Ron:
Die ganze Schule war in Aufruhr. Professor McGonagall hatte am Morgen ein Wettschwimmen im See angekündigt und alle Schüler würden mitmachen müssen. Ron suchte nun schon seit einer halben Stunde verzweifelt nach seiner Badehose, doch er fand sie einfach nicht.
„Wir suchen nach etwas Rosa-rotem", murmelte er vor sich hin und wühlte in seinem Koffer.
Da! Das war sie. Doch in Rons Magen breitete sich ein unbehagliches Gefühl aus. Die Badehose mit dem kleinen Stern darauf war ziemlich peinlich und ihn würde die ganze Schule sehen. Naja, wenigstens hatte er eine.
Nach dem Mittagessen gingen Harry, Ron und Hermine nach unten auf das Schlossgelände, die Badekleidung hatten sie unter der Kleidung und jeder trug ein Handtuch über der Schulter. Ron schauderte schon bei dem Gedanken, dass er jetzt gleich in den winterlich kalten See springen müsste.
Am See standen schon schätzungsweise 500 Schüler und unterhielten sich angeregt.
Die drei Gryffindors stellten sich dazu und warteten auf die Lehrer. Da kamen auch schon die vier Hauslehrer, angeführt von Professor McGonnagall, die mit todernster Miene voranschritt. Ron grinste. McGonagall nahm das Wettschwimmen vielleicht etwas zu ernst, in ihrem dunkelgrauen Gewand sah sie aus, als würde sie auf eine Beerdigung gehen. Dicht hinter ihr schlich in schwarzem Umhang Severus Snape, auf den Professor Sprout einredete. Ein Stück hinter den dreien rannte der kleine Professor Flitwick so schnell er konnte.
Da kam Hagrid aus seiner Hütte.
„Willkommen zum großen Wettschwimmen, Schüler", begann er und lächelte sie an. „Die Häuser werden gegeneinander antreten und das Haus, das die schnellsten Schwimmer hat, verdient sich ne Runde Butterbier."
Professor McGonagall hob ihr Megafon und fügte noch hinzu: „Ich muss wohl kaum betonen, dass ich einen fairen Wettkampf sehen möchte. Jetzt ziehen Sie alle Ihre Umhänge aus und stellen sich am Steg auf. Auf mein Signal geht es los."
Ron ließ seinen Umhang sinken und Harry und Hermine taten dasselbe. Harry sah in seiner schlichten, schwarzen Badehose natürlich wieder gut aus. Durch eine Lücke sah Ron, dass Draco Malfoys Badehose fast die gleiche Farbe wie seine eigene hatte, doch ihm stand das, während Ron wie ein Clown aussah. Als Ron sich wieder umdrehte, erblickte er Hermine. Sie sah atemberaubend aus. Ihre im Wind wehenden Haare fielen ihr locker über die Schultern und ihre Hüfte hatte einen eleganten Schwung. Ihr definierter Kiefer gab ihr einen fokussierten Ausdruck und ihr Bauch war straff und wirkte leicht trainiert, obwohl sich Ron sicher war, dass Hermine, so viel wie sie lernte, gar keine Zeit für sportliche Betätigung hatte.
„Los", ertönte Professor McGonagalls magisch verstärkte Stimme und Ron sprang ins Wasser. Er schnappte nach Luft. Es war so kalt, dass er fürchtete, schon nach ein paar Minuten zu erfrieren. Sie sollten zum anderen Ende des Sees schwimmen und Ron sah sich nach Harry um. Er sah ihn ein paar Meter neben sich und rief: „Harry, wollen wir zusammen schwimmen?"
Harry nickte und holte zu ihm auf. Weit vorne schwammen schon Angelina Johnson, Cedric Diggory und Draco Malfoy. Ron merkte, dass Harry seinen Blick nicht von Malfoy abwenden konnte und sagte: „Wir müssen Malfoy unbedingt überholen."
Harry nickte nur und legte einen Zahn zu. Da tauchte aus dem Wasser weiter vorne Hermine auf. Sie schwamm mit kräftigen Zügen und hatte Malfoy schon bald überholt. Dieser wollte sich das nicht gefallen lassen und die beiden lieferten sich ein Wettrennen. Wie konnte das sein? Warum war Hermine so schnell? Ron musste sie mal wieder bewundern. Sie war einfach perfekt. Ron sah zufrieden, wie Cedric, der sich gerade umgedreht hatte, erschrocken feststellte, dass Hermine drauf und dran war, auch ihn zu überholen.
„Hilfe!", ertönte da ein panischer Schrei. Ron fuhr herum und sah Ginny, wasserhustend und das Gesicht vor Schrecken verzerrt. Er schwamm schnell auf sie zu, doch noch viele Meter trennten sie. Plötzlich herrschte Aufruhr. Alle im Umkreis von Ginny wollten ihr helfen und schubsten sich gegenseitig weg.
Da ertönte eine Stimme: „Das geschieht dir so recht, du widerwärtige, kleine...."
Weiter kam Cho Chang nicht, denn Fred und George waren wie durch Zauberhand neben ihr aufgetaucht. George hielt Cho den Mund zu, während Fred versuchte, Ginny aus dem Wasser zu ziehen.
„Mein Fuß hängt in einer Teufelsschlinge fest", rief Ginny panisch und kämpfte, um über Wasser zu bleiben, doch sie wurde hinuntergezogen.
„George, schnell, hilf mir", brüllte Fred und zog mit aller Kraft an Ginnys Arm.
Gemeinsam schafften sie es nach ein paar Minuten, Ginny zu retten und schwammen mit ihr keuchend an Land. Ginny blieb regungslos auf dem Boden liegen.
Professor McGonagall (ihr Mund war schmäler als ein Einhornhaar) pfiff gellend in eine Pfeife und alle Schüler machten schleunigst, dass sie aus dem Wasser kamen. Aus den Nasenlöchern der strengen Hexe schienen Funken zu sprühen.
„Chang, hierher", sprach sie mit vor Wut zitternder Stimme.
Ron wunderte sich. Was konnte Cho denn dafür?
Cho trat vor und sah betreten zu Boden.
„Severus, geleiten Sie Miss Weasley umgehend in den Krankenflügel. Ich fürchte, sie schwebt in Lebensgefahr."
Rons Knie gaben unter ihm nach. Was, wenn Ginny sterben würde?
„Ich... ich wollte nicht", begann Cho, doch Professor McGonagall schnitt ihr barsch das Wort ab.
„Ich bin mehr als enttäuscht von Ihnen. Wie können Sie es wagen, eine Teufelsschlinge auf Miss Weasley loszulassen! Sie haben sie beinahe in den Tod geführt! Ich hoffe innigst, dass ich das Wort beinahe nicht korrigieren muss. Fünfzig Punkte Abzug für Ravenclaw."
Ron sah zu Harry und Hermine. Hermine trat einen Schritt auf ihn zu und legte ihren Kopf auf seine Brust. In einer anderen Situation würde sein Herz schneller schlagen, doch nun konnte er an nichts anderes, als an Ginny denken.
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Die Wette, die alles zerstörte?
FanfictionDrarry und Romione Das ist eine Geschichte, die abwechselnd aus der Sicht von Hermine, Ron, Harry und Draco spielt. (keine Ich-Form) Ron verliebt sich in Hermine, doch diese empfindet anfangs nichts für ihn. Als Blaise sich wegen einer Wette auch no...