In einer kleinen Bar in einer kleinen Stadt saß eine junge Frau am Tresen, ihr braunes Haar hatte sie zu einem Zopf gebunden. Ihre Kleidung erinnerte an eine Bibliothekarin, Jeans mit einem schlichten weißen T-Shirt mit Blumendruck. Darüber trug sie eine graue Strickjacke, die mit goldenem Garn durchzogen war. An ihrem Handgelenk saß ein kleiner Tattoowirter blau-grüner Schmetterling. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass es sich um ein ganz gewöhnliches Tattoo handelte. Doch wenn man ganz genau hinsah, bemerkte man, dass der Schmetterling, im Takt ihrer Atmung, sachte mit den Flügeln schlug. Genüsslich nahm sie einen Schluck ihres Drinks, von hinten legte sich ein Arm um ihre Taille und sie verdrehte die Augen. Sie war hier hergekommen, um einen entspannten Abend zu haben und nun das. “Hi Schätzchen, wie gehts denn so? Biste alleine hier?” Sie drehte sich mit einem genervten seufzen zu dem Typen um “ Ja! Zufälligerweise bin ich alleine hier und ich möchte, dass das so bleibt!”
Sie griff nach ihrem Glas und trank es in einem Zug leer und entwand sich aus seinem Arm. Doch er ließ sich nicht so leicht vertreiben, wie sie sich das erhofft hatte. Der Schmetterling schlug immer stärker mit seinen Flügeln und sie spürte die Wärme von ihm ausgehen. Sie versuchte ruhig zu bleiben, eine Schlägerei wollte sie heute Abend nicht anfangen. “Komm schon kleines, sei nicht so.” Sein Atem stank nach Alkohol, er griff nach ihrem Arm als sie weggehen wollte. Auf ihrem Handgelenk saß jetzt kein süßer Schmetterling mehr. Inzwischen saß dort ein Falke in den verschiedensten Brauntönen und dann holte die junge Frau aus und schlug ihm mitten ins Gesicht. Er schrie auf, taumelte zurück und hielt sich seine blutende Nase. Die Nase war nicht gebrochen. “Ich habe dir gesagt, ich habe kein Interesse.” Ihre Stimme war lauter geworden und sie bemühte sich tief ein und auszuatmen. “Du dummes Miststück! Ich mach’ dich fertig!” schrie durch die Bar und einige Köpfe drehten sich zu ihnen um. Er ging auf sie zu und holte aus, doch seine Sinne waren vom Alkohol so vernebelt, dass er sie verfehlte und einen Mann um die sechzig traf. Dieser stöhnte kurz vor Schmerz und schlug sofort zurück.
Jetzt gab es also doch noch eine Schlagerei und die ganze Bar war beteiligt. Das Tattoo unter ihrer Haut glühte und wechselte den Platz, es saß nicht mehr an ihrem Handgelenk, sondern wanderte Stück für Stück rauf zu ihrer Schulter. Sie bahnte sich ihren Weg zur Tür und wich fliegenden Stühlen und Fäusten aus. Überall wurden wüste Beleidigungen geschrien, manche lagen stöhnend in der Ecke. Auf dem Boden lagen Glasscherben und Holzstücke und sie musste aufpassen, dass sie sich nicht verletzte. Mit nur leichten Schnitten schaffte sie es, sich nach draußen zu kämpfen. Aus dem Falken war nun ein Drache geworden, der in allen Farben des Regenbogens schimmerte. Seine Pupillen bewegten sich, als würde er weiter nach Feinden suchen.
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Fantasy One Shots
FantasyWie am Titel unschwer zu erkennen ist, ist dies ein One Shots Buch für Fantasy Leser. Hier werden Kleine und Größere One Shots und Kurzgeschichten erscheinen.
