„Ähm ich bin Harry. Ich bin ein Freund von Louis.“ Keine Ahnung warum ich sagte, dass ich ein Freund von ihm wäre aber anderseits was sollte ich sonst sagen. „Er ist nicht da.“ „Ich weiß.“ „Warum kommst du dann her?“ Wenn das wirklich Louis Mutter war, dann tat er mir langsam, so sehr ich ihn auch hasste, leid. „Er liegt im Krankenhaus. Er..er hatte einen Unfall.“ Sie stöhnte. „Warum muss der Junge immer Ärger machen?“ Keine Mutter würde auf so eine Nachricht so reagieren, jedenfalls keine Mutter die ich kannte. Ich war von ihrer Reaktion so geschockt, dass ich gar nicht wusste was ich jetzt sagen sollte. „Also gut in welchem Krankenhaus ist er?“ „St. Cathrines.“ „Gut. Wir werden ihn dann abholen.“ Sie wollte schon wieder die Tür schließen, doch ich hielt sie auf und steckte meinen Fuß dazwischen. Sie schaute erst meinen Fuß und dann mich an. „Ist noch etwas?“ „Ja. Er liegt im Koma und braucht schnellsten eine neue Niere.“ „Tja ich fürchte da kann ich nicht helfen.“ „Was soll das heißen, sie können da nicht helfen?“ fragte ich sie etwas schockiert, „Sie sind seine Mutter.“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein ich bin nur seine Pflegemutter und mehr nicht.“ Ich war geschockt, jedoch erklärte dass warum es ihr so egal zu sein schien, wie es ihm ging. Es entschuldigte ihr Verhalten keineswegs aber es ergab so deutlich mehr Sinn. „Sie können ihm aber trotzdem helfen. Sie wissen ja nicht ob ihre Niere nicht auch passen würde.“ „Ich spende aber meine Niere keinem Nichtsnutz, der nur ärger macht.“ Und damit knallte sie die Tür vor meiner Nase zu und ließ mich geschockt davor stehen. Es dauerte ein paar Minuten bis ich wieder fähig war mich zu bewegen und mich langsam auf dem Weg zurück zum Krankenhaus machte.
Ich hasste Louis zwar über alles und ich wäre froh, wenn er nie her gekommen wäre oder zumindest einfach wieder verschwinden würde, aber momentan tat er mir einfach nur leid. Und zum ersten Mal konnte ich ihn verstehen. Ich konnte verstehen warum er sich so bescheuert benahm. Ich konnte verstehen warum er praktisch jeden hasste. Niemand hatte es verdient so eine Familie zu haben und wäre ich an seiner Stelle, wäre ich wahrscheinlich würde ich mich mit ziemlicher Sicherheit genauso verhalten.
Ich wusste nicht was ich machen sollte. Louis Familie war praktisch die einzige Hoffnung die es gab. Möglicherweise würde sich ja eine Spenderniere finden, aber wenn Louis Zustand wirklich so schlimm war, wie die Schwester es gesagt hatte, dann weiß ich nicht ob er es so lange aushalten würde. Es war vielleicht verrückt, aber ich hatte gerade wirklich Angst um ihn. Ich wollte nicht dass er stirbt. Erst recht nicht jetzt, wo ich ihn zum ersten Mal verstand und nachvollziehen konnte, warum er sich so verhielt.
Das Krankenhaus war nicht weit von Louis Haus entfernt, weshalb ich in wenigen Minuten dort war. Ich blieb kurz stehen und betrachtete es. Ich atmete tief durch, trat schließlich ein und machte mich auf die Suche nach der Schwester um ihr den neusten Stand mitzuteilen. Ich sah sie bereits von weiten und ging etwas schneller. Sie lächelte als sie mich sah. „Hallo. Ich hoffe du hast gute Nachrichten.“ Ich schüttelte den Kopf und sie schaute mich besorgt an, woraufhin ich ihr erzählte was passiert war. Sie schüttelte entsetzt den Kopf. „Der arme Junge.“ Ich nickte langsam. „Und was machen wir jetzt?“ „Wir haben ihn bereits auf die Spenderliste gesetzt. Wir müssen jetzt abwarten was passiert und, ich will ehrlich sein, alle Hoffnung darauf setzten das wir rechtzeitig eine finden.“ Ich nickte langsam. „Möchtest du zu ihm?“ fragte sie nach einer Weile des Schweigens. Ich zögerte kurz, nickte dann aber. Sie führte mich zu seinem Zimmer und ließ mich dann allein. Ich atmete tief durch, bevor ich sein Zimmer betrat. Langsam ging ich auf sein Bett zu. Es sah fast so aus als würde er schlafen, wären da nicht die ganzen Kabel und Krankenhausgeräte und die Tatsache das er nun mal im Koma lag.
Hello und hier ein neues update von welchem ich hoffe das es euch gefällt :)
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