Ich flog durchs Fenster.
Moment mal, hier war irgendetwas falsch.
Ich konnte nicht fliegen.
Und schon gar nicht anmutig schweben.
Und dennoch tat ich es.
Vorsichtig, ja beinahe schon elegant, setzte ich meinen linken Fuß, nachdem ich durchs Fenster geschwebt war, auf dem Boden ab.
Der hölzerne Parkettboden quietschte leicht unter meinem Gewicht. Erstaunlich präzise konnte ich die Struktur und Rillen in den Dielenbrettern spüren. Jede Zelle meines Körpers vibrierte vor Elektrizität. Alles fühlte sich intensiver an.
Mein Herz in meiner Brust raste, pumpte Blut durch meine Venen wie brennende Lava. Ich keuchte auf.
Ein leises, mir mittlerweile nur zu bekanntes Brummen ertönte aus der Ecke des Raumes.
„Das hast du von mir!"
Mein Kopf schreckte hoch und zum ersten Mal wurde ich mir meiner Umgebung bewusst. Der Raum in welchem ich stand war klein. Oder zumindest nicht groß. Durchschnittlich. Die Wände waren in einem fahlen ausgeblichenen beinahe schon gräulichem Beige gestrichen. Wenig geistreiche Ölbilder von Bergen und Landschaften hingen zur Deko an ihnen in schweren Holzrahmen. Das einzige Fenster des Raumes war mit hässlichen Karogardinen geschmückt und über das Bett, dem einzigem Möbelstück neben einem ausgeblichenem bläulichen Stoffsofa und einem Sideboard für einen Röhrenfernseher, war ein gelb-blau gemusterter Überwurf mit Muster aus den 90ern geworfen.
Und auf dem Bett, nur mit einem Handtuch bekleidet saß er. Eric.
Mir stockte der Atem.
Ihn in einer solchen Umgebung zu sehen war so surreal, das ich erst ein paar Mal blinzeln musste um ihn wirklich und wahrhaftig fokussieren zu können, und selbst dann erschien es mir noch unwirklich.
Während all dies in meinem Gehirn verarbeitet wurde, starrte Eric mich unverhohlen an und musterte mich, das herausfordende Grinsen nicht eine Sekunde seine Lippen verlassend. Erst als seine Zähne heraussprangen wurde ich meinerseits aus meiner Trance gerissen und taumelte einen Schritt zurück. „Eric!"
Er brummte zustimmend während er mich weiter mit den Augen auszog. Gerne hätte ich gesagt, das ich stärker war, doch ich fühlte mich geschmeichelt und mein verräterischer Körper reagierte auf ihn - weshalb ich ihn unnötig verstimmt anfuhr. „Fahr deine Beißer wieder ein und lass den Unsinn!"
Sein Grinsen wurde breiter und er erhob sich vom Bett in einer solchen Anmut das mir der Atem stockte. Ein verdammter Wikingergott der Mann.
Ihn zu beobachten wie er, nur spärliches in ein weißes Handtuch gewickelt, langsam auf mich zu kam, war mit Abstand das erotischste was ich in meinem Leben je gesehen hatte. Jeder seiner unzähligen, wohlgeformten Muskeln arbeitete in einem flüssigen Zusammenspiel zusammen und ließ ihn mit einer Anmut eines Löwen auf mich zukommen. Falls es bis zu dem Zeitpunkt noch unklar gewesen sein sollte: Er war eindeutig der Jäger und ich seine Beute.
„Eric, ich warne dich. Setz dich wieder hin!"
Meine Stimme klang bei weitem nicht so fest wie ich sie gerne gehabt hätte. Außerdem war sie leicht belegt.Ich bekämpfte den Drang, meine Hand auf seine Brust zu legen um zu spüren ob er sich so gut anfühlte wie er aussah. Stattdessen schluckte ich hart, der Mund ganz trocken und das Herz dabei mir aus der Brust zu springen.
Natürlich blieb er nicht stehen sondern kam mir noch näher, sodass uns schlussendlich nur noch Zentimeter voneinander trennten und ich direkt auf seine wunderbare, feste perfekte Brust starrte, sollte ich meinen Kopf nicht komplett in den Nacken legen um in sein Gesicht zu gucken.
Was nicht minder gefährlich war.
Denn Eric, wie er nun mal war, wusste die Lage, in welche er uns gebracht hatte, gekonnt zu nutzen um mich weiter in ein sabberndes Häufchen zu einen Füßen zu verwandeln: ohne mich auch nur einmal berührt zu haben!
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The Guilty Ones // 2 || Beendet
Fanfiction🩸 True Blood Eric Northman Slowburn 🩸 Gejagt von der New Yorker Polizei für den Mord ihres Freundes Tom, macht sich Ash eigenständig auf die Suche nach dem Mörder, mit dem Verlangen nach Rache. Sie weiß, es war ein Vampir gewesen. Denn trotz Wis...
