„Du solltest etwas schlafen. Wenn du aufwachst, komm ich wieder und bring dir was zu essen." Als du dich umdrehst, hält er dich am Handgelenk fest.
„Leo? Kannst du vielleicht hier bleiben? Ich will nicht alleine sein...das war ich lang genug..." Sein flehender Blick bewegt dich dazu, zu nicken.
„Kannst... kannst du dich vielleicht zu mir legen? Bitte..." Für einen Moment zögerst du. Immer hin habt ihr euch sehr lange nicht gesehen. Doch dir wird bei seinem Blick bewusst, dass das lächerlich ist. Es ist immer noch Sirius, der bester Freund deiner Kindheit. Er würde dir nie etwas antun. Also nickst du erneut, ziehst deine Jacke und die Schuhe aus und legst dich neben ihn. Dankbar schaut er dir in die Augen. Zärtlich streicht er dir über die Wange.
„Du bist so schnell erwachsen geworden...", murmelt er noch leise, bevor er einschläft. Eigentlich wolltest du nur kurz bleiben und dann selber in dein Bett gehen. Dazu hast du jedoch keine Chance, denn schon kurz nach Sirius, bist auch du eingeschlafen. Erwachen tust du wieder mitten in der Nacht. Und das auch nicht freiwillig. Es ist Sirius der dich weckt, wenn auch ungewollt. Er hat angefangen sich im Schlaf hin und her zu werfen und hat dich dabei aus dem Bett geschupst. Wie es scheint hat er einen Alptraum. Schweiß rinnt ihm übers Gesicht, zusammen mit Tränen.
„Hey! Sirius, wach auf! Ganz ruhig! Alles ist gut!" Du setzt dich wieder aufs Bett und rüttelst ihn wach. Erschrocken fährt er hoch, die Augen weit aufgerissen. Angst liegt in ihnen. Sein Atem geht stoßweise und er braucht wohl eine ganze Weile, bis er versteht wo er ist. Entkräftet lässt er sich ins Kissen sinken.
„Es war nur ein Traum...", murmelt er leise vor sich hin, als sei es ein Mantra.
„Egal was es war, es ist vorbei. Du bist hier sicher", versuchst du ihn zu beruhigen. Eine ganze Weile schaut er dich einfach an, während sich etwas in seinen Augen verändert. Sein Blick wird irgendwie anders, weicher, lieblicher. Es kommt dir plötzlich vor, als würdest du dort hingehören. Genau da aufs Bett, neben Sirius, während er dich genau so anschaut, wie er es gerade tut. Langsam richtet er sich auf. Wie schon zuvor, streicht er mit seiner Hand über deine Wange, bis sie schließlich dort verharrt. Das Mondlicht fällt durch das Fenster und erleuchtet eure Gesichter. Seine Stirn legt sich gegen deine, ohne das ihr den Augenkontakt brecht.
„Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich hier bei dir bin. Und auch nicht, dass du schon so groß bist...", murmelt er leise vor sich hin.
„Du hast es doch selber gesagt. Eines Tages sehen wir uns wieder. Und anscheinend wollte das Schicksal, dass heute dieser Tag ist."
„Ich hab oft an dich gedacht... Ich hab dich vermisst."
„Ich hab dich auch vermisst." Eine Spannung entsteht zwischen euch, die dir fast den Atem nimmt. Seine Hand scheint eine Wärme auszustrahlen, die sich in deinem ganzen Körper zu verteilen beginnt. Doch ruckartig zieht er die Hand weg und geht auf Abstand.
„Wir sollten wohl besser weiter schlafen. Vermutlich musst du morgen arbeiten." Leicht verwirrt nickst du nur.
„Bist du da, wenn ich aufwache?", fragt er unsicher.
„Ja, Sirius, ich bin noch da." Wie aus Reflex legst du ihm einen Arm um die Seite und kuschelst dich an ihn. Es ist wie damals, wenn er dich ins Bett gebracht hat. Auch er legt seinen Arm um dich und atmet den Duft deiner Haare ein. Du kannst genau spüren, wie er lächelt und hörst, wie sein Herz regelmäßig schlägt, während ihr gemeinsam einschlaft. Wenige Stunden später erwachst du schon wieder. Sirius schläft noch tief und fest, also beschließt du aufzustehen und schon mal frühstück zu machen, bevor du ihn weckst und dann zur Arbeit gehst.
Seine Sicht:
Langsam öffnet er die Augen. Die Sonne strahlt hell am Himmel. Es ist ein schöner Tag. Und doch ist das einzige, was ihm auffällt die Tatsache, dass er alleine ist. Leonarda ist fort. Wie konnte er auch annehmen, dass sie bleibt. Immer hin hat sie keinen Grund dazu. Zwölf Jahre hat er sie nicht gesehen, weiß nicht wer sie heute wirklich ist. Auch wenn er sich nicht viel verändert hat, heißt das ja nicht, dass sie auch noch so ist wie damals. Es hat ihn schon erstaunt, dass sie geblieben ist, als er sie danach gefragt hat. Etwas frustriert dreht er sich auf den Rücken und starrt an die Decke. Die Erinnerungen an die vergangene Nacht kommen ihm wieder in den Kopf. Ihre Nähe... Sein Herzschlag... Ihr Blick... Die Spannung... Während er daran denkt, erfüllt ihn wieder der Wunsch Leonarda nah zu sein, ihre Haut unter seiner Hand zu spüren...Sie zu küssen... Nein. Das kann nicht sein. Leonarda ist viel zu jung für ihn. Außerdem haben sie sich ewig nicht gesehen und er bildet sich dieses Gefühl bestimmt nur ein. Das kommt nur, weil er sie jetzt wieder gesehen hat. Mehr ist das nicht. Mehr darf es einfach nicht sein... Plötzlich wird die Tür geöffnet und Leonarda kommt herein. Sie trägt bereits neue Alltagsklamotten. Eine enge Jeans mit einigen zerrissenen Stellen. Dazu ein himmelblaues Shirt und darüber ihre Lederjacke von gestern. Ihre Haare sind offen und fallen ihr wild in einigen Wellen über die Schulter. Um ihren Oberschenkel hat sie ihren Zauberstab geschnallt. Bei ihrem Anblick durchfährt ihn eine Hitzewelle und er möchte sie in seine Arme schließen. Doch er hält sich zurück.
„Oh, du bist ja schon wach. Ich wollt dich gerade wecken kommen. Frühstück ist fertig." Sie lächelt ihn strahlend an und steckt die Hände lässig in ihre Taschen. Verdammt, was macht sie nur mit ihm?
„Danke, das ist wirklich lieb von dir. Ich komm gleich runter."
„Klar, ich hab dir doch versprochen, dass ich noch da bin wenn du aufwachst und ich dir Essen mache."
„Ich erwarte dennoch nicht, dass du dies wirklich tust. Immer hin bist du ja jetzt erwachsen...", seine Stimme klingt wieder etwas wehleidig, auch wenn er dies versucht zu unterdrücken.
„Trotzdem halte ich meine Versprechen. Außerdem bin ich noch immer deine Leo, oder nicht?"
„Doch..."
„Siehst du. Ich warte unten auf dich." Mit einem Schwung dreht sie sich um, sodass ihre Löwenmähne durch die Luft fliegt, bevor sie die Treppe herunter verschwindet.

DU LIEST GERADE
Complicated Love [Sirius Black]
FanfictionEine kleine Geschichte mit Sirius Black als dein Lover