Als ich mich umdrehe, blickt mich ein Mann mit mexikanischem Aussehen an. Er hat ein leichtes Lächeln im Gesicht und kommt langsam auf mich zu. „Ich hätte nie gedacht, dass ich hier auch mal eine Frau sehen werde" sagt er und gibt mir die Hand. „Und ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages in ein Männergefängnis gelassen werde" antworte ich verlegen und löse meine Hand aus dem Händedruck. „Mein Name ist Fernando Sucre... aber alle nennen mich nur Sucre" „okay... ich bin Emely... Emely Gap. Ich hab keine Ahnung wie mich alle nennen werden, deshalb kannst du es dir aussuchen". Er lächelt mich an ohne noch etwas zu sagen und dreht sich zu den Betten um. „Du kannst unten schlafen" meint er und zeigt auf die alte, schon gelb gefärbte Matratze des Stockbettes.
Ich nicke und nehme aus meiner Kiste die Bettwäsche und fange an mein Bett zu beziehen.
Es dauert nicht lange, da höre ich auch schon den Alarmton und alle Zellen werden zur gleichen Zeit geöffnet. Von unten höre ich eine laute Stimme die ruft „Hofgang". Verwirrt blicke ich zu Sucre und warte auf eine Erklärung. „Wir müssen jetzt alle raus auf den Hof gehen, einfach um an die Luft zu kommen" sagt er und geht aus der Zelle raus. Ich folge ihm und blicke mich währenddessen um. Es gab keinen einzigen Mann der in diesem Moment nicht seine Augen auf mir liegen hatte und mich von oben bis unten abcheckte. „Bleib ruhig, es wird schon nichts passieren" flüstert Sucre mir zu. Aber diese Aussage von ihm half mir nicht gerade weiter. Ich könnte jederzeit um die Ecke gezogen und vergewaltigt werden. Ich halte mich immer mehr an Sucre und als wir endlich draußen sind, stellen wir uns in die hintere Ecke des Zaunes, wo auch Scofield zu uns kommt. Von dieser Position haben wir einen genauen Überblick über den gesamten Hof und man erkennt sofort, dass es viele verschiedene Gruppen unter den einzelnen Leuten gibt. Sucre erklärt Michael und mir alles ganz genau. Wer was anschaffen kann, zu wem man lieber nicht gehen sollte oder wem man vertrauen kann. Er zeigt uns die Häftlinge die wegen Mordes hier sind oder die nur wegen einer kleinen Sache verurteilt wurden. Zwischendurch erfahren Michael und ich, dass Sucre wegen eines Ladendiebstahls hinter Gitter gekommen ist. Und das alles wegen einer Frau, der er in den kommenden Wochen einen Heiratsantrag machen will. Auch ich werde gefragt warum und wieso ich hier bin. Etwas zurückhaltend erkläre ich den beiden was mir vor kurzem widerfahren ist und tatsächlich schenken sie mir Vertrauen und glauben an meine Unschuld. „Es gibt viele in diesem Gefängnis, die unschuldig hier sind aber unserem Strafvollzug brauchst du nichts zu erzählen" gibt Sucre von sich und schüttelt leicht mit dem Kopf.
Auf einmal verdunkelt sich Sucre's Blick und automatisch stellt er sich leicht vor mich. „Was willst du?" fragt er den großen Mann, welcher immer näher auf uns zukommt. „ich will nur ein wenig mit unserer Dame der Hauses plaudern" „ich glaube wir beide wissen, dass du mit Plaudern was anderes meinst" faucht Sucre und stellt sich komplett vor mich. „Ich schwöre dir, ich werde ihr nichts tun" sagt der Mann und hebt unschuldig seine Hände. Ich trete hinter Sucre hervor und blicke ihn an. „Alles gut, wenn er mit mir reden will dann kann er das doch" sage ich und drehe mich zu ihm. Der Mann fängt an zu grinsen und winkt mich zu ihm. Gemeinsam mit ihm und den zwei anderen Männern hinter uns gehen wir zu einer Bank, welche so ziemlich in der Mitte des Hofes liegt, und setzen uns hin. „Mein Name ist Abruzzi... John Abruzzi. Ich bin der, der anderen einen Gefallen tut. Wenn du was brauchst, ich beschaffe es dir." „danke aber ich brauche momentan wirklich nichts, ich will mich erstmal überhaupt hier zurecht finden" „dann lass mich dir helfen" sagt er und zwinkert mir zu. „Ich komme schon zurecht" lächle ich und will gerade aufstehen, da greift er mich leicht am Handgelenk und zieht mich zurück. „Du weißt wohl nicht wer ich bin oder?" Fragend gucke ich ihn an. „ich bin das Oberhaupt der Mafia von Chicago und wenn ich etwas sage, dann meine ich es auch so" er wird etwas ernster und blickt mir tief in die Augen. „Tut mir leid... aber ich kann dir momentan nicht ganz folgen" antworte ich und spüre, wie mein Puls immer schneller wird. „Schließ dich mir an und ich verschaffe dir eine hohe Machtposition unter den Gefangenen. Du wirst nie wieder Probleme in diesem Gefängnis haben". Ich zögere leicht und schüttle mit dem Kopf. „Tut mir leid aber ich habe keine Interesse daran... ich bin hier um meine Zeit abzusitzen und nicht irgendwelche Geschäfte zu klären." „deine Zeit die lebenslänglich beträgt?" „ja... genau diese Zeit" „lass es dir durch den Kopf gehen... wir reden morgen nochmal." „John.. ich bin wirklich nicht interessiert und selbst wenn ich es wäre würde ich dir dafür einen Gefallen schulden und ich bin mir eigentlich ziemlich sicher was das wäre" „willst du etwa von dem da hinten vergewaltigt werden?" fragt er und zeigt hinter sich auf einen ziemlich großen, dicken Mann welcher ebenfalls zu uns rüber guckt. „Das ist Avocado. Er wirkt allein schon wegen seiner Größe einschüchternd nicht? Und wenn du niemanden hast der dich hier drin beschützt wird er der erste sein, der sich an dich vergreift" „es ist ja alles nett von dir gemeint aber... ich kann auf mich selbst aufpassen. Ich möchte dein Angebot wirklich nicht annehmen aber ich weiß es sehr zu schätzen." Mit einem Ruck zieht er mich näher zu sich ran. „Es ist nur ein kleiner, nebensächlicher Gefallen den zu im Gegenzug leisten musst... nichts gravierendes" „John ich möchte wirklich nicht!" sage ich und versuche mich aus seinem Griff zu befreien, was mir allerdings nicht gerade gut gelingt. „Stell dir vor... du würdest besser versorgt und gepflegt werden als die anderen Häftlinge in diesem Gefängnis... ich könnte wirklich eine rechte Hand gebrauchen" flüstert er und merkt dabei nicht, wie auf einmal jemand anderes hinter ihm steht.
„Abruzzi! Lass sie los! Wenn die Dame nicht will dann musst du es wohl akzeptieren!"
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I walk, you walk with me
Fiksi Penggemar„I'll protect you. All you gotta do is take this pocket right here" Als einzigste Frau in Fox River hat man es nicht leicht. Vor allem wenn einem ein Mord vorgeworfen wird, den man gar nicht begonnen hat. Es sprechen viele Fakten dafür seine Unschul...
