Peter Härtling sammelte in Vergessenheit geratene Romane und Gedichtbände und publizierte sie in Auszügen. Entstanden ist ein wunderbares Lesebuch.
Vergessene Bücher sind seine Leidenschaft: Bereits als Journalist hat der bekannte Autor Peter Härtling in einer Kolumne regelmässig "vergessene Bücher" vorgestellt. Das war in den 1960er Jahren. Einige dieser Bücher fanden daraufhin einen neuen Verleger. Zu seinem Engagement für vergessene Bücher schreibt Härtling:
"Die Zeit reisst sie weg, die wechselnden Moden drängen sie ab: Längst gibt es auch Autoren der Nachkriegszeit, die so gut wie nicht mehr erwähnt werden, deren Bücher allenfalls in Antiquariaten aufzustöbern sind. Nein, sage ich mir, Gleichgültigkeit ist keine Eigenschaft, die der Literatur eigen sein muss, und schon darum rufe ich die verlorengegangenen Gefährten uns wieder ins Gedächtnis."
Das Buch über vergessene Romane und Gedichte publizierte Härtling im Jahre 1966. Es handelt sich dabei vor allem um Literatur aus dem späten 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, darunter Namen wie Ellen Key, Thea Sternheim oder Paul Boldt. Härtling schrieb kluge Einführungen und stellte die Werke in Auszügen vor. Entstanden ist ein wunderbares Lesebuch.
Nach 17 Jahren erschien eine Neuauflage, aber inzwischen muss man leider sagen, ist dieses Buch – im Unterschied zu anderen Werken Härtlings – ebenfalls in Vergessenheit geraten. Man würde sich fast wünschen, Härtling schriebe eine Fortsetzung.
Peter Härtling, Vergessene Bücher, Von Loeper Verlag, Karlsruhe 1983.
Anmerkung: Peter Härtling ist inzwischen verstorben.
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Vergessene Bücher (Buchbesprechungen)
RandomBücher geraten in Vergessenheit - manche zu Recht, andere zu Unrecht. Hier bespreche ich "vergessene Bücher".
