Verstecken

1K 23 0
                                    

Es ist ein Tag wie jeder andere auch. Zumindest für dich. Du sitzt zusammen mit deiner Mutter in deinem neuen Zimmer. Ihr seid gerade erst hergezogen, auch wenn du das nicht so wirklich mitbekommen hast. Im Zimmer verteilt stehen noch viele Kartons, die darauf warten ausgepackt zu werden. Auch wenn der Regen in Strömen fällt, scheint es ein guter Tag zu werden. Zusammen mit deiner Mutter sitzt du auf dem Boden und malst etwas. Das machst du gerne und oft auch stundenlang. Doch deine Mutter scheint nervös zu sein. Irgendwas stimmt nicht. Ein Lauter Knall im Garten bestätigt dies. Dir fällt der Stift aus der Hand.
„Mummy, was war das?", fragst du, während deine Mutter aufspringt und zum Fenster eilt. Was sie sieht, scheint nichts Gutes zu sein, denn sie beginnt sich panisch umzuschauen.
„Nein, nein nein...", murmelt sie immer wieder.
„Mummy was ist los?", fragst du, während dich die Angst packt. Unten im Haus ist Lärm zu vernehmen. Deine Großeltern sind dort, weil sie beim Umzug helfen, doch der Lärm kommt nicht davon.
„Hör zu mein Schatz, genug gemalt. Wir spielen jetzt verstecken, ja? Ich zähl und du versteckst dich! Nur hier im Raum! Es muss ein sehr gutes Versteck sein, verstehst du?" Verwirrt nickst du.
„Und komm ja nicht raus, bis ich dich holen komm, versprochen?"
„Versprochen, Mummy..." Deine Mutter schließt die Augen und beginnt zu zählen. Der Lärm ist wie vergessen. Für dich zählt jetzt nur noch ein Versteck zu finden. Zunächst peilst du einen der Kartons an, doch das erscheint dir zu offensichtlich. Letztlich steigst du in den Schrank und ziehst die Tür heran. Du setzt dich hin und wartest. Dumpf hörst du noch die Stimme deiner Mutter. Doch während du wartest, kommt immer mehr Lärm von unten. Kurz erstrahlt ein silberner Schein im Zimmer, dann wird es wieder dunkel. Neugierig spähst du durch einen winzigen Spalt. Viel siehst du aber nicht. Nur die blonden Haare deiner Mutter. Aber es stimmt etwas nicht, das spürst du. Sie weint... tatsächlich, deine Mutter, die sonst immer so stark war, weint. Aus Angst und Verzweiflung fangen auch dir an die Tränen übers Gesicht zu rinnen. Am liebsten wärst du heraus gestürmt und hättest deine Mutter getröstet, nur hast du ihr ja versprochen zu warten, bis sie dich findet. Also setzt du dich leise weinend zurück auf den Boden des Schrankes. Es dauert nicht lange, bis der Lärm immer näher kommt. Ein Schrei ertönt. Jetzt packt dich die pure Panik, doch du schaffst es sitzen zu bleiben. Die Zimmertür wird aufgesprengt. Deine Mutter schreit, Lichtblitze erhellen das Zimmer, doch du bleibst sitzen... Dann ist es still. Du hörst Stimmen reden, aber keine kommt dir bekannt vor. Ganz vorsichtig schaust du hinaus. Eine große Gestalt verlässt gerade den Raum, während eine andere sich noch einmal umsieht. Er trägt einen schwarzen Umhang, welcher den gleichen Ton hat, wie seinen langen Haare und seine Augen. Er scheint noch nicht alt zu sein, vielleicht Anfang 20. Sein Gesicht ist leichenblass. Während du ihn musterst, schaut er sich um, zumindest, bis er dich entdeckt. Bei deinem Anblick weiten sich seine Augen und er schaut geschockt in die Richtung in die die andere Gestalt verschwand.
„Bleib dort! Komm nicht raus!", befiehlt er dir schließlich. Ohne zu wissen warum, vertraust du ihm und nickst. Dann verschwindet auch er. Weinend setzt du dich wieder hin. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit in der komplette Stille herrscht. Es dauert ziemlich lange, bis erneut Lärm zu hören ist. Laute Schritte rennen durch das ganze Haus.
„Ich hab sie gefunden!", ruft schließlich eine männliche Stimme, durch das Haus. Doch sie klingt nicht erfreut... Weitere Schritte ertönen.
„Unten liegen ihre Eltern und ihr Mann... Keiner wurde verschont." Was meinen die nur? Von der Neugier überwältigt, wagst du erneut einen Blick. Auch diese Männer sind noch nicht sehr alt. Einen siehst du nur von der Seite, er trägt eine runde Brille. Der andere hingegen schaut genau in deine Richtung. Genau wie der Mann zuvor, scheint er sehr überrascht.
„James? Hatte Madeline nicht auch ein Kind?"
„Ja... du hast Recht! Aber wir haben kein Kind gefunden..."
„Ich glaub ich schon..." Langsam kommt er auf dich zu. Du weichst verängstigt zur Hinterwand zurück. Der Mann bleibt vor dem Schrank stehen und öffnet die Tür einen Spalt.
„Bist du Madelines Tochter?", fragt er. Du nickst nur.
„Ist alles okay bei dir? Bist du verletzt?" Diesmal schüttelst du den Kopf. Er scheint erleichtert zu sein.
„Sie ist okay", sagt er zu seinem Freund.
„Komm her, ich bring dich hier weg." Er streckt dir die Arme entgegen.
„Ich kann nicht, ich soll hier warten bis meine Mummy mich findet... Wir spielen verstecken..."
„Weißt du Kleine, deine Mummy wird wohl nicht kommen, ich soll dich stattdessen holen."
„Sicher?"
„Ganz sicher, komm her." Du stehst auf und gehst zu ihm, woraufhin er dich hochhebt. Dein Kopf liegt dabei an seiner Schulter, sodass du nichts anderes sehen kannst.
„Ich bring sie hier weg...", hörst du ihn sagen. Wohin er dich bringt weißt du nicht. Er setzt dich irgendwo auf einen Stuhl und scheint ratlos zu sein.
„Hast du was zu malen?", fragst du schließlich irgendwann. Er bringt dir Papier und Stifte und setzt sich neben dich. Eine Weile malst du einfach, das beruhigt dich.
„Wie heißt du eigentlich?"
„Ich heiße Leonarda und du?"
„Ich bin Sirius..."
Eine ganze Weile bleibst du bei Sirius. Als man dir sagt, dass deine ganze Familie tot ist, bist du sehr traurig, auch wenn du das Ganze nicht recht erfassen kannst. Man erklärt dir immer wieder, dass deine Eltern Mitglieder des Ordens waren und gegen Voldemort kämpften und deshalb ermordet wurden. Es soll ein heldenhafter Tod gewesen sein, doch alles was für dich zählt ist, dass sie tot sind. Man erklärt dir, dass du dich im Hauptquartier des Ordens befindest und jemand von dort sich um dich kümmern wird. Diese Aufgabe wird schließlich Alastor Moody zugeteilt. Auch wenn du zu ihm ziehst, verbringst du fast deine ganze Kindheit im Hauptquartier. Du bist bei jeder Versammlung dabei und malst stumm vor dich hin. Danach spielst du manchmal mit den Weasley Kindern, die nur etwas älter sind als du. Doch am liebsten machst du etwas mit Sirius. Seit er dich gefunden hat, magst du ihn gerne und er spielt immer freiwillig mit dir. Seine Freunde sagen immer sie hätten nicht erwartet, dass er so gut mit Kindern kann, wo er doch schon mit Frauen nicht klar kommt. Während du immer älter wirst und von Moody neben dem üblichen Lesen und Schreiben Kram auch Selbstverteidigungsmethoden beigebracht bekommst, wird Sirius dein bester Freund.

Wenn euch dieser Teil gefallen habt dann lasst mir wenn ihr wollt doch bitte ein ⭐️ da 🙂

Complicated Love [Sirius Black]Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt