Ich bin einfach nur geflasht. Klar. Wir haben hier nicht die beste Kabine, wie diese, die man im Fernsehen immer sieht, aber einfach das Gesamtpaket ist so unbeschreiblich. Jetzt, wo wir da sind, lässt man sich das alles durch den Kopf gehen, was gerade passiert, und was noch passieren WIRD. I am so happy. Ich könnte tanzen. Ich könnte singen. Ich öffne die Tür neben mir, die meiner Meinung nach ins Bad führt. Wohin den sonst? Recht gehabt. „Ey, Leute! Das Bad!“ Eigentlich ist das Bad nichts Besonderes, trotzdem fallen wir in ein Gekreische ein. Insgesamt. Es ist eigentlich ein ganz normales Zimmer. Alice hat zuhause auf jeden Fall mehr Luxus. Aber auch sie freut sich. Und das mag ich an ihr. Sie wird verwöhnt. Von vorne bis hinten, aber trotzdem verlangt sie keinen gewissen Standard. Auch sie freut sich, wie ein Kind im Süßigkeitenladen. Die Betten sind aus hübschem, geschliffenem Holz, aber es ist kein Bettgestell sondern das was unter der Matratze liegt, kommt einfach so aus der Wand heraus. Wie bei einem Regal. Die Bettwäsche ist rot-orange und auch die restlichen Möbel sind aus hübschem Holz. Vivi schmeißt sich auf das untere rechte Bett und schließt die Augen. „Hier werde ich nächtigen. Nur das das mal klar ist.“ „Kann ich auch unten schlafen?“, fragt Alice. „Klar.“ Ich schmeiße meinen Pullover, den ich die ganze Zeit mit mir mitgeschleppt habe auf das Bett über Vivi. Nun ja. Wir ziehen uns schnell um. So ein tolles Gefühl Jeans und verschwitztes Top abzulegen und in ein Shirt und Shorts umzutauschen. Ich mache mir einen Dutt und verschwinde auf dem Klo. Nach etwa fünf Minuten waren wir alle bereit und gehen diesen endlos langen Gang zum Treppenhaus. Alices Vater lotst uns nun ganz nach oben, auf das Deck. Die Zeit grade verging ganz schnell. In zehn Minuten legen wir schon ab. Ich bin ganz aufgeregt. Hoffentlich werden wir nicht sinken. Das hört man doch so oft. Titanic, Costa Concordia, … Naja. Wie oft fahren denn Kreuzfahrschiffe umher und sinken? 0,01 % vielleicht. Wir suchen uns einen freien Platz an der Reling. Das ist gar nicht mal so einfach. Ich habe echt keine Ahnung, wie viele Menschen sich auf dem Schiff befinden, aber zumindest wollen alle am Geländer stehen und hinunter schauen. Vivi und ich quetschen uns zwischen einem älteren Ehepaar hindurch und schauen hinunter. „Boa ist das hoch!“ „Und windig“, fügt Vivi hinzu, während sie versucht ihre Haare in einen Zopf zu bekommen. „Ach lass doch! Wenn wir wieder reingehen sehen wir doch sowieso alle aus wie Karl-Heinz!“ „Trotzdem. Es existieren auch Jungs auf diesem Schiff. Und da will ich nicht wie ein gewisser Karl-Heinz aussehen.“ „Ach Vivi lass doch! Die waren doch dann auch im Wind gestanden und ach egal.“ Ich habe schon so oft mit Vivi über Jungs diskutiert. Meiner Meinung nach, mögen die meisten (Betonung meisten)Mädchen, die natürlich, offen und so eben sind. Vivis Meinung nach halten die männlichen Wesen nur Ausschau nach perfekt gestylten Barbies. Was ich total unsinnig finde. Naja. Meinungen sind verschieden. „Wo sind eigentlich Ally und Ja..?“ Ein unbeschreiblich lautes Tuten unterbricht Vivi. Das Schiff legt ab. Ganz langsam setzt es sich in Bewegung.
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