- Percy POV -
Percy schlug die Decke zur Seite und rutschte langsam von seinem Bett.
Er nahm seine Probatio-Tafel ab und legte diese auf den Nachtschrank.
Dort war sie sicher gut aufgehoben.
Wenn er jetzt ging, dann würde er wohl ohnehin keine weitere Chance mehr haben, in dieses Camp zurückzukehren.
Sein Blick huschte kurz auf das zweite Bett in diesem Zimmer.
Frank lag dort und schlief. Der Gute rechnete nicht einmal damit, dass Percy in dieser Nacht auf irgendeine dumme Idee kommen könnte.
Der Sohn Neptuns fasste einen kleinen Rucksack, den er sich besorgt hatte und stopfte dort zwei weitere Paar Hosen und von diesen lila Shirts hinein.
Sein Kugelschreiberschwert befand sich in seiner Hose und mehr Besitztümer hatte er nicht.
Er lief also keinerlei Gefahr, irgendetwas vergessen zu haben.
Vorsichtig schlich er zur Tür und öffnete diese leise.
Liebend gerne hätte Percy sich an Hazel oder Frank gewandt, um sie um ihre Unterstützung zu bitten.
Er hatte jedoch davon abgesehen.
Die beiden waren derzeit seine einzigen Freunde und er wollte sie nicht in Schwierigkeiten bringen, egal ob sie diesem Plan zugesagt hätten oder nicht.
Als Frank sich in seinem Bett regte, hielt Percy kurz inne.
Er hielt die Luft an und wartete ab, sein Blick ruhte auf Frank. Er betete stumm dafür, dass der Junge jetzt nicht wach wurde.
Tatsächlich drehte sich der Sohn des Mars bloß auf die andere Seite und schlief weiter.
Glück gehabt.
Percy schob sich aus der Tür heraus und schloss diese anschließend, genauso leise, wieder hinter sich.
Vielleicht wäre es die klügere Entscheidung gewesen hier im Camp zu bleiben, in Sicherheit und unter Gleichgesinnten.
Doch, obwohl das alles hier ihm anderes weismachen wollte, fühlte er sich hier nicht zugehörig.
Was brachte ihm ein Leben in Sicherheit, wenn er im Gegenzug unwissend über sich und seine Herkunft bleiben würde? Das ließ ihm keine Ruhe und hier konnte er scheinbar keine Antworten finden.
Was brachte ihm ein Leben unter anderen Halbgöttern, wenn sein Freund Luke nicht unter ihnen war? Er vermisste ihn so sehr, obwohl er keine Erinnerungen an ihre Beziehung hatte, wusste er, dass dieser Junge sein fester Freund war und dass er ein schwarzes Loch in ihm zurückgelassen hatte.
Er konnte hier nicht bleiben, denn niemand schien ein großes Interesse daran zu haben, ihm zu helfen Antworten zu finden.
Wer war er und wo gehörte er hin?
Percy lief den Flur entlang zum Haupteingang, um die Kaserne der fünften Kohorte zu verlassen.
Niemand hielt ihn zurück, als er das Gemäuer verließ und im Freien halfen ihm seine Instinkte dabei den Blicken der Wachposten zu entgehen und das Innere des Camps zu verlassen.
Percy stand vor dem kleinen Tiber.
Hier war wohl schlussendlich die Grenze. Er presste die Lippen aufeinander und zögerte noch einen Augenblick.
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Sommersturm
FanfictionPercy wacht im Camp Jupiter auf und das Einzige, an das er sich erinnern kann sind sein Freund Luke & sein eigener Name. Er lernt unmittelbar Frank, Hazel, Reyna und Jason kennen und hat augenblicklich ein ausgeprägtes Rivalitätsgefühl Jason gegenüb...