PoV: Ardy
Endlich bekam ich ein Lebenszeichen von Taddl! Ich kann es gar nicht glauben. Ich dachte schon, er würde jetzt für immer weg sein, aber es war nur etwas mehr als ein Tag. Ein mickriger Tag, an dem ich mich leer fühlte. Ein einziger Tag, der nicht länger hätte sein dürfen, denn sonst wäre ich zerbrochen.
Gefangen in meinen Gedanken, die mir vorwarfen ich hätte mich falsch verhalten.
Ich hätte einfach so weiterleben sollen. Nie ein Wort darüber verlieren. Einfach der geraden Straße der Zukunft folgen, ohne mich ständig zu allen Seiten umzuschauen und dann einfach in den nächstbesten Garten zu rennen.
Warum stehen da auch immer so viele duftende Blumen und dann auch noch so eine nudelartige... Unweigerlich fing ich an, mir Taddl als Blume, die halt wie eine von seinen liebsten Nudeln geschwungen war, vorzustellen.
Gott, bin ich krank vor Liebe.
'Ach, ich wäre nicht Ardy, wenn ich nicht sowas denken würde. Ich muss endlich mal zu meiner 'Verkorkstheit' stehen. '
Dann war da wieder die Frage, warum er sein Handy ausgeschaltet hatte. Es musste doch Absicht gewesen sein. Nur damit ich ihn nicht erreichen konnte. Natürlich hielt mich das nicht davon ab diverse Nachrichten auf seiner Mailbox zu hinterlassen. Einige viele davon waren mir kurz nach dem darauf sprechen ganz schön peinlich geworden. Um nicht zu übertreiben: Eigentlich sind alle peinlich und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass er sie einfach löschte ohne sie anzuhören.
Diese Nachrichten, sie spiegel all die Stunden, die ich gestern noch mit und später auch ohne Simon, auf dem Sofa verbracht hatte. Geschockt darüber, dass er ging verfiel ich in diese Scheiß Starre. Ich hätte einfach zu ihm rennen sollen, seine Tränen wegwischen sollen und dann einfach... Keine Ahnung, was danach gewesen wäre, aber bestimmt würde es besser sein, als dieses 'Gespräch' heute am Rhein mit ihm.
Bei dem Gedanke lief mir ein Schauer über den Rücken. „Wovor hab ich denn Angst? Das wird, 'so als ob man eine Münze werfen würde.
Kopf: Er wird die Liebe nicht erwidern. Vielleicht würde er mich hassen oder diese Sache würde noch ewig zwischen uns stehen, bis daran auch die Freundschaft zu Grunde gehen würde.
Zahl: Er liebt mich auch und wir würden glücklich sein und auf einem Regenbogen in die Unendlichkeit reiten.", redete ich mir lautstark ein.
„Apropos Münze werfen." Ich holte aus meinem Portemonnaie ein Zweieurostück heraus, warf es mit geschlossen Augen in die Luft. Das Klirren, als es auf dem Boden aufkam, dann das Rollen, bis alles wieder verstummte. Blinzelnd öffnete ich wieder meine Augen, sie lokalisierten das Geldstück.
Wie hätte es auch anders sein können, lag dieses auf keine der beiden Seiten. „Klischee lässt grüßen.", brummte ich verstimmt. Bei näherer Betrachtung musste ich zugeben, dass die Zahlseite an das Tischbein gelehnt war und deshalb sah ich nur Kopf. „Tja Ardy, du musstest es ja unbedingt ausprobieren und jetzt siehst du ja, was du davon hast. Eindeutig Kopf - ein schlechtes Omen!"
Ich ließ es da liegen und begab mich in mein Bett. Vor dem Einschlafen stellte ich noch den Wecker auf 7 Uhr. Ja, das war zwar ziemlich früh, aber ich wollte halt einfach einmal in meinem Leben pünktlich sein. So ging ich also schon um 24:20 Uhr schlafen. Für meine Verhältnisse eindeutig zu früh, aber dann sah ich würde ich morgen wenigstens ausgeschlafen an die Sache rangehen.
Am nächsten Morgen raffte ich mich so früh, wie ich es vorhatte, aus dem Bett. Nach dem Duschen, Frühstück und dem anderen Kram, war es gerade mal halb 10. Was sollte ich mit der übrigen Zeit anstellen? Um ein paar Videos zu produzieren oder zu schneiden war ich zu aufgeregt, aber was solls. Ich fuhr einfach jetzt schon los und wäre eine Stunde früher da.
Die Tür ließ ich mit einem lauten Krach ins Schloss fallen, was natürlich gleich die ganze Wohnung erbeben ließ. Draußen an der Luft fuhr ich im mords tempo Richtung Rheinufer. Je eher ich da wäre, desto länger hätte ich Vorbereitungszeit und Ruhe.
Von weitem sah ich nur einen einzigen Menschen am Fluss lang wandern. Hin und her. Mal im Kreis mit den Händen zur Seite und mal die Hände hinter den Rücken.
Ich brauchte nicht genauer hinzusehen, um zu wissen, dass es sich bei dieser Person um Taddl handelte. Mein Herz machte Freudensprünge. Er konnte also auch nicht länger warten. Wie lange er da schon herumtigerte?
Er schien zu sprechen, denn sein Mund bewegte sich unentwegt. Leider konnte ich rein gar nichts verstehen. Darum ging ich näher an ihn heran und versteckte mich in einem Gebüsch.
„Ardy, ich weiß das klingt dumm, aber...nein anders. Ich hab mich kindisch benommen, eigentlich will ich doch nur, dass du..., nein wir glücklich sein können. Nee das klingt auch dumm. Da weiß' er doch bestimmt nicht mal, was ich ihm sagen will. Argh diese gottverdammte Scheiße! Wie schwer kann das denn sein die richtigen Sätze zu finden?!", schrie er und raufte sich x-Mal die Haare.
Er dachte sich also tatsächlich gerade aus, was er mir sagen wollte? Irgendwie war das ja ganz niedlich, aber aus diesen Satzfetzen konnte ich nichts deuten und oh Gott; ich war gerade der schlimmste Brudi aller Zeiten. Versteckt im Gebüsch saß ich hier und belauschte ihn dreist.
Taddl beugte sich nun zum Boden, nahm zwei Steine. In jeder Hand hielt er nun einen Stein. Er wägte sie ab. Mal hoch mal runter. War er jetzt unter die Waagen gegangen oder was?
„Du klärst jetzt alles auf, natürlich von Anfang bis zum Ende und das wäre positiv für uns, denk' ich mal..." Der hellere Stein war nun etwas höher. „Gleichzeitig könnte er das auch alles falsch verstehen und ich könnte niemals meine Gefühle so gut ausdrücken, dass er das sogar taub verstünde." Der dunklere sank ein Stück tiefer. „Das ist doch Schwachsinn, mit Steinen etwas abzuwägen!" Mit diesem Ruf schmiss er beide Steine ins Wasser, sank auf den Boden und schaltete sein Handy an.
„Was?! 42 Nachrichten von Ardy auf der Mailbox?! Naja, ich hab' ja noch ne gute Stunde Zeit."
„OH MEIN GOTT, OH MEIN GOTT! NEIN! HÖR' DIR DEN MIST NICHT AN!" Ohne nachzudenken lief ich auf ihn zu und riss ihm sein Handy vom Ohr weg. Er starrte ich total überrumpelt an: „Wa...warum bist du schon hier und von wo bist so schnell hergekommen?" Sein Gesicht zierte ein einziges Fragezeichen. Na super, sollte ich jetzt verraten, dass ich ihn belauscht hatte?!
„Ich...ähm...war zufällig grad in der....Gegend?" Mist, warum hörte sich das denn jetzt auch noch wie eine Frage an?
„Du hast mich belauscht, stimmt's?", stellte er beleidigt fest. „Brauchst dich nicht rauszureden. Ich hab's auch nicht anders verdient. Ich war das größte Arschloch überhaupt."
„Hä? Du hast nichts falsch gemacht, sondern ich. Erstens war ich zu feige, es dir zu gestehen und dann kämpfe ich nicht mal um dich." Ich nutze seine Verwirrung aus, um gleichzeitig diese ganzen Nachrichten allesamt zu löschen.
Taddl schüttelte nur betrübt seinen Kopf: „Nein, das kann man doch alles nachvollziehen, schließlich hatte ich auch Angst dir alles zu sagen. Schon vor der X-Man World Tour hatte ich das Gefühl bekommen, dass sich etwas zwischen uns verändert hatte. Ich empfand diesen Gefühlswechsel erst als positiv, später machte es mir ein wenig Angst. An dem Tag, als ich wieder zurück kam, wurde mir klar, dass da mehr war. Der Moment, als du mich in dein Bett getragen hattest. Ich..."
„Das...das hast du mitbekommen?!" Och nee, wie peinlich. Die Röte stieg mir ins Gesicht, doch Taddl ließ sich nicht beirren, sondern redete weiter:
„Ja, das war... einer der schönsten Momente." Ein schüchternes Lächeln zeichnete sich ab. „Aber dann bekam ich wieder diese Angst, dass sich alles ändert. An unsere Freundschaft hatte ich nicht gezweifelt, die würde alles überstehen. Nein, es sind die Dinge, die danach geschehen können. Fans, die uns haten würden, bis einer von uns beiden nachgebe und wenn ich den ganzen Fanfiktion Glauben schenken kann, wärst du der erste, der sich auf grauenvolle Weise das Leben genommen hätte. Ich hatte Albträume, Angstzustände und war nicht mehr ich selbst und gestern war dann der Tiefpunkt erreicht. Ich flüchtete förmlich zu Chan und er und Tense haben mir geholfen, damit ich dir hier und jetzt endlich alles erzähle." Taddl zitterte wie Espenlaub und stand kurz davor wie ein Schlosshund zu heulen.
Ich stand, mal wieder, nur dumm da. Das waren eindeutig gerade zu viele Informationen. „Heißt das jetzt er liebt mich auch oder nicht?" Sein Zittern hörte plötzlich auf und er nahm mich fest in den Arm. „Ja, er will damit sagen, dass er dich auch liebt.", hauchte er mir ins Ohr. Natürlich hatte ich mal wieder einen meiner Gedanken laut ausgesprochen, aber heute war ich einfach nur froh darüber.
Die einzigen Eindrücke, die ich noch wahrnahm, waren seine Lippen, sein Duft, seine weichen Haare, die zarten Wangen. Er gab mir all das mit nur einem Kuss. Wir sanken beide auf die Steine nieder, lagen küssend Arm in Arm.
Wie lange hatte ich darauf gewartet? So lange hatte ich mich nach ihm verzerrt. All die Nächte, Stunde um Stunde in mich hinein geweint und mit Essen die Leere gefüllt.
Das alles war mir nicht mehr wichtig. Nur das Hier und Jetzt mit MEINEM Taddl zählte und die doofe Münze hatte Unrecht!
„Taddl?"
„Ja, Ardylein?"
„Die Münze hatte Unrecht."
„Welche Münze?", er sah mich verwirrt an. „Erzähl' oder eher zeig' ich dir, wenn wir zu Hause sind." Ich küsste ihn einfach noch einmal, aber diesmal nur auf dir Stirn.
Ja, nun konnte unser Märchen beginnen.
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Sehnsucht nach ihm
FanfictionTaddl fährt mit Dominik (Die Filmfabrik) auf die x-Man World Tour. Ardy fühlt sich allein, aber schon bald kommt Dner aus der Karibik zurück. Wird ihm das Trost spenden? Wie stehen Dners Gefühle eigentlich zu Izzi und lässt er sich auf Ardy ein? Hau...
