Kapitel 5 – Mehlschlacht
Schon draußen auf der Straße kann man die köstliche Pizza riechen. Der Geruch nach frischer Steinofenpizza vermischt sich mit dem Rauch der glühenden Zigaretten und dem wundervoll angenehmen Duft nach Holzfeuer, der aus dem gegenüberliegenden Park herüberweht. An der Straße stehen einzelne Tische, die vollbesetzt sind, obwohl es im Oktober ja kalt ist. Die glimmenden Stängel lässig zwischen den Fingern, mit dem geleerten Glas vor sich und einem Lächeln auf den Lippen sitzen sie da und unterhalten sich angeregt. Eine berauschende Stimmung herrscht.
Enzo ist kurz stehen geblieben und unterhält sich mit einer der Bedienungen laut lachend. Ich höre im Hintergrund wie sie sich unterhalten und spähe herüber in den Park dem Annemirl-Bauer-Platz. Kleine Grüppchen haben sich um die Lagerfeuer gesammelt und lachen miteinander. Halbvolle Kästen Bier, die man mitgebracht hat, stehen auf der Wiese. Gitarrenklänge schweben herüber, wunderschön, aber nicht so leicht und beflügelnd wie die Melodien, die Andrew in der WG angestimmt hatte, als ich in der Küche stand und in Träumen gefangen war. Der Feuerschein beleuchtet ihre Gesichter, die nun in rotgoldenen Tönen schimmern.
Jemand zieht an meinem Blazerärmel. „Hm?“, verwirrt drehe ich mich um. In Gedanken bin ich immernoch im Park, sitze zwischen den Leuten, die meine Freunde sind, nippe hin und wieder an meinem Glas, singe ab und an mit, wenn der Gitarrist ein bekanntes Lied anstimmt und lehne mich hin und wieder gegen Michaels breite Schultern, dem hübschen Jungen, neben den ich sitze.
„Aufwachen!“, ruft Beth mir direkt ins Ohr, schnappt meinen Arm und zerrt mich zügig hinter sich her ins Caminetto. Ich blinzle ein, zwei mal und erblicke die WG-ler und Lorenzos Cousine, die schon längst Platz genommen haben. Zuzu winkt uns fröhlich zu. Sie sieht toll aus. Sie trägt ein kurzes dunkelblaues Kleid mit weißen Punkten, einen schwarzen Hut, schwarze Schnürstiefel und eine schwarzgerahmte Nerdbrille mit Fenstergläsern. Zuzu sieht großartig aus. Elisabeth und ich setzen uns zu ihnen an den großen Tisch, den Enzo heute Nachmittag schon reservieren lassen hat.
„Na wie war dein Shooting?“, ich grinse in Zuzus Richtung. Sie sieht einzigartig aus, doch das Strahlen, was ihre Mundwinkel umspielt, geht nicht auf ihre Augen über, die schauen bloß müde drein.
„Es war ziemlich hart. Ich glaube ich schmeiß es wirklich bald hin, es nervt einfach nur noch, dieses ständige Kalorienzählen und die Zickereien bei den Shootings und Castings“, sie verdreht die Augen.
„Hm... Ja du hast recht“, sage ich und glücklicherweiße kommt die Bedienung, denn Zuzu schneint nicht so stolz auf ihren Job zu sein, auch wenn viele Teenies und Jugendliche von einer Karriere im Modelbusiness träumen und alles dafür geben, so eine scheint die 21-Jährige nicht zu sein. Warum sie dann überhaupt Model geworden ist, ist mir daher ein Rätsel. Ich bekomme eine Speisekarte in die Hand gedrückt. Die Bedienung zündet noch unsere Kerze an und verschwindet schließlich.
„Na Enzo, kannst du uns irgendetwas empfehlen?“, neckt Alessia ihren Cousin mit einem kecken Lächeln.
„Ja ähm! Ich kann euch leider nichts versprechen, da ich, der beste Pizzabäcker, nicht im Dienst bin“, Lorenzo grinst schelmisch in die Runde und wir lachen laut auf.
„Also ich hab mal gehört, dass die Pizza hier genial schmeckt“, grinst Elisabeth und fügt mit triumphierendem Lächeln an Enzo gewandt, fort: „Vor allem wenn Lorenzo nicht im Dienst ist und die Pizzen anbrennen lässt!“ Beth´ verschiedenfarbige Augen blitzen auf und ihre gezupften Brauen zucken auffordernd.
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Mitten in Berlin *on hold*
RomanceKlappentext: Pünktlich zu Mimis 19. Geburtstag zieht sie in eine WG nach Berlin. Mit Berlin verbindet sie ihre glückliche Kindheit, doch durch einen Schicksalsschlag musste sie mit 16 Jahren aufs Land zu ihrer leiblichen Mutter ziehen. Die WG ist to...