Ich zähle die Tage,
bis ich weniger bin,
bis die Welt mich
nicht mehr tragen muss,
bis ich diese Last
nicht mehr spüre,
die mich einhüllt,
wie eine Decke aus Blei.
Diese Decke,
die mich immer umgibt,
sich an mich schmiegt,
mich drückt,
mich hält,
mich sinken lässt.
Sie ist da,
selbst wenn ich renne,
selbst wenn ich fliehe.
Ich will doch nur
schwere-los sein,
so leicht,
dass nichts mehr von mir bleibt,
so leicht,
dass die Welt mich vergisst.
Keine Spuren,
keine Schritte,
kein Raum,
den ich einnehme,
kein Gewicht,
das ich zurücklasse.
Ich will weniger sein,
weniger von allem,
weniger von mir,
weniger dieser Stimme,
die sagt, ich bin zu viel,
zu laut,
zu schwer,
zu falsch.
Vielleicht,
wenn ich weniger werde,
wird auch die Schwere weniger.
Vielleicht,
wenn ich schrumpfe,
wird die Decke dünner,
wird der Druck leichter,
wird das Atmen einfacher.
Weniger sein.
So wenig,
dass ich niemandem fehle,
so wenig,
dass selbst die Zeit mich vergisst.
Ich träume davon,
mich aufzulösen,
wie Nebel am Morgen,
der vergeht,
bevor ihn jemand sieht.
Ich träume davon,
zu fliegen,
so leicht,
dass die Welt mich nicht spürt.
Aber diese Decke bleibt,
hüllt mich ein,
schwarz und schwer,
wie ein stummer Schatten.
Du bist zu viel.
Zu laut.
Zu falsch.
Und ich zähle weiter.
Die Tage,
die Schritte,
die Momente,
bis ich endlich
weniger bin.
Bis ich schwere-los bin.
Bis ich frei bin.
Oder gar nichts mehr.
(2024)
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Love in the longest Night
PoesíaKopfPoesie - das Flüstern der Gedanken, das zwischen den Zeilen schwebt. Wo Worte zu Bildern werden, die das Auge nicht sieht, doch die Seele berühren. Poesie - das Unsichtbare, das im Kopf entsteht und sich in der Stille entfaltet, ein Tanz der Spr...
