Nachdem wir aufgegessen und die Küche wieder aufgeräumt hatten, hatte Alex seine Latein Sachen geholt und versuchte nun schon mir seit eineinhalb Stunden vergeblich zu erklären, wie ich mich in diesem Durcheinander eines Textes zurechtfinden sollte.
Mittlerweile schwand seine Hoffnung immer mehr und er raufte sich ratlos die Haare.
"Okay, was ist jetzt das Akkusativobjekt in diesem Satz?", fragte er und blickte mich hoffnungsvoll an.
"Ähm, eam rem?", fragte ich mehr als ich sagte, da ich keine Ahnung hatte.
"Dios mío!", rief er und vergrub sein Gesicht verzweifelt in seine Händen.
"Du hattest eine Chance von 50% und hast trotzdem die falsche genommen.", murmelte er verzweifelt zwischen seinen Fingern.
"Sorry.", entschuldigte ich mich bei ihm.
"Du brauchst wirklich ganz dringend Hilfe in Latein. Es gibt kaum jemanden der so talentlos ist wie du.", stellte Alex fest.
"Also so talentlos bin ich auch nicht.", empörte ich mich und versuchte das letzte Rest Ehre, das noch übrig war zu verteidigen.
Mit einem fassungslosen Seitenblick brachte er mich zum schweigen.
"Wieso kannst du eigentlich so gut Latein?", fragte ich ihn um von meiner Blamage und der Talentlosigkeit abzulenken.
"Ich spreche fließend Spanisch. Die Sprachen sind sich ziemlich ähnlich.", klärte er mich in kurzen Sätzen auf.
"Ich glaube, dass reicht für heute.", erlöste mich der Spanier von meinem Leid.
"Gott sei Dank!", seufzte ich.
Mein Hirn war Matsche und meine Konzentration restlos ausgeschöpft.
Ich ließ meinen Kopf auf den Tisch fallen.
"Pack deine Sachen zusammen, ich bring dich nachhause.", dieser Satz ließ mich meine kopf von der Tischplatte Aufsehen.
Ich schenkte Alex einen skeptischen Blick.
"Ich kann auch alleine nachhause gehen."
"Nicht aus dieser Gegend.", antwortete er kopfschüttelnd mit ernsten Gesichtsausdruck.
"Na los.", forderte er mich nochmals auf, als er bemerkte, dass ich ihn noch immer anstarrte.
"Meine Brüder?", setzte ich ihn über meine Sorge in Kenntnis.
"Ich bin schon nicht so blöd und lass dich direkt vor der Haustür ab.", blickte er mich spöttisch an.
Seine gefühllosen Augen blickten mich kalt und erwartungsvoll an.
Mit einem seufzen erhob ich mich von dem Küchenstuhl auf dem ich bis vor kurzem noch gesessen hatte und folgte Alex durch den kurzen Flur.
Alex nahm seine Lederjacke von Harken, während ich meine Schuhe wieder anzog.
Auch Alex schlüpfte in seine Schuhe. Anschließend gingen wir nebeneinander zu seinem Motorrad, das noch immer unberührt auf dem Hof stand.
Er schwang sich gekonnt auf sein Motorrad und bedeutete mir wieder hinter ihn Platz zu nehmen.
Wie auch schon auf den Schulhof, hatte ich mir den Motorradhelm übergezogen und schwang mich diesmal mit einem kleinen Lächeln im Gesicht hinter Alex aufs Motorrad.
Ich schlang meine Arme wieder um seine Mitte und bemerkte erst jetzt wie viel Körperkontakt man auf einem Motorrad hatte.
Alex schien jedoch unberührt und startete den schlafenden Motor.
Er rollte langsam los. Wir wurden immer schneller und ich beobachtete die an uns vorbeiziehenden Häusern.
Als wir vor einer roten Ampel hielten, verriet ich Alex meine Adresse.
Er nickte als Zeichen das er verstanden hatte und bog in meine Straße ein.
Wir wurden langsamer, bis wir schließlich am Straßenrand hielten.
Ich schwang mich von Mottorad und gab Alex mit einem dankenden Lächeln seinen Helm wieder.
Alex nickte mir nochmal zu, drehte dann um und verschwand mit heulendem Motor um die Ecke.
Ich lief die letzten Meter bis zu meinem Haus und ging schließlich hinein.
"Hallo?", rief ich durchs Haus.
"Im Wohnzimmer.", kam die Antwort einer meiner Brüder.
Ich zog meine Schuhe wieder im Flur, aber diesmal meinem eigenen, aus und ging ins Wohnzimmer um Logan vorzufinden.
"Wie war deine Nachhilfe?", fragte er mit einem diabolischem Grinsen im Gesicht.
"Haha, sehr lustig. Besser als gedacht, aber mein Hirn ist Matsche und ich bin noch schlechter als erwartet.", gab ich ihm die Kurzfassung meiner heutigen Nachhilfestunde.
Mit einem seufzen ließ ich mich quer aufs Sofa fallen.
"Ich würde sagen du bist nicht die hellste Kerze auf dem Leuchter was Latein angeht.", lacht Logan mich aus.
Ich gab als Zustimmung nur ein Grummeln von mir.
Erschöpft schloss ich meine Augen.
"Wo sind alle anderen?", fragte ich mit geschlossenen Augen.
"Dad war eben kurz hier, musste aber zu einem Meeting und Nick ist trainieren. Jason ist bei Ethan sowie ich weiß.", erklärte mir Logan.
"Hast du Hunger?", fragte meine großer fürsorglich.
Ich gab wieder nur ein ablehnendes Grummeln von mir. Ein Lächeln Schlich sich auf mein Gesicht, bei dem Gedanken an das Mittagessen.
Nach zehn Minuten, in denen ich in einer ungemütlichen Position auf dem Sofa gelegen hatte, rappelte ich mich auf und machte mich auf dem Weg in mein Zimmer um die restlichen Hausaufgaben zu mach und den restlichen Nachmittag möglichst entspannt hinter mich zu bringen.
Nachdem ich meinen grauen Rucksack von meiner Schulter neben meinen Schreibtisch rutschen ließ, setzte ich mich auf mein kleines Sofa und nahm mein Handy aus meiner hinteren Hosentasche.
Der Bildschirm leuchtete auf und zeigte mir das ich mehrere neue Nachrichten, unter anderem von Marie und Valentia hatte.
Außerdem leuchtete das gelbe Snapchat-Zeichen auf.
Zuerst öffnete ich die Snaps von Marie. Auf den meisten sah man Valentia und sie und die Kamera Grinsen.
Anschließend öffnete ich die Nachrichten von Valentia und Marie.
Sie wollten sich erkundigen wie meine Nachhilfestunde verlaufen war.
Ich gab ihnen eine Kurzfassung, ließ das essen jedoch bewusst außen vor, da ich keine Zweifel an Alex Drohung hatte.
Nach einigen Minuten steckte ich mein Handy wieder weg und nahm erstmal eine heiße Dusche um den Kopf wieder frei zu kriegen.
Anschließend hatte ich meine Hausaufgaben erledigt und zu Abend gegessen.
Da von Nick und Jason noch jegliche Spur fehlte, wünschte ich Logan eine gute Nacht und ging früh ins Bett.
Die Nachhilfe war nicht so schlimm verlaufen wie ich anfangs gedacht hatte.
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Ein neues Kapitel für euch😊
Ich hoffe es hat euch gefallen🙈
Lasst doch wie immer einen Kommentar da, darüber würde ich mich sehr freuen😄
Knutschen,limettensurfer😘
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A Badboy and other Problems
RomanceMia ist ein sechzehnjähriges, normales Mädchen. Die führt ein eigentlich ganz normales Leben. Ihre drei super nervigen Brüder, die ihre Nerven regelmäßig überstrapazieren, ihre verrückte, beste Freundin, die in ihrem Leben herumwirbelt und eine spa...
