How far will you go?

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Fallen Angel saß mit Lynx, River und Panther im Briefing-Raum, der an eine futuristische Kommandozentrale erinnerte, komplett mit einem runden Tisch, der fast so groß war, dass er wie etwas aus einem Sternzerstörer im „Star Wars"-Universum wirkte. Rund um diesen Tisch waren 15 Stühle gestellt, nummeriert von 1 bis 15. Doch die leere Nummer 15 stach hervor, und der Anblick ließ alle im Raum schweigen.

Es war der Platz von Ozelot.

„Er hätte hier sein sollen", murmelte River mit einem Ton in der Stimme, der alles sagte. Sie saß reglos auf ihrem Stuhl, die Hände zu Fäusten geballt, ihre Augen auf die leere Nummer 15 gerichtet. Ihre Wut war spürbar, aber auch das Gefühl der Hilflosigkeit. Sie wusste, dass ihre Missionen weitergingen, doch die Entführung von Ozelot hinterließ eine klaffende Lücke im Team.

Fallen Angel saß ruhig da, die Augen auf den Tisch gerichtet, seine Gedanken verloren. Als MTF-Overseer und Vize wusste er, dass Entscheidungen wie diese notwendig waren – aber das machte es nicht leichter, sie zu treffen. Er hatte die Verantwortung für das Team übernommen, und das bedeutete, dass er nicht nur für die Mission, sondern auch für das Wohl jedes einzelnen Soldaten verantwortlich war. Besonders für Ozelot, der ein ganz anderer Typ war. Geheimniskrämerisch, ein Einzelgänger, doch immer zuverlässig. Ein herausragender Kämpfer, der alles tat, um seine Teamkameraden zu beschützen. Jetzt war er verschwunden.

„Es tut mir leid, aber wir müssen uns weiter auf die nächste Mission konzentrieren", sagte Fallen Angel schließlich und brach das Schweigen. Seine Stimme war ruhig, fast zu ruhig. „Unsere Aufgaben sind klar: Wir haben das SCP-Objekt zu sichern. Wir können keine Zeit verlieren."

„Aber Ozelot..." River begann, aber Panther unterbrach sie mit einem Blick, der mehr sagte als jedes Wort.

„Wir werden ihn finden", sagte Panther mit einer schroffen Entschlossenheit. Ihre Stimme war fest, aber die Härte in ihr konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch sie mit sich selbst rang. Ozelot hatte etwas an sich, das selbst sie nie ganz durchschaut hatte. Er war ein Einzelgänger, ja, doch in gewisser Weise war er für das Team unverzichtbar gewesen – nicht nur als Spezialist, sondern auch als eine Art emotionaler Anker.

„Haben wir irgendwelche neuen Informationen?" fragte Lynx, der neben Fallen Angel saß und die Situation mit ruhigem Blick beobachtete. Als der Kommandant der MTF Samsara-One war er es gewohnt, Entscheidungen zu treffen, doch die gegenwärtige Lage war eine andere. Sie hatten sich nie als „Familie" bezeichnet, aber jeder wusste, dass diese Gruppe mehr als nur Kollegen waren.

„Noch keine", antwortete Fallen Angel, seine Stirn leicht gerunzelt. „Die Feinde haben Ozelot entführt, aber wir haben wenig Hinweise darauf, wo er sich aufhält. Unsere Priorität liegt bei der neuen Mission."

„Und was ist mit den Feinden? Was ist mit dem SCP-Objekt?" fragte River, ihre Stimme nach wie vor von Zorn und Unsicherheit geprägt. Sie wusste, dass sie weitermachen mussten, aber die Fragen über Ozelots Schicksal hielten sie in einem ständigen inneren Konflikt gefangen.

„Das SCP-Objekt befindet sich in den Händen einer feindlichen Organisation, zumindest vermuten wir das", erklärte Fallen Angel. „Wir haben Informationen erhalten, dass diese Gruppe versuchte, das Objekt zu aktivieren. Es handelt sich um ein sehr gefährliches Exemplar – etwas, das noch nie in den Händen von Unbefugten gewesen ist."

„Und wie viel Zeit haben wir?" fragte Panther, ihre Stimme nachdenklich, fast abwesend. „Das Objekt zu sichern, während wir nach Ozelot suchen – das wird kaum zu beidem führen."

„Das ist der Preis, den wir zahlen müssen", sagte Fallen Angel ruhig, ohne sich von der Situation ablenken zu lassen. „Die Foundation wird den nächsten Schritt koordinieren, aber wir müssen sicherstellen, dass das SCP-Objekt nicht in falsche Hände gerät. Wir übernehmen die Kontrolle über das Objekt, bevor es zu einem noch größeren Problem wird."

In diesem Moment stieß Missouri zur Gruppe. Ihre sanften Augen huschten über den Raum, und für einen Moment war der Blick, den sie auf den Stuhl bei der Nummer 15 warf, von etwas anderem geprägt. Etwas, das sie schon längst nicht mehr verbergen konnte: Sorge. Besorgnis. Und vielleicht auch Trauer, die sie versuchte zu verbergen.

„Ich... ich wollte nach Ozelot fragen", sagte sie leise, ihre Stimme fast ein Flüstern. „Haben wir Neuigkeiten?"

Die Gruppe reagierte darauf, als hätten sie schon längst gewusst, dass diese Frage kommen würde. Missouri war die medizinische Spezialistin des Teams – und sie hatte eine tiefere Verbindung zu Ozelot als alle anderen, bis auf Raptor vielleicht. Niemand hatte es ausgesprochen, aber es war offensichtlich, dass sie mehr für ihn empfand als nur kollegiale Zuneigung. Und das machte die Situation für sie umso schmerzhafter.

Fallen Angel sah sie an, und in seinen Augen konnte man eine Mischung aus Verständnis und Mitgefühl erkennen. Er wusste, dass Missouri nicht nur als Ärztin, sondern auch als Mensch mit dieser Situation zu kämpfen hatte.

„Noch immer keine Neuigkeiten", antwortete er ruhig. „Wir werden ihn finden, Missouri. Aber für jetzt müssen wir uns auf die Mission konzentrieren."

Missouri nickte langsam, doch ihre Augen verrieten mehr, als sie sagen konnte. Ihr Blick fiel wieder auf die leere Nummer 15, und für einen Moment schien es, als könnte sie die ganze Welt um sich herum vergessen. Vielleicht war es der Verlust von Ozelot, vielleicht aber auch die Tatsache, dass sie sich in einer Position befand, in der sie eine Entscheidung treffen musste – eine Entscheidung, die sie nie wollte. Doch die Realität verlangte es von ihr.

„Was passiert, wenn wir das SCP-Objekt nicht rechtzeitig sichern?" fragte River, die langsam aus ihren Gedanken aufschreckte.

„Dann werden wir es mit den Konsequenzen zu tun haben", antwortete Fallen Angel. „Wir werden keine Fehler machen. Das SCP-Objekt muss in Sicherheit gebracht werden – und wir haben keine Zeit zu verlieren."

„Also weiter nach vorne", sagte Panther, ihre Haltung war entschlossen, doch es war klar, dass der Verlust von Ozelot auch in ihr eine Veränderung hinterließ. Doch sie hatte gelernt, sich nicht von Emotionen leiten zu lassen. Dies war der Job. Ihre Mission.

„Weiter nach vorne", wiederholte Fallen Angel leise. „Wir arbeiten schnell. Wir haben nur ein kleines Zeit Fenster, bevor die Situation noch gefährlicher wird."

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