Kapitel 4

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Acelya's Sicht

Am nächsten Morgen stand ich recht früh auf und da wir Montag hatten, musste ich zur Schule. Ich mache derzeit mein Abitur und möchte danach Lehramt studieren. Schon immer wollte ich Lehrerin werden und erst recht nach ihrem Tod. Sie hat es sich immer gewünscht, da sie selber nie zur Schule gehen konnte.

Meine Augen füllten sich und ich rieb über sie und atmete tief ein und aus und stand dann mit großem Schwung auf. Schon am frühen Morgen dachte ich daran und machte mich fertig. Ohne mich weiter in Gedanken zu stürzen, zog ich mich um und ging ins Bad um meine morgendliche Routine zu machen. Als ich fertig war, lief ich in die Küche und sah meine Großeltern, wie sie am Tisch saßen und sich herzlich anlächelten. Durch diesen Anblick wurde mir warm ums Herz und ich musste schmunzeln. Sie sind schon mehr als 40 Jahre verheiratet und lieben sich wie am ersten Tag. Beide haben nie den Respekt, das Vertrauen und die Liebe zu einander verloren, was dazu geführt hat, dass sie immer glücklich waren und es immer noch sind. Schon immer fand ich die Bindung zwischen ihnen süß und war neidisch. Hoffentlich wird dies bei mir auch so sein.

Ich ging zu meinem Opa und umarmte ihn von hinten und schlang meine Arme um ihn. Nachdem ich ihm einen fetten Schmatzer gegeben habe und das selbe bei meiner Oma gemacht habe, setzte ich mich auf mein Platz und wir begangen gemeinsam zu frühstücken.

~*~

Ich setzte mich auf den freien Platz im Bus und musste an gestern denken. An Seyid. Ein Lächeln konnte ich mir nicht unterdrücken, wurde aber dann aus meinem Gedanken, bevor ich weiter an ihn denken konnte, gerissen als sich meine beste Freundin, Nihal, neben mich setzte.

"Was grinst du so?"

Sie lächelte mich schon blöd an und ich guckte sie nur mit einem genervten Blick an.

"Es ist nichts Canim und dir auch einen guten Morgen." (mein Schatz)
"Jaja. Guten Morgen."

Sie umarmte mich fest und gab mir dann Küsschen auf meine Wangen. Ich erwiderte ihre Umarmung und musste lachen. Sie ist manchmal echt niedlich und manchmal wird sie zur Diva, aber trotzdem liebe ich sie.

Wir sprachen eine Weile bis wir aussteigen mussten und dann gingen wir zur Schule. Wir setzten uns auf unsere Plätze und holten unsere Sachen raus. Über pünktlich kam der Lehrer auch und begann mit dem Unterricht.

~*~

"Acelya. Hast du vielleicht Zeit und kannst mit mir in die Stadt kommen?", fragte mich Nihal nachdem wir Schluss hatten.

"Klar habe ich Zeit. Ich sage nur kurz meiner Oma Bescheid."
"Tamam." (Okay.)

Ich rief meine Oma an und sagte ihr Bescheid. Nachdem Telefonat gingen Nihal und ich zur Stadt und redeten über belangloses Zeug. Wir hatten wie immer mal unsere paar Minuten und mussten so stark lachen, dass wir schon anfingen zu weinen. Ich liebte es darum mit Nihal Zeit zu verbringen. Dies war einer der vielen Gründe weswegen ich sie liebte, denn mit ihr konnte ich abschalten und lachen.

In der Stadt spazierten wir durch alle Straßen und schauten auch in alle Läden rein. Wir waren länger als 3 Stunden shoppen und haben echt viel Spaß gehabt.

"Nihal ich kann nicht mehr."
"Und frag du mich mal. Mir geht's genauso. Sollen wir etwas essen gehen?"
"Oh ja. Bitte."

Nihal zeigte mir mit einer Geste, das ich mich bei ihr einhaken soll, welches ich dann auch tat. So und vielen Tüten in unseren Armen schlenderten wir zu einem Dönerladen.
Wir setzten uns an einen freien Tisch, stellten unsere Sachen ab und bestellten anschließend. Wir beide einigten uns jeweils auf einen Dönerteller und einer Dose Fanta.
Nihal und ich hatten in vielen Fällen einen gemeinsamen Geschmack aber waren dennoch unterschiedlich. Sie war mein Ebenbild und mein Gegenstück. Niemals könnte ich mir ein Leben ohne meine Schwester vorstellen. Wir beide kennen uns schon seit unserer Geburt. 18 Jahre Freundschaft und hoffentlich hält dies noch mehrere Jahre.
Nihal war ein bisschen größer als ich und hatte hellbraune Haare und grün-blaue Augen, welche ich beneidete. Sie war wunderschön vom äußerlichen her sowie vom Charakter her.

Nachdem unsere Bestellung kam, verspeisten wir sie in Ruhe und sprachen über die alten Zeiten. Plötzlich klingelte Nihal's Handy und sie nahm es raus und ging ran.

"Hallo....ich bin draußen....mit Acelya...wir sind in der Stadt und essen gerade...ja genau da...okay...mit wem kommst du...ach so okay...bis gleich."

Ich bekam nur ihren Teil des Gespräches mit und wurde neugierig. Mit wem sie wohl gesprochen hat?

"Acelya ist das in Ordnung für dich wenn Burak jetzt kommt? Er möchte mit mir etwas besprechen."
"Ach das war Burak am Telefon? Und ja klar kein Problem Canim." (mein Schatz)
"Hmm Ja. Er kommt kurz mit seinem Kollegen und geht dann wieder. Also hoffe ich mal hahaha."

Ich stimmte auf ihr Lachen mit ein und wie genossen weiter unser Essen. Nach weitern 10 Minuten kam Burak und lächelte schon von weitem. Ich erwiderte es und wischte mit der grünen Serviette, welches zuvor auf dem Tisch lag, meinen Mund ab und als ich auf sah, sah ich direkt in die von Seyid, welcher mich charmant anlächelte und neben Burak an unserem Tisch stand.

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Richtung LiebeWo Geschichten leben. Entdecke jetzt