Distrikt 6: Jackson Mearth

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Meine Geschichte ist nicht lang, man könnte sagen sie ist kurz, denn ich werde mit 16 sterben. Ich werde in den 74.Hungerspielen von einem meiner Mittribute umgebracht. Ich komme aus Distrikt 6. Wir sind zuständig für den Transport in Panem. Ich will euch meine Zeit vor meinem Tod erzählen. Die kurze Zeit vor meinen Tod. Was ich gefühlt habe, was meine Eindrücke zu dem Tod waren.

Ach Mann! Warum muss diese Scheiße immer mir passieren? Zuerst macht meine Freundin, mit der ich übrigens 1 Jahr zusammen war, mit mir Schluss. Jetzt muss ich auch noch in die 74.Hungerspiele als männlicher Tribut für Distrikt 6. Ich glaube ich habe schon bei der Ernte mit meinem Leben abgeschlossen, denn ich habe absolut keine Chance.

Alle anderen versuchen mir immer einzureden, ich hätte eine Chance. Aber das ist eine Lüge und es bringt überhaupt nichts sich einzureden, dass man eine hätte. Mann hat doch nur noch mehr Angst vor dem Tod.

Das schlimmste für mich ist aber nicht der Tod, sondern das ich Menschen in Trauer zurücklasse. Meine Familie, meine Freunde, vielleicht auch meine Klassenkameraden. Cathy aus meiner Klasse ist meine Mittributin. Sie denkt, ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass sie einen Tumor im Kopf hat. Sie weiß ebenfalls, dass sie diese Spiele nicht überleben wird. Genau wie ich. Wir werden zwei von vielen sein, die in diesen Spielen ihr Leben lassen. Wir sind nicht stark genug. Wir sind zum Sterben verdammt.

Vielleicht sollte ich aufgeregt im Raum auf und ab rennen oder voller Angst an der Wand zusammen zu sacken, aber ich kann nicht. Erstens wäre es eine Schande für meinen Stolz und zweitens spüre ich seit drei Tagen gar nichts mehr. Keine Schmerz, Angst oder Trauer. Ich habe auch gar nichts gespürt, als der Junge aus 2 mir gedroht hat mich in der Arena als erstes umzubringen. Ja, innerlich habe ich schon aufgegeben. Innerlich bin ich schon tot.

Die letzten Tage im Kapitol haben mir gezeigt, dass nicht alles gilt ist was glänzt. Für die Zuschauer wird es zwar so hingestellt, aber in echt ist es eine Lüge. Das ganze Kapitol ist eine Lüge. Ich weiß nicht was so toll daran ist, Kindern beim Sterben zuzuschauen.

Jedes Mal wenn bei uns Zuhause die Hungerspiele gelaufen sind, bin ich weglaufen. Ich bin immer zu meinem Lieblingsplatz. Ein leerer Wachturm an den Schienen, die in Richtung Distrikt 8 führen.

Die Leute im Kapitol sagen, wir würden nicht gerne verreisen, aber viele von uns würden gerne die anderen Distrikte näher kennen lernen. Wie es dort aussieht, wie sie dort arbeiten oder wie anders die Menschen dort sind.

Ich gehe zu dem Buffet mit dem Essen und esse zum letzten Mal ein Brot, trinke zu letzten Mal Wasser und bereite mich innerlich schon Mal auf die Schmerzen, die mich erwarten, vor. Durch was werde ich wohl getötet? Durch einen Speer, ein Schwert? Durch eines der Messer, dass das Messermädchen aus Distrikt 2 werfen wird? Durch einen Pfeil des wunderschönen Mädchens aus Distrikt 1? Oder durch die bloße Hand des Jungen aus Distrikt 11? Ich habe keine Ahnung, aber sterben werde ich sicher.

Zuhause meinen viele Menschen, ich hätte ein Poker Face. Ich bin gut darin meine Gefühle zu verbergen, weshalb viele meinen ich hätte keine Gefühle. Sie haben wahrscheinlich Recht. Seit Jahren fühle ich eigentlich nicht mehr viel. Vielleicht liegt es am Tod meiner kleinen Schwester Julia. Sie war erst 12 Jahre alt, als sie starb. Das war 3 Jahren. Sie wurde von einem Zug überfahren. Sie war mein ein und alles und als sie von uns gehe musste, nahm sie mein Herz mit. Für immer. Seitdem bin so was wie gefühlslos.

Eine Computerstimme teilt mir mit, dass ich mich in 5 Minuten auf die Plattform in dem Glaszylinder stellen soll. Aber was wirklich scheiße ist, dass ich mit Clove aus Distrikt 2 was hatte.

Flashback:

Äußerlich bin ich ruhig, innerlich brodle ich vor Wut. Ich könnte schreien, aber ich habe mich unter Kontrolle. Was fällt diesem beschissenen Karriero ein? Ich habe doch gar nicht sein Messer gestohlen. Dann droht er mir mich zuerst umzubringen, wenn wir in der Arena sind. Als ob ich Angst vor dem Tod habe, wo ich doch schon längst mit meinem Leben abgeschlossen habe.

Dead HeartsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt