„Hey, Avery aufwachen" Ich spürte ein Rütteln an meiner Schulter und wie mir jemand die Haare aus dem Gesicht strich. Blinzelnd öffnete ich meine Augen, richtete mich langsam auf und drehte mich zu der Stimme. „Bucky was ist los?" Sofort war ich in Alarmbereitschaft als ich sein besorgtes und leicht verängstigtes Gesicht sah. „Noch ist alles okay aber wir müssen hier verschwinden und in unsere Zellen. Die Wachen werten bald kommen und wir haben auch sicherlich bald wieder eine Mission zu erledigen. Los, schnell!" Hastig stand ich von dem Stuhl auf, sodass Bucky auch aufstehen konnte. „Sie werden uns wieder löschen, richtig? Wir werden uns an nichts von all dem hier erinnern..." Schluckend sah ich in seine dunkelblauen Augen und glaubte schon in ihnen zu ertrinken als ein Geräusch mich zusammenfahren ließ.
„Soldat, mitkommen!" Einer der Wächter stand in der Tür zu dem Raum, bei genauerem Hinsehen erkannte ich Alexej, zumindest glaubte ich, dass er so hieß. Er war meist für den Zelltrakt eingeteilt in dem Bucky, ein paar andere Gefangene und ich stationiert waren. Mit einer kurzen Geste deutete er mir, das mit dem Soldaten ich gemeint war und schnell folgte ich ihm. Zügig lief er aus dem Raum, ebenso zügig folgte ich ihm. Sich rechts haltend liefen wir schweigend durch die Gänge der Hydra Basis, vorbei an verschlossenen Türen, anderen Wachen und Sackgassen. Nach einer Weile die mir wie eine Ewigkeit vorkam, kamen wir zu den Trainingsräumen. Ich hörte die Geräusche von gegeneinander Kämpfenden, Wachen die Befehle auf Russisch riefen und Schmerzensschreie. Immer hinter Alexej hinterher, kamen wir an einer schweren Eisentür mit einem Tastenfeld links von ihr an. Den Code eingegeben öffnete sich diese und offenbarte den Zellentrakt. Klopfenden Herzens und mit stetig wachsender Angst folgte ich meinem Führer zu meiner Zelle am Ende der Reihe. Kurz hörte ich ihn etwas murmeln, jedoch zu leise um es zu verstehen.
Eine Art Knacken riss mich aus den Gedanken als die Tür vor mir geöffnet wurde. Widerstandslos ging ich in meine Zelle, erwartete das vertraute Geräusch des Schlosses zu hören was mir signalisierte das ich eingesperrt worden war. Die war jedoch nicht der Fall.
Erstaunt drehte ich mich um, nicht wissend was ich erwarten sollte, doch hätte ich mit allem gerechnet nur nicht mit Alexej in meiner Zelle. Er stand angelehnt an die Türe da, die Arme locker verschränkt, fast schon schelmisch grinsend.
„Ich werde euch helfen" Das war der einzige Satz den er nach Minuten des Schweigens sagte. Ich verstand nicht. „Uns?" Die Stirn runzelnd, dennoch versuchend in meiner Rolle zu bleiben schaute ich ihn an. „Avery ich werde euch nicht verraten und dumm bin ich auch nicht. Schon lange habe ich gemerkt, dass Hydra euch immer löscht, wenn ihr euch an etwas aus eurer Vergangenheit erinnert. Dich und den Winter Soldier. Ich verstehe zwar noch nicht ganz was für eine Bindung ihr habt aber das ihr eine habt steht fest. Ich sehe was sie mit euch tun, all die Jahre. Die Wände haben Ohren und die Schreie sind nicht leise." Kurz sah er mich mit einer Mischung aus Bedauern und Mitleid an, dennoch konnte ich immer noch nicht glauben was ich da hörte. „Ich kann versuchen sie zu überzeugen das ihr beide vor der nächsten Mission nicht gelöscht werden müsst. Versprechen kann ich es zwar nicht aber dennoch." Ungläubig starrte ich ihn an, ich hätte mit allem, wirklich allem gerechnet nur nicht damit. Das könnte unsere Chance sein, unsere Chance auf Freiheit, der Hoffnungsschimmer an dem wir festhalten konnten.Hastig nickte ich und ein Lächeln wie ich es schon lange nicht mehr konnte breitete sich auf meinem Gesicht aus. „I-Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, Danke" Mit einem kurzen Nicken verabschiedete er sich, ging aus der Tür und verschloss sie sorgfältig. „Halte dich bereit, ich werde nach ihm sehen" dann ging er.
Immer noch perplex von dem was sich gerade hier abgespielt hatte, tigerte ich aus und ab, die Neuronen feuerten die Informationen schneller als mein Hirn sie verarbeiten konnte.
Mit den Händen fuhr ich mir durch das Gesicht und raufte mir meine Haare. Ich konnte das alles noch gar nicht begreifen, nach Jahren der Unterdrückung und der Gefangenschafft sollten wir nun Hilfe bekommen. Das klappern eines Metallstabes an den Gittern der Zelltüren riss mich aus den Gedanken und so leise wie möglich huschte ich zu meiner Pritsche und setzte mich mit ausdrucksloser Miene hin. Die Wärter durften keinen Verdacht schöpfen, denn dann wäre nicht nur ich in Gefahr, sondern auch Bucky. Gerade als ich glaubte sie wären wieder gegangen ertönte das mir mittlerweile bekannte Klappern eines Tabletts auf dem Boden und keine zehn Sekunden später wurde es unter meiner Zellentüre hindurch geschoben. Normalerweise brachten die Wärter einem die Mahlzeiten in die Zelle und kontrollierten diese auch, jedoch hatten sie bei mir nach einiger Zeit aufgehört. Ich war zu gefährlich geworden, zu unberechenbar.
Die schweren Schritte verhallten, nachdem sie gegangen waren und ich war wieder allein mit einer Reihe von anderen Gefangenen, wartete auf die nächste Mission.Gleich zwei Tage später war es soweit, Alexej holte mich an der Zelle ab. Ich stand von meiner Pritsche auf, als ich sah wie er zu meiner Tür ging. Diese schloss er zügig auf und kam kurz darauf auch zu mir in die Zelle. Ich wollte schon nachfragen, wie es aussieht, ob wir gelöscht werden sollten oder ob dies wirklich unser Weg in die Freiheit war, doch gerade rechtzeitig bemerkte ich das hinter Alexej noch eine weitere Wache stand.
„Soldat?" „Erwarte Befehle" Es fühlte sich falsch an diese Worte auszusprechen, und doch wusste ich das mir dieses Schauspiel das Leben retten konnte. „Wir haben eine Mission für sie, New York, ein Attentat, so wenig Zeugen wie möglich. Verwischen sie ihre Spuren und kommen sie mit der Zielperson zurück" In der Zwischenzeit hatte er sich an den kleinen Tisch hier im Raum gesetzt und legte nun eine Akte vor sich hin. „Hier finden sie alle Nötigen Informationen, sie und der Winter Soldier werden morgen früh aufbrechen." Verstehend nickte ich kurz.
Alexej stand wieder auf, den Grund weshalb er hergekommen war hatte er erfüllt. Hinter sich die Tür wieder verschließend drehte er sich noch ein letztes Mal zu mir herum und deutete unauffällig auf die Akte.
Als beide Männer gegangen waren und ich mir sicher war, dass auch keiner der Wächter hier war, ging ich zurück zu der Akte und nahm sie mir. Mit wenigen Schritten war ich bei der Pritsche und ließ mich dort nieder.
Ich blätterte durch die Akte, die Informationen zu einem gewissen Bruce Banner würde ich mir später in Ruhe durchlesen, was mich eher interessierte, war der kleine Post-It etwas weiter hinten. Er war sehr unauffällig, die Akte war voll damit, jedoch in einer anderen Farbe was nicht vielen auffiel. Neugierig und teilweise ängstlich was mich erwarten würde, schlug ich die passende Seite auf.
Auf dem Zettel stand nicht viel, doch was dort stand ließ mich beinahe Freudensprünge machen. Wir sollten nicht gelöscht werden, auch würden wir alleine auf Mission sein, keine anderen Leute die uns begleiten werden.
Gleich am nächsten Morgen, ich war schon sehr früh wach, holten mich die Wachen ab. Mit Bedauern musste ich feststellen das Alexej nicht unter ihnen war. Sie ließen mich aus meiner Zelle und wir gingen direkt in Richtung Oberfläche. Auf dem Weg begegneten wir wenigen anderen Wachen, hin und wieder einem der Techniker oder einem Doktor.
Gerade als wir von dem einen in den anderen Gang gebogen waren, hörte ich wie hinter uns noch eine andere Gruppe dazugestoßen war. Auch ohne mich umzudrehen wusste ich das Bucky unter ihnen war. Mein Herz schlug schneller, bald würden wir fliehen können, bald. Wir bogen um die letzte Kurve, der Gang stieg stetig an und ich konnte einen frischen Luftzug wahrnehmen. Gierig zog ich die Luft in meine Lungen während wir weiter liefen.
Unser Führer, ich wusste seinen Namen nicht, tippte etwas auf die Schaltfläche neben der Tür vor uns, woraufhin diese sich langsam öffnete. „Los Beeilung, wir haben nicht ewig Zeit!", herrschte er uns an und mit schnellen schritten ging unsere Gruppe zu einem der Flugzeuge welches schon startbereit schien.
Ohne weitere Worte zu verlieren stiegen der Winter Soldier und ich ein, hinter uns schloss sich die Luke und erleichtert atmete ich aus. Ich hatte gar nicht bemerkt das ich die Luft angehalten hatte während wir eingestiegen waren. Ein kurzer Blick durch den Frachtraum zeigte mir das all unsere Waffen sowie Kleidung die wir brauchen könnten sich hier befanden. Hinter mir hörte ich wie sich Schritte entfernten und mit einem Blick über die Schulter erkannte ich das Bucky sich ins Cockpit begeben hatte. Ich sah wie er schnell die Zielkoordinaten eingab und das Flugzeug startete.
Ein kleiner Blick aus dem Fenster genügte und ich sah, wie die Hydra Basis immer kleiner wurde und schließlich gänzlich unter einer Wolkendecke verschwand.
Je weiter wir uns entfernten, desto mehr wuchs das Gefühl der Freiheit in mir. Ich wusste wir müssten die Mission zwar erfüllen, bis zu dem Part, wenn wir zu Hydra zurückkehren sollen, und doch war ich voller Zuversicht. Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen drehte ich mich zu Bucky, nur um in sein ebenfalls lächelndes Gesicht zu sehen.
Wir hatten es geschafft. Der erste Schritt in Richtung Freiheit war getan.Yey *jubel* endlich hab ich es geschafft Kapitel 4 zu schreiben.
Ich saß jetzt ungelogen die letzten zwei Tage daran uns wusste nicht was ich scbreiben soll bis mir dann gestern Abend der Einfall kam und joa. Jetzt ist es das geworden 😅
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A Story of Summer and Winter - Forgotten Memories
FanfictionAvery Adams, Steve Rogers und Bucky waren unzertrennlich. Sie kannten sich schon seit Kindertagen und wenn man einen von ihnen irgendwo in Brooklyn traf, wusste man das die anderen beiden nicht weit waren. Der Tag der Stark Expo war für Avery zu ein...