[Prompt #1] Countdown to Hell-oween// Kreaturen der Nacht

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Als kleine Halloween-Einstimmung gibt es auf der Community-Seite Kreaturen-der-Nacht ein kleines Special, dass uns Schreiberlinge dazu animieren soll, ein paar Gruselgeschichten für diesen speziellen Monat zu verfassen.
Und da ich ein großer Grusel-Fan bin, lass ich mich jetzt einfach mal auf das Prompt: "Sehnsucht" ein und werde dazu einen kleinen Brief schreiben. ^^

PS: Es ist eine Gruselgeschichte, demnach ist er Inhalt vielleicht auch etwas krank/bizarr/abartig? Sucht euch etwas aus ;)

PPS: Ich hätte nur zu gerne den Song "Four Walls" von Bastille hinzugefügt, aber das gibt es anscheint noch nicht.

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Mein geliebter Jamie,

Manchmal vermisse ich dich so sehr, dass ich wünschte ich könnte mich daran erinnern wo ich dich verscharrt habe.
In diesen vier Wänden bin ich so allein, nicht einmal meine Mittbewohnerin wollte länger mit mir in diesem Raum schlafen und so hat man mich hier meiner Einsamkeit und der Dunkelheit meiner Gedanken überlassen.
Natürlich hänge ich nun jede Sekunde den Erinnerungen an dich hinterher: Du und ich, wie wir abends über den Rummel schlenderten, wie du den kleinen Perry am einer Schießbude gewonnen hast und ihn mir mit diesen lebhaften Glitzern in den Augen überreicht hast , wie dieses Glitzern erlosch.
Deine Augen waren weit geöffnet, daher konnte ich genau verfolgen, wie es stumpf und matt wurde, als ich in dieser Nacht deine Kehle mit dem Kuschenmesser aufgeschnitten habe und mich neben dir zur Ruhe legte.
Unter meinem Ohr hat dein Herz aufgehört zu schlagen. Und dein warmes Blut, das sich über die Laken ausbreitete, hielt mich noch einige Zeit warm, bevor es wie dein Körper erkaltete.

Für eine Nacht, war alles perfekt...

Leider zerstörte der herannahende Sonnenaufgang unsere Zweisamkeit und in all der Eile deine Leiche die Treppe hinunter und in den Wald hinter meinem kleinen Häuschen zu schleifen, war doch anstrengender als zunächst erwartet.
Währen ich mit dem Spaten dann den Boden bearbeitete, spürte ich deinen ermatteten Blick auf mir, der über mich wachte.
Wie du an den Baumstamm gelehnt dasaßt und der Schleier der Nacht sich langsam hob.
Der Kontrast zwischen den roten Blut auf deiner Haut und deinen blauen Augen, nie hatte ein Mann besser ausgesehen!
Ich hatte für immer bei dir sein wollen. Dich nur ansehen, es hätte mir genügt.

Doch leider ging die Sonne auf!

Als ich die letzten Reste der Erde über deiner Leiche verteilte und alles nochmal festklopfte, war es bereits zu spät.
Mein blutverschmiertes Nachthemd und die nackten, dreckigen Füße mussten in der Morgensonne Aufsehen erregt haben, als ich mit der Schaufel aus den Wald trat.
Sie wuschen mir dein Blut von der Haut und aus den Haaren, egal wie sehr ich mich wehrte und brachten mich weg.

Bitte verzeihe das ich dich nie besucht habe, aber ich hatte einfach noch keine Gelegenheit, dieses Gebäude, das nun mein neues Zuhause ist, zu verlassen.
Das Personal ist ja ganz nett, wenn auch nicht immer von der schnellen Sorte, aber trotzdem wäre ich lieber bei dir.
Leider ist mit der Magie dieser Nacht auch die Erinnerung an meinen eingeschlagenen Pfad im Wald verblasst und ich weiß einfach nicht mehr wie ich zu dir gelangen soll.

In tiefster Liebe,
Elli

Sucker for CreativityWo Geschichten leben. Entdecke jetzt