Kapitel 10

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Kapitel 10


Es war Hermine nicht leicht gefallen, bis Samstag zu warten. Ginny hatte ihr immer wieder erzählt, das sie sich wie immer verhalten sollte, um nicht aufzufallen. Denn, auch wenn Malfoy wusste, das sie Informationen von ihm wollte, wollte sie es nicht zu auffällig halten und er sollte schon gar nicht erfahren, dass sie von der Wette wusste. Wäre die Brünette plötzlich zu freundlich, würde der Slytherin merken, dass mehr dahintersteckte. Obwohl er ja eigentlich schon wusste, dass sie etwas über die Kette herausfinden wollte. Aber Malfoy sollte eben nicht wissen, dass er der Auslöser der Reaktionen war.

Pünktlich um 14 Uhr stand Hermine jetzt in der Eingangshalle und schaute sich suchend um. Da sie Malfoy durchaus als pünktlich eingeschätzt hatte, war sie etwas überrascht, das er sie warten ließ. Ob der Slytherin sie versetzen würde? Nein, er wollte ja die Wette gewinnen. Dann wurde ihre Kette endlich warm und erleichtert schaute die Brünette in seine Richtung, als er auf sie zukam und kurz darauf grinsend vor ihr stand.

»Na, wollen wir?«, der Blonde grinste sie an und hielt ihr einen Arm hin, wo sich die Gryffindor unterhaken sollte. Skeptisch schaute sie darauf. Unsicher schob sie ihren Arm durch die ihr dargebotene Öffnung und schaute zu ihm hinauf. Er lächelte sie einfach nur an. Entweder konnte Malfoy sehr gut schauspielern oder dieses Lächeln war ernst gemeint.

»Ich habe mir ja überlegt, dass wir nach Paris oder Venedig apparieren könnten«, er unterbrach sich selbst und Hermine spürte seinen abschätzenden Blick auf sich.

»Ich würde nicht mit dir Seit-an-Seit apparieren«, beendete sie dann seinen Satz.

»Genau vor diesem Problem stand ich auch, deswegen werden wir jetzt einfach nur ganz klassisch nach Hogsmeade gehen«, sagte Malfoy und lachte kurz auf. Im Anschluss daran ging er los und passte sich Hermines Schritttempo an. Er fing an etwas zu erzählen, aber Hermine hörte ihm nur mit einem Ohr zu. Viel zu sehr hatte sich die heiße Kette, um ihren Hals, in ihren Kopf gebrannt. Ihr war mehr als warm und dort wo sie Malfoys Arm berührte, schien ihre Haut zu brennen. Sofort schaute sie zu der Stelle und stellte fest, dass sie seine nackte Haut am Ärmel leicht streifte. Reagierte die Kette vielleicht nur bei Hautkontakt so stark?

»Hörst du mir überhaupt zu?« Malfoy blieb stehen und riss Hermine aus dem Schrittrhythmus.

»Sorry, ich war in Gedanken.« Hermine biss sich auf die Lippe und musste sich zusammenreißen, um Malfoy nicht anzuschmachten. Sie verhielt sich gerade ganz und gar nicht normal! Das war nicht ihre Art! Wenn sie diese Kette nicht tragen würde, dann hätte sie diese Gedanken definitiv nicht!

»Du bist süß«, hörte sie ihn dann und er legte seinen Arm um ihre Schulter. Diesmal musste sie ihm ins Gesicht schauen und entdeckte ein zufriedenes Lächeln auf seinen Lippen. Gefiel es ihm etwa das er sie so offensichtlich aus dem Konzept brachte? Oder machte er ihr Komplimente um sie möglichst schnell ins Bett zu bekommen? Hermine räusperte sich und bückte sich unter seinem Arm hindurch.

»Okay kommen wir zum Wesentlichen, was weißt du über die Kette?«, fragte sie dann energisch.

Er schaute sie kurz ziemlich perplex an, bis er seine Gesichtszüge wieder unter Kontrolle hatte.

»Nun, wenn ich es dir jetzt alles sagen würde, dann wärst du doch schneller verschwunden, als ich Hogwarts sagen könnte.«

Hermine lachte kurz auf, wenn er wüsste! Fast gedankenverloren griff sie zu dem Anhänger um ihren Hals und spürte die pulsierende Hitze. Es kam ihr so vor, als würde sie immer heißer werden, je öfter sie in seiner Nähe war.

»Dann beweis mir wenigstens, dass du etwas weißt!« Konzentrierte sie sich wieder auf das Wesentliche, als er sie nur fragend anschaute. Sein Blick wanderte auf die Kette und er befeuchtete seine Lippen. Peinlich berührt schaute Hermine weg und spürte, wie ihre Wangen nur noch heißer wurden. Ihr war viel zu warm!

»Ich kann es dir beweisen«, raunte er und trat näher zu ihr. Hermine musste zu ihm aufschauen. Ihre Blicke trafen sich, bis er zu dem Kettenanhänger auf ihrem Dekolleté schaute.

»Wenn ich Recht mit meiner Theorie habe, dann würde ich mich verbrennen, wenn ich den Anhänger berühre«, sagte er dann so leise, dass sie mühe hatte, ihn zu verstehen. Sein Blick hob sich wieder zu ihren Augen.

»Möchtest du, dass ich es ausprobiere?« seine Stimme jagte ihr eine Gänsehaut über den Rücken.

Als die Brünette nichts erwiderte, weil sie einfach nichts rausbrachte, bewegte sich seine rechte Hand langsam zu ihrem Kettenanhänger, als wenn er ihr die Chance geben würde, ihn aufzuhalten. Aber sie konnte es nicht, viel zu fasziniert starrte sie auf seine Finger. Würde die Kette ihn wirklich verletzen? Sie merkte gar nicht, dass sie ihre Luft anhielt.

Dann berührten seine Fingerkuppen den Anhänger und sie zuckten sofort zurück. Er stieß keuchend Luft aus und Hermine konnte verbranntes Fleisch riechen. Geschockt schaute sie in sein Gesicht, welches schmerzverzerrt war.

Hermine schluckte und nahm seine Hand. Sie drehte die Handfläche nach oben und konnte schon mehrere Brandblasen erkennen, die sich gebildet hatten. Schnell zog sie ihren Zauberstab und heilte die Wunden. Erst dann wurde ihr richtig bewusst, dass sie gerade seine Hand hielt.

Als sich ihre Blicke wieder trafen, grinste er.

»Sieht aus, als hätte ich Recht«, sagte er schon wieder in seinem süffisanten Tonfall und drückte ihre Hand.

»Die Details erfährst du aber erst am Ende des Dates.«


Mysterious NecklaceWo Geschichten leben. Entdecke jetzt