich halbwegs zum Lachen - oder Schnauben. Es war nie nur das eine mit Eric. Ich spürte immer alles.
Unüberlegt lehnte ich mich vor und streifte seine Lippen für einen schnellen Kuss.
"Danke"
Natürlich konnten er und sein Ego ein einfaches Dankeschön oder ein Kompliment nicht einfach so hinnehmen. Stattdessen schwoll seine Brust und sein Mundwinkel zuckte amüsiert während er großspurig antwortete.
"Jederzeit wieder."
Ich war bereits dabei meine Augen zu verdrehen und mich abzuwenden, als er mein Kinn zu fassen bekam. Diesmal lehnte er sich vor, küsste mich und ließ erst wieder von ab als mir die Luft zu wenig wurde und Megs sich mit einem Räuspern einmischte.
"Sie muss schon noch ruhig stehen können, wenn das hier klappen soll und nicht wie ein Fohlen zittern.", grummelte sie und biss die Zähne weiter zusammen. Ich öffnete den Mund um schnippisch was zurück zu geben und das rötliche färben meiner Wangen zu überspielen, doch mein Gehirn war durchaus etwas benebelt. Wissend grinste Eric und trat einen Schritt zurück. Er hatte meinen Widerstand im Keim erstickt und mich vorzüglich abgelenkt. Mal wieder. Langsam aber sicher entglitt mir mit ihm das letzte bisschen Kontrolle, was seinerseits aus keineswegs ein versehen war. Schwer atmete ich ein.
"Gibt es gegen den Kerl auch ein Gegenmittel?"
Ich hatte es nicht lauf aussprechen wollen, doch Megs fing es trotzdem auf.
"Sobald ich eins gefunden habe, geb ich's dir", sie seufzte ehe ich sie in meinem Kopf ergänzen hörte "Du bist nicht die Einzige, die er immer wieder schafft um den Finger zu wickeln." Ihre Stimme klang erschlagen und traurig.
Oh. Das rückte die ganze Situation tatsächlich nochmal in eine ganz neues Licht. Ich war mir nicht sicher, ob sie bewusst ihre Gedanken mit mir geteilt hatte. Ein Blick über meine Schulter, den sie direkt mit dem gerade richten meines Kopfes wieder unterbrach, zeigte mir, wie erschöpft sie von alle dem hier wirklich war.
Irgendwie war ich immer davon ausgegangen, Megs würde in erster Linie ihre eigenen Ziele und Wünsche verfolgen. Wäre vielleicht wegen des Geldes hier. Wegen einer Faszination oder eines Versprechen gegenüber ihres Ordens. Was wusste ich schon von Pflichtbewusstsein unter Hexen? Ich war gerade erst bereit zu akzeptieren das es wohl mehr zwischen Himmel und Hölle gab als angenommen. Und das ich wahrscheinlich mitten drin hockte.
Das sie jedoch wohl auch emotional involviert war, überraschte mich.
Ich dachte an all die Situationen in denen Megs ihn und mich schon gesehen hatte und spürte wie meine Wangen noch mehr Farbe bekamen. Scham, nicht wegen den Dingen die sie von mir gesehen haben könnte, sondern wie sehr sie all das verletzt haben musste, überfluteten mich. Ich sah hoch wo sich mein Blick mit Erics kreuzte, der über meinen unerwarteten Wandel und die Stärke meiner Emotionen die Stirn runzelte. Er war dabei einen Schritt auf uns zu machen zu wollen, als ich die Augen weiter aufriss und ihn mit einer Handbewegung stoppte, einer neuen Welle an Scham ausgesetzt. Scham, aber auch Wut. Wusste Eric, dass Megs was für ihn übrig hatte? Nutzte er das aus? Tat er vielleicht das Gleiche mit mir?
Durch meine Wimpern warf ich ihm erneut einen Blick zu, welchen er direkt auffing und feurig zurück warf. Oh, er wusste mich zu manipulieren, so viel stand fest! Gerne hätte ich weiter gegrübelt und mich meiner wahnsinnig nervigen Fähigkeit hingegeben alles zu zerdenken, als ein stechender Kopfschmerz meinen Kopf zu spalten drohte.
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The Guilty Ones // 2 || Beendet
Fanfiction🩸 True Blood Eric Northman Slowburn 🩸 Gejagt von der New Yorker Polizei für den Mord ihres Freundes Tom, macht sich Ash eigenständig auf die Suche nach dem Mörder, mit dem Verlangen nach Rache. Sie weiß, es war ein Vampir gewesen. Denn trotz Wis...
