Pov - Luna
Es waren ein paar Tage vergangen, seitdem Liz ihren Geburtstag gefeiert hat und, so ganz nebenbei, von einem Werwolf gebissen wurde. Ich beschloss, ein wenig mit ihr zu trainieren und ihr zu zeigen, zu was sie fähig war. Also trafen wir uns an einem Mittwoch nach der Schule bei mir.
Während ich mich mit dem Schlüssel zu unserer Wohnung kämpfte, stand Liz etwas nervös und aufgeregt hinter mir. Ihre Gefühle stanken intensiver denn je und ich rümpfte meine Nase. Durch die grauenhafte Verbesserung der Riechorgane kann ich manchmal auch zu viel wahrnehmen. Zum Beispiel, wenn Greenburg Junior in die Klasse kommt. Er stank immer fürchterlich nach Fisch.
Mein Haus war nicht besonders groß oder modern. Es glich einem alten Bauernhaus, was viele Renovierungen und Umbauten hinter sich hatte. Trotz der niedrigen Decken und Stützbalken in jedem Zimmer, liebte ich es. Meine Väter hatten es damals gekauft, als klar wurde, dass sie eine Familie gründen wollten. Es war genau richtig. Nicht zu groß, nicht zu klein. Aber seit 2 Monaten fehlte etwas. Mein Bruder Connor ist ausgezogen. Sein Zimmer war unbewohnt. Sein Zahnbürsten-Becher steht immer noch im Bad, den hat er vergessen. Es war nicht so, als würde ich ihn nie wieder sehen. Er wohnte nur 2 Kilometer in einer Mietwohnung mit seinen Kumpels in einer WG. Es ging im dort gut und ich gönnte ihm die Freiheit. Es war dennoch ein seltsames Gefühl. Immer wenn ich aufstand war es still. Keine laute Musik, schon um 7 Uhr morgens. Kein nervtötendes Quengeln vor der Dusche mehr. Da muss hinzugefügt sein, dass ich hier das Opfer war. Connor war ein Frühaufsteher. Er blockierte von exakt 06:45 bis 07:15 das Bad und hörte Heavy Metal beim Klogang.Ich schmiss meine Jacke in die nächste Ecke des Flures, rief meinem Vater Isaac, der wie der Blitz anklagend neben mir auftauchte, ein ,,Hey Dad, muss loslegen, sorry!", zu, griff nach Liz' Hand und verschwand hämisch grinsend in meinem Zimmer. Dort stellte ich meinen Rucksack zu dem von Liz und schmiss mich frustriert auf das Bett. Meine Knochen schmerzten fürchterlich. Langsam bewegte ich meinen Kopf und sah in das lustig grinsende Gesicht meiner besten Freundin. Ich zog eine Grimasse und zeigte ihr den Mittelfinger.
,,Sag mir nicht, dass dein Körper dir nicht ins Ohr schreit: ,,Warum um alles in der Welt hast du dir das angetan, Alicia Martin? Du weißt, dass ich sensible Gefühle habe!! ... Es geht nicht nur mir so, bitte. Ich bin ein Werwolf! Eigentlich sollten Squads und Liegestützen ein Klacks für mich sein!", sagte ich und drehte mich stöhnend auf den Rücken. Liz lachte. ,,Nicht nach 10 Runden um das Feld, Luna", entgegnete sie, ,,Da muss selbst ein Werwolf passen. Übrigens. Ich bin enttäuscht. Irgendwie habe ich nichts von der Stärke eines Werwolf's wenn ich Liegestützen mache. Sollte das nicht leichter sein?" Ich grummelte. ,,Liz. Du musst deine Kräfte einsetzen. Kontrolliert, weißt du? Wenn du keine Ahnung hast wie, wirst du nicht stärker", sagte ich.
Verwirrt veränderte Liz ihren Standort. Sie tigerte im Raum herum. Hin - Her. Hin - Her.
,,Liz. Du bist kein Standuhrpendel. Bleib endlich stehn' oder ich piekse dich", drohte ich ihr und demonstriere ihr meine ausgefahrene Kralle. Kurz zuckt ihr Gesicht erschrocken, dann fasst sie sich und hört mit dem albernen Herumgelaufe auf. Wir sind in keinem Detektivfilm, das ist so ein Klischée.
,,Aber Luny, dein Vater hat direkt am Tag nach seiner Verwandlung seinen Wasserhahn, seine Türklinke und seine Zahnpasta kaputtgemacht! Aus Versehen! Was hat das mit Kontrolle zu tun?!", fragte sie hysterisch, ,,Wieso bin ich noch genauso schwach wie vorher!?"
Einen Moment antwortete ich nicht. Meine Worte wollten sich nicht zu einem Satz zusammenlegen. Aus dem Grund, dass ich keine Antwort hatte. Ich war von meiner Geburt an Werwolf. So etwas wie eine Verwandlung habe ich nie durchmachen müssen.
,,Ach was. Vielleicht ist das bei Frauen anders... weil... keine Ahnung", stammelte ich mürrisch. Sie sah mich an. ,,Das ist sexistisch", sagte sie. Ich sah zurück. Dann lachten wir.
,,Okay. Ist doch egal. Kannst du mich massieren?", fragte ich mit großen, blauen, glühenden Augen und ließ meine Zunge wie ein Hund aus den Mund hängen. Liz zog eine Augenbraue nach oben. ,,Vergiss es. Zeig mir jetzt, wie ich es kontrollieren kann! Du kannst doch jetzt nicht an Massage denken!?", sagte sie und ließ sich mir gegenüber auf's Bett plumpsen. Schmollend setzte ich mich auf. ,,Warum nicht? Scott kann toll massieren. Und er ist ein Werwolf. Du auch. Also...?" Sie verdreht die Augen. ,,Nein. Luna. Bitte"
Schließlich nickte ich. Ich konnte sie verstehen. An ihrer Stelle wäre ich auch aufgeregt gewesen. Mit auffordernder Bewegung weise ich sie an, sich mir gegenüber zu setzen.
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22 years after | Teenwolf
Werewolf- ,,Ich habe mich entschieden", sage ich. - Alicia trifft einen Entschluss. Sie will ein Werwolf sein, wie ihre Freunde. Ihr Leben stellt sich ab ihrem 16. Geburtstag auf den Kopf und sie braucht jeden möglichen Halt um auf dem Boden zu bleiben. Da...