Kapitel 5

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Ich sah zu Caroline die mich immer noch besorgt anstarrte. Langsam ging ich zu den dreien hinüber und blieb vor ihnen stehen. Doch bevor Stefan oder Caroline etwas sagen konnten, platzte Katherine dazwischen.

»Ich hab mir gedacht wir könnten draussen ein bisschen spazieren gehen« sagte sie und hob die Schultern.

»Klar, gerne« antwortete ich und wollte ihr hinterher nach draussen gehen. Doch Stefan stellte sich vor mich...mit Vampirgeschwindigkeit.

»Ich muss dich erst noch etwas fragen« sagte er.

Ich rollte genervt mit den Augen und sah ihn an. Er schien zu verstehen.

»Kannst du mir diesen Klaus kurz beschreiben?«
Das kann doch nicht wahr sein!, dachte ich und schaute Caroline anschuldigend an, die sofort meinem Blick auswich.

»Oh Mann. Er hat....dunkel blonde Haare...und einen leichten Bart....und...ach was weiss ich wie ich ihn beschreiben soll!« meinte ich.

»Weisst du seinen Nachnamen?«

fragte Katherine, die wieder hereingekommen war und an die Tür gelehnt da stand.

»Ja klar. Mikaelson. Klaus Mikaelson.« sagte ich.
Ich checks nicht! Was geht hier ab?!

Stefan und Caroline wechselten vielsagende Blicke, während Katherine zu mir kam, einen Arm um meine Schultern legte und mich mit in Richtung Tür schob. Als wir draussen waren, schloss Katherine die Tür hinter sich und bedeutete mir, ihr zu folgen. Wir Bogen um eine Ecke, wo ein rotes Auto stand. Es war ein Oldtimer und höchstwahrscheinlich aus den- .....nein damit ist jetzt Schluss, sagte ich mir. Ich werde keine Daten mehr erraten.

»Das ist eigentlich Stefans Auto, aber er hat bestimmt nichts dagegen...« murmelte Katherine und stieg auf der Fahrerseite ein.

Ich musste schmunzeln. Als ich die autotür geschlossen und mich angeschnallt hatte, fuhr Katherine los. Die Bäume zogen an uns vorbei, während wir über eine unbefahrene Straße preschten. »Wie alt bist Du eigentlich?« fragte ich.

»505« antwortete sie und mir klappte die Kinnlade runter.

»Aber das würde doch heissen...Ich bin-«

»- kein normaler mensch.« beendete Katherine meinen Satz, denn ich konnte nicht weitersprechen. Mein Gehirn hatte sich verbarrikadiert.

»Der Knaller« murmelte ich.

Dann war ich also etwas länger als 15 Jahre lang bei Klaus gewesen?

Ich war nie in die Schule gegangen? Warum zur Hölle konnte ich mich nicht daran erinnern...und warum hatte ich immer gedacht ich wäre normal?

»Warum bist du erst jetzt nach Mystic Falls gekommen?« fragte Katherine leise.
Soll ich es ihr erzählen?

»Ich...war bei Klaus gefangen...Ich dachte ich wäre eine normale Person...er hat mir immer erzählt meine Eltern wollten mich nicht und hätten mich weggegeben.....war es denn so?« fragte ich. Ehrlich gesagt hatte ich etwas Angst vor der Antwort, die sie mir geben würde.

»Nicht mal ansatzweise! Ich hab dich nicht weggegeben, du wurdest mir aus den Armen gerissen! Wie mein erstes Kind« erklärte sie und ihr Gesicht verzog sich wütend.
»Moment. Erstes? Das heisst ich hab auch noch Geschwister?«

»Ja, eine Schwester. Ich war 500 Jahre lang auf der Flucht vor Klaus Mikaelson. Er ist einer der Urvampire...woher weisst du überhaupt so viel von uns? Also wir wissen ja noch nicht was du bist, aber wenn du nicht etwas übernatürliches bist, wärst du jetzt längst nicht mehr am Leben.«
Klaus hatte meine Mutter gejagt? Deswegen war er immer für längere Zeit verschwunden gewesen. Er hatte immer gesagt, er wäre auf der Suche nach jemandem...

»Ich musste für Klaus Werwölfe jagen und töten. Immer um Mitternacht sind wir aufgestanden und haben uns zur Jagd bereit gemacht-«

»Warte...'wir'?«

Wir hielten an und stiegen aus. Vor uns war ein kleiner See mit einer Bank, die etwas weiter entfernt, total einsam am Ufer stand. Es war echt schön hier. Ich bemerkte, dass Katherine eine dunkelgraue enge Jeans, ein weisses Top und ihre schwarze Lederjacke an hatte.

Wir gingen den Weg am Ufer entlang und Katherine sah mich erwartungsvoll an.

»Ach ja. Wir waren ganz am Anfang bestimmt so was wie 100 Kinder. Ich war ihr Anführer gewesen. Ich hatte sie zur Jagd ausgeführt. Meine Aufgabe war es gewesen jedes Kind heil zurückzubringen, was mir ehrlich gesagt nicht immer gelang. Mit der Zeit wurden wir immer weniger....entweder starben sie durch einen Werwolf bei der Jagd, oder Klaus hatte sie getötet, aus welchem Grund auch immer...« beendete ich. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen nie wieder daran denken zu müssen. Wie hatte ich nur glauben können, dass das funktionieren könnte?!

»Wow. Das ist ein wirklich beeindruckender Lebenslauf!« sagte sie und stieß mir mit dem Arm gegen meine Schulter. Sie lächelte mich an und ich erwiederte es. Wir waren bei der alten Holzbank angelangt, auf die wir uns draufsetzten und den Ausblick auf den See genossen.

Plötzlich klingelte es.

Katherine holte ihr Handy hervor und hob ab.

»Was gibt's?« fragte sie.

Aus irgendeinem Grund konnte ich alles hören. Auch was Stefan am anderen Ende der Leitung sagte.

»Wo ist denn mein Auto, bitte?« fragte er.

»Ich ähm...hab es mir mal kurz ausgeliehen...« antwortete Katherine unschuldig und ich musste mir das lachen verkneifen. »Aha ausgeliehen...Ich schätze ihr solltet wieder herkommen, wir müssen noch viel mit Hyper besprechen.«

»Aber wir sind gerade erst losgefahren! Vergiss es, dafür habt ihr morgen auch noch Zeit!« meinte Mom und legte auf. Einfach so. Sie steckte das Handy zurück in ihre Hosentasche und stand auf.

»Wohin gehen wir?« fragte ich neugierig.

»Das siehst du dann schon!«

»Nein, im Ernst...wo gehen wir hin?!« fragte ich erneut. Ich hasste Überraschungen! »Jetzt locker dich mal, du bist ja ganz nervös!«

»Sag schon. Ich rühr mich nicht vom fleck bevor du mir nicht gesagt hast, wo wir hin fahren!« rief ich Mom zu, die schon fast am Auto war, und blieb stehen.

»Ach komm schon, mach nicht so ein Theater.....na schön. Wir gehen in einen Pub. Mehr sag ich nicht.« meinte Katherine. »Kommst du jetzt endlich?!« rief sie und stieg ins Auto ein.

Ich folgte ihr einigermaßen zufrieden und stieg ebenfalls ein. Wir blieben nach einer weiteren halben Stunde Fahrt auf einem Parkplatz stehen. Es war eindeutig eine sehr schöne Gegend. Und genau vor uns war ein Pub, das eher aussah wie eine Bar. Es stand in großen Buchstaben «Timeless Chamber» über dem Eingang. Drinnen sah ich mich um. Es war so ziemlich alles aus Holz. Es gab viele Tische und eine lange Theke am ende des Raumes, an dem insgesamt 8 Barhocker standen. Wirklich viele Leute waren nicht hier. Ungefähr 14 Personen. Wir gingen zur Theke und setzten uns auf die drehbaren Hocker, die übrigens zu meinem Unglück keine Lehne hatten. Katherine bestellte zwei irische Whiskys. »Du weisst schon, dass ich das eigentlich nicht trinken darf?« sagte ich.

»Wieso du bist doch 490.« antwortete sie und zwinkerte mir lächelnd zu. Ich musste grinsen, denn wenn ich so darüber nachdachte, musste ich zugeben, dass ich schon ein wirklich alter Knacker war...

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Heey ist ein langweiliges Kapitel weil nix passiert aber ich hoffe euch gefällt's trotzdem.
Habt ihr euch schon irgendwelche neuen Namen überlegt, mit denen ich Hyper umtaufen kann? Schreibt's in die kommis und BITTE votet ;)
Lg Wolfy

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