Alice

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„Da kommt ihr ja endlich. Das hat aber gedauert“, begrüße ich Mama und Papa genervt. „Alice. Bitte mäßige dich in deinem Ton. Wenn wir nunmal einige Stunden in Amerika sind, dann können wir die ja wohl auch genießen. Außerdem fährt das Schiff erst in zwei Stunden ab“, belehrt mich Papa. Naja. Jetzt laufen wir alle, wie eine Großfamilie, in Richtung Einlass.

Eine Brücke führt in das Innere des Monstrums. „Oha. Wie geil ist das denn.“ „OMG! Wow. Das ist ja riesig.“ Zoé schaut sich überall um und ist begeistert. Auch Vivi und Jana fallen in ein Gekreische ein. Das übertrifft einfach alles. Alles. Wir stehen  in einem riesigen Raum. Ein Rezeptionstresen befindet sich rechts. Links sind Bänke, Fächer und so eine kleine Bar. „Wir gehen einchecken. Ihr wartet hier. Okay?“ Mama und Papa gehen an den Tresen und kurz darauf kommen Personalleute, die unser Gepäck nehmen. „Bringen die das Gepäck in unsere Kabine?“, fragt Jana. „Ja. Aber bleibt ihr noch hier. Wir kriegen noch die Türkarten und einige Informationen gesagt.“

„Okay. Thankyou very much.“ Meine Mama verabschiedet das Personal und widmet sich uns. Also. Das hier sind unsere Türkarten. Einer passt auf sie auf.“ „Ich nicht.“ Vivi grinst. Wir alle kennen Vivis Verantwortung. „Ich kann auf sie aufpassen.“ Mama drückt mir die Karte in die Hand. „Okay. Dann begeben wir uns mal auf die Zimmersuche.“ Mein Vater geht an den Plan, der an den Treppen hängt. „Also. Unsere Zimmer befinden sich im hinteren Bereich des Schiffes in der Etage sieben.“ Mein Vater behält den Überblick und lotst uns durch Treppen, Gänge und tausende weitere Etagen. Irgendwann erreichen wir dann eine Tür. „Oha. OMG! Wie lang.“ Hinter der Tür sind zwei Gänge. Einer nach links, einer nach rechts. Und die sind so unfassbar lang. „Da kann ich ja morgens joggen gehen.“ „Hahaha.“ Jana schmunzelt. Auch sie denkt an unsere früheren Joggingstunden. Aber seitdem ich Baloo habe, finde ich es nicht mehr so schlimm alleine zu joggen. Jana wurde es auch immer zu bunt erst einmal zu mir zu kommen. Sie wohnt am anderen Rand der Stadt im Neubaugebiet, da wo überall diese perfekten Familien wohnen. Diese Einfamilienhäuser mit einem kleinen Garten und so. Früher, als Jana und Eric noch jünger waren, sprich sieben oder so, und als sie noch ihren kleinen Malteser Wuschel hatten, waren sie eine richtig süße Familie. Jetzt sind Jana und ihr Zwillingsbruder aber schon größer und halten nichts vom braven Familienleben. Aber ich hätte auch gerne so eine Familie. Oder zumindest ein Geschwisterkind. Naja. Wir folgen Mama und Papa den Gang links entlang. „So. Euer Zimmer müsste das dort sein.“ Papa zeigt auf das Vorletzte im Gang. „Unseres ist das hier. Ihr könnt es auch ja schon einmal angucken. In zehn Minuten gehen wir an Deck. Wir klopfen. Ist das okay?“ „Ja. Na klar. Dan bis später“, ruft Jana, „jetzt mach doch die Tür auf. Komm. Hopp!“ „Jaja!“ Ich drängle mich vor Vivi und schiebe die Karte in den Schlitz. Die Tür geht auf und ich hasche einen Blick hinein. „O mein Gott!“ Das ist der Wahnsinn. Ich gehe ein paar Schritte hinein, damit die anderen mir folgen können. Sie stellen sich neben mich. Der pure Wahnsinn. Wie in einem Traum. Rechts an der Wand befindet sich ein langer Schrank und links ist eine Tür. Im weiteren Raum befindet sich je an einer Seite ein Doppelbett. Und das Beste: Hinter zwei Sesseln und einem Tisch ist eine große Glastür, hinter der man den Hafen sehen kann.

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