..~Unter Kontrolle~..

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.....Prudence.....

Mein Herz hüpft fast aus meiner Brust vor Schreck. Diese Stimme lässt mich erstarren und Angst breitet sich in mir aus. "Keine Angst mein Käferchen, ich werde dir nichts tun" erklingt seine Stimme dunkel und rau hinter mir. Ich bin gänzlich unbewaffnet, sollte es zu einem Kampf kommen, bin ich ihm unterlegen. Langsam drehe ich mich herum, halte die Unterlagen hinter meinem Rücken versteckt.

Er ist ganz in schwarz gekleidet, der verletzte Arm wird von seinem Mantel überdeckt. Ich schaue in seine blauen Augen, die mich eindringlich beobachten. Ein glühender Schimmer liegt in ihnen. Wenn man ihn so betrachtet, würde man nicht daran denken einen gefährlichen Vampir vor sich zu haben. Ruhig stehe ich ihm gegenüber. In meinem Kopf rattern meine Gedanken umher, verschiedene Szenarien kommen mir in den Sinn. Was hat er jetzt vor?

Er grinst leicht. "Ich sagte doch keine Angst. Dein Puls überschlägt sich ja fast. Ich bin nicht hier um dich zu töten. Du weißt ich könnte es ohne mit der Wimper zu zucken, aber das ist nicht mein Anliegen". Mit zusammengekniffenen Augen starre ich ihn an. "Was willst du dann von mir? Und komme mir nicht mit dem Palila mist, das kann ich nicht mehr hören" zische ich unbedacht. Überrascht hebt er seine Augenbrauen "Dein Mundwerk ist mutiger als dein Körper. Du kommst um vor Angst, aber redest wie ein Bauernlümmel".

Lachend tritt er näher an mich heran. Urplötzlich hält er inne und er zieht die Luft scharf ein. "Wer bist du? Dein Geruch ist dem ihren gleich. Dein Gesicht ist wie ein Spiegel und deine Augen zeigen mir dasselbe. Warum konntest du aus meiner Kontrolle entkommen"? Seine Stimme klingt weich und samtig in meinen Ohren. Mit der rechten Hand streicht er mir über meine Wange. Es fühlt sich keineswegs schlecht oder gar böse an.

"Wie ist dein Name" hallt es in meinem Kopf. Er redet zu mir, ohne das er seine Worte tatsächlich ausspricht. Mein Körper fühlt sich plötzlich so schwerelos an, als würde ich schweben. "Prudence" kommt es leise aus meinem Mund. Ich schaue in seine blauen Augen, sie funkeln wie ein Meer aus tausend Sternen. Er lächelt und kommt immer näher. Sein Gesicht berührt meines. "Ein schöner Name. Sag Prudence, haben dir die Wölfe erzählt das ich ein grässlicher Dämon bin"? Mein Kopf nickt automatisch. Ich verliere mich in seinen Augen, die mir so nah sind. Mein Verstand ist taub. Meine Gefühle dringen nach außen.

Ein leichtes kehliges lachen umhüllt mich "Das bin ich auch. Aber wenn du mit mir kommst, dann verspreche ich dir, das ich mich ändere. Für dich würde ich alles tun". Im gleichen Moment spüre ich seine weichen Lippen auf meinen. Elektrisierende Stöße sendet mein empfindlicher Körper aus. Seine Lippen liebkosen mich, necken mich und dringen in meine Seele. Ich will von ihm gehalten werden. Er soll nicht aufhören. Mein Körper schmiegt sich an seinen. Unter meinen Händen spüre ich seine stark ausgeprägten Muskeln. In mir kribbelt es unaufhaltsam. Seine Berührungen nehmen mich in Besitz. Ich will es so sehr.

"Prudence, Prudence".

Aus meinem Inneren heraus ertönt diese leise Stimme. Wer redet nur mit mir?

"Prudence, du kannst dich gegen ihn wehren. Er darf deinen Geist nicht kontrollieren. Gemeinsam können wir ihm widerstehen".

Nein, das will ich nicht. Ich will ganz ihm gehören. Seine Berührungen prickeln überall auf mir. Seine Lippen bringen mich um meinen Verstand. Ich will ganz ihm gehören. In mir herrscht so eine wohlige Ruhe. Leichter Nebel durchflutet mich. "Komme mit mir" ertönt seine Stimme.

Ein blaues Licht erstrahlt in mir und durchbricht meinen Verstand mit Wärme. Plötzlich fühle ich wieder Angst. Nicht nur das auch große Abscheu. Der Nebel lichtet sich, mein Verstand wird klarer. Ich reiße meine Augen auf, spüre seine Hand überall an mir. Ein Schauer befällt mich, ich beiße ihn und instinktiv stoße ich ihn von mir. "Gehe weg von mir" kreische ich laut.

Blue Eyes Under The MoonlightWo Geschichten leben. Entdecke jetzt