Am nächsten Morgen
„Gap! Aufwachen!" ertönt eine Stimme und kurz darauf höre ich das Schlagen gegen das Gitter der Zelle. Völlig übermüdet setze ich mich auf und blicke zum Gitter, vor welchem Bellick steht. „Pope will dich sehen, also beeil dich... du hast fünf Minuten" sagt er und verschwindet wieder. Schnell spritze ich mir etwas Wasser ins Gesicht, binde meine Haare zu einem Zopf und ziehe mir den grauen Pullover an, welchen ich bekommen habe, als ich hierher gekommen bin.
Als die Zelle geöffnet wird, legt Bellick mir Handschellen an und ich werde von ihm höchstpersönlich zum Direktor gebracht.
„Sind die Handschellen wirklich nötig?" sage ich und verdrehe die Augen. „also ich will nicht unbedingt mit einer freien Mörderin umher laufen, wer weiß was in deinem Kopf umher geht" „ahja" antworte ich kalt und sage kein weiteres Wort, bis wir beim Direktor ankommen.
Als ich in das Büro des Direktors eintrete, empfängt dieser mich mit einem bedrückten Gesicht. „Wieso haben sie mich herbestellt?" frage ich und setze mich gegenüber von ihm.
„Ich habe schlechte Nachrichten für Sie... und wollte es ihnen persönlich sagen" „um was geht es Boss?" „ihre Schwester... sie wurde mit Krebs diagnostiziert und die Ärzte haben es zu spät bemerkt". Geschockt blicke ich zu Pope. „Was heißt sie haben es zu spät bemerkt?" „sie hat nichtmal mehr zwei Wochen" „sie liegt im Sterben??" eine leichte Träne rollt mir die Wange runter als ich daran denke, dass ich sie nie wieder sehen werde. „Gibt es keine Möglichkeit, dass ich sie irgendwie besuchen kann? Eines letztes Mal..." „leider nicht. Wir haben Vorschriften einzuhalten" „sie liegt im Sterben!" sage ich etwas lauter und bekomme immer mehr Tränen in die Augen. „Wir können nichts für sie tun, so sehr ich es auch wollen würde aber ich habe nicht vor meinen Job zu verlieren".
Ich schüttle enttäuscht mit dem Kopf und stehe auf. „ich denke es wird Zeit für mich zu gehen" sage ich und drehe mich zu Bellick. „Es tut mir wirklich leid." sagt Pope mitleidig zu mir. Gerade als ich meine Hände zu Bellick strecke um mir die Handschellen anlegen zu lassen, drehe ich mich noch einmal um. „Trotzdem hätte ich noch eine Bitte an sie". Fragend guckt er mich an und wartet auf meine Worte. „Einen Zellentausch" „denkst du du bist was besonderes oder warum willst du schon wieder einen Zellentausch?" Keift Bellick hinter mir. „Ich habe beim letzten Mal nicht darum gebeten. Ich wurde in eine andere Zelle gesteckt weil Geary sich dafür eingesetzt hat aber ich möchte in diese Zelle zurück" sage ich voller Überzeugung und blicke wieder zu Pope „in welche Zelle hätte sie Regulär gemusst" fragt er Bellick. „In die von Bagwell" „Bagwell? Dann werden Sie sie sicherlich nicht dorthin stecken" sagt er entsetzt. „Ich weiß ich habe hier eigentlich nichts zu melden aber ist es nicht meine eigene Entscheidung zu wem ich in die Zelle möchte? Ich habe kein Problem damit zu Theodore Bagwell zu gehen und somit Scofield wieder zu Sucre kommt" „darum geht es dir also..." lacht Bellick gehässig. „...Um die Romanze von zwei Häftlingen" „kann schon sein... Es macht mir nichts aus bei Bagwell in der Zelle zu sein". Bellick kommt ein paar Schritte näher zu mir ran und blickt mir herablassend in die Augen. „wenn du mitten in der Nacht anfängst zu schreien wird dir kein Werter zu Hilfe kommen und auch wenn du am nächsten Morgen darum winselst in eine andere Zelle gesteckt zu werden, tue ich alles um dies zu verhindern".
Ich zucke mit den Schultern und ziehe die Augenbrauen hoch. „Dann ist es halt so" antworte ich und drehe mich wieder zu Pope. „Sind Sie sich wirklich sicher? Wir werden die Zellen nicht erneut für sie wechseln." ich nicke bestätigend und fange an ihm ein schlechtes Gewissen zu machen. „Das ist doch wohl das mindeste was ihr für mich tun könnt nachdem ich meine im Sterben liegende Schwester nicht besuchen darf oder nicht?" Pope nickt mir leicht zu, warnt mich jedoch noch ein letztes Mal. „ich respektiere ihre Entscheidung, aber wenn sie einen Rückzieher machen ist es nicht mehr meine Angelegenheit".
Ich bedanke mich bei ihm und werde von Bellick zurück zu meiner Zelle gebracht. „Nach dem Essen tausche ich dich mit Scofield, also pack deine Klamotten schonmal zusammen." Ich nicke ihm zu und schon wird das Gitter der Zelle wieder geschlossen. Doch anstatt irgendwas zusammenzupacken setze ich mich auf das Bett und starre gegen die Wand. Ich kann an nichts anderes mehr denken als an meine Schwester und schon kommen mir erneut die Tränen. Es tut weh zu wissen, dass sie bald stirbt und ich ihr nichtmal Lebewohl sagen kann.
Noch völlig verheult blicke ich auf, als ich den Alarmton höre und sich die Zellen öffnen. Ich stehe auf und warte bis T-Bag vor meiner Zelle erscheint. Als er nach wenigen Sekunden vor mir steht, verliert er sein dreckiges grinsen im Gesicht und wird schlagartig ernst. „Was ist passiert?" fragt er und kommt auf mich zu. Ich schüttle mit dem Kopf und greife nach seiner Hosentasche. „Nichts. Lass uns zum Essen gehen, ehe wir nichts mehr abbekommen"
Er nickt misstrauisch und geht voran, während ich ihm an seiner Hosentasche folge. In der Cafeteria holen wir uns den fast abgelaufenen Reis und ein Milchpäckchen ab und setzen uns zu Michael an den Tisch, welcher uns völlig verwirrt anguckt und die Augen verdreht. „Bagwell was willst du" „oh werd doch nicht gleich so unfreundlich zu deinen Gästen mein Hübscher. Sei doch froh, dass du heute nicht alleine essen musst" „auf dich kann ich auch gerne verzichten" faucht er und will gerade aufstehen, als ich ihn an seinem Arm zurückziehe und angucke. „wir wechseln die Zelle" flüstere ich ihm zu und werde schräg von Michael angeguckt. „Wir wechseln die...? Nein. Du gehst nicht zu ihm in eine Zelle" sagt er wütend und blickt dabei zu T-Bag.
„ach hübscher wieso musst du immer zuerst an die anderen denken und kannst nichtmal etwas selbstsüchtig sein?" „hör zu mein HÜBSCHER!" betont Michael und fährt fort.. „ich weiß wie lange du hier schon sitzt und seitdem keinen weiblichen Körper vor dir hattest aber wenn du denkst du kannst mit ihr machen was du willst dann kannst du unseren Plan vergessen!" „werd doch nicht gleich so aggressiv. Wenn ihr mich hier zurücklassen wollt, gerne. Aber denkt nicht ich werde euren hübschen kleinen Plan für mich behalten, sobald ihr mich aus der PI rausnehmt. Hier gibt es ein paar Gefängniswerter die sich bestimmt für eurer Vorhaben interessieren" „du willst genauso raus aus diesem Gefängnis wie wir! Also hör einmal darauf was ich dir sage, sonst sitzt du den Rest deines Lebens hier drin!" flüstert Michael, greift nach seinem Tablett und steht erneut auf. „Ich hatte nicht vor sie zu vergewaltigen" sagt T-Bag ihm hinterher als Michael bereits seinen Rücken zu uns gedreht hat und verschwindet.
„Wieso?" frage ich T-Bag aus heiterem Himmel ohne dabei nachzudenken. „Wieso was?" „Sucre hat mir alles über dich erzählt. Also woher kommt auf einmal der Sinneswandel?" „ eine Torte isst man doch auch nicht direkt mit einem Bissen oder?" Grinst er und steht auf.
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I walk, you walk with me
Fanfiction„I'll protect you. All you gotta do is take this pocket right here" Als einzigste Frau in Fox River hat man es nicht leicht. Vor allem wenn einem ein Mord vorgeworfen wird, den man gar nicht begonnen hat. Es sprechen viele Fakten dafür seine Unschul...
