Luna POV:
Als mein Wecker um 06:00 klingelte schlug ich völlig verwirrt die Augen auf. Die Tatsache, dass das Wochenende vorbei war und wir wieder in die Schule gehen würden, war mir nicht in den Sinn gekommen. Wir hatten so viel Wichtigeres zu tun und meine Gedanken würden sich während des Unterrichts sowieso nur um meinen Traum drehen. Andererseits würde es mir vielleicht helfen auch ein wenig abzuschalten. Die Erwachsenen schieben morgens Patroullie und wir würden Nachmittags dazukommen. Das war der Plan. Ich schwang meine Beine aus dem Bett und stieß mir laut aufschreiend meinen kleinen Zeh am Nachttisch an. Frustriert stapfte ich durch die Tür in den Flur. Fing ja schon mal gut an.
,, ...Und deswegen ist die Quadratwurzel aus a gleich c mal b durch d. Haben Sie noch Fragen?", beendete Mr. Lindel den unglaublich langen Vortrag, dessen Thema ich schon wieder verdrängt hatte. Ich meldete mich.
,,Könnten sie vielleicht das alles in einer Sprache wiederholen, die ich ebenfalls spreche?", fragte ich und lächelte ihn gespielt fragend an. Er schüttelte den Kopf.
,,So werden Sie nie besser in Mathe, Fräulein Lahey. Bewahren Sie sich bitte ihre lustigen Sprüche für die Pause auf."
Wie auf's Stichwort errönte das erlösende Klingeln, das das Ende der Stunde ankündigte und somit Schulschluss. Ich seufzte nur und schnappte meine Tasche um so schnell wie möglich den mit Formeln verpesteten Raum zu verlassen. Lizzy hastete mir hinterher und im Flur stießen Dylan und Tyler zu uns.,,Es ist komisch", sagte ich und lief, die Schultasche geschultert, auf die Ausgangstüre zu. Fragend sahen die anderen mich an.
,,Ich verstehe nicht, wieso uns unsere Eltern in die Schule schicken, während menschenfressende Monster frei herumlaufen und wie wild geworden unschuldige Menschen töten. Das ist doch absurd!", sprach ich meine Gedanken aus. Tyler nickte und Dylan fügte hinzu: ,,Ich denke, sie planen irgendetwas. Etwas, von dem wir nicht begeistert sein werden. Oder etwas, was "zu gefährlich" für uns ist." Wir nickten gleichzeitig und seufzten, während wir auf den Schulhof hinaustraten.
,,I-ich glaube ich hab ihren Plan gerade gefunden", stammelte Lizzy und blieb wie angewurzelt stehen.
Neben den Motorrädern von Dylan und Charlie parkte ein silbern funkelnder Porsche. Die Felgen reflektierten die Sonne und blendeten meine Augen, sodass ich erst spät erkannte, wer darin saß.,,Ach du scheiße", keuchte Tyler und ich stimmte ihm gedanklich zu.
,,Was macht der den hier...?", fragte Lizzy angewidert.
,,Keine Ahnung", antworteten ich und Dylan gleichzeitig. Kurz sahen wir uns grinsend an. Dann erinnerte mich die penetrante Stimme wieder daran, wer uns besuchte.
,,Hey Jungs, Hey Mädels! Na, habt ihr mich vermisst?", fragte Jackson und schlug demonstrativ laut seine Autotür zu. Er lief auf uns zu und ich schwor mir, dass er wenn er sich mir auch nur mehr als 3 Meter näherte, würde ich umdrehen und kreischend davonlaufen.
Doch bevor er zu uns stoßen konnte, lief er auf einmal nicht mehr allein. Ein junger Mann in unserem Alter gesellte sich zu ihm und. Oh nein. Nicht noch einer von denen. Vater und Sohn. Wow.Jackson war der ehemalige Schulkamerad von meinen Dads. Er hatte Scott damals das Leben zur Hölle gemacht, nur um auch ein Werwolf werden zu können. Als er es schließlich war, wurde er nach London geholt und war somit auf sich allein angewiesen. Er besuchte uns zu meinem 7. Geburtstag und brachte mir irgendeine Designerkette als Geschenk mit. Ich hatte sie noch am selben Tag weggeworfen. Schon damals war er unausstehlich. Er nahm sich zuerst Kuchen, schubste Scott von seinem Platz am Tisch um länger in der Sonne sitzen zu können und ruinierte die ganze Party, indem er "ausversehen" mit dem Fuß an der Tischdecke hängen blieb. Mehr brauche ich nicht zu erklären oder?
Ich deutete die Blicke von meinen Freunden als ebenfalls geschockt. Bis auf den von Lizzy. Sie starrte stattdessen auf den offensichtlichen Sohn von Jackson aka Lucifer.
Sie würde doch nicht...?
Angewiedert beobachtete ich den Blickwechsel der beiden. Das war Augensex auf höchstem Niveau. Vielleicht deutete ich das alles auch falsch, aber er schien ihr zu gefallen.
Ruppig stieß ich sie mit dem Ellenbogen in die Seite, sodass sie erschrocken zusammenzuckte. ,,Was soll das?", fauchte sie mich an. Ich schüttelte nur den Kopf und wies auf Tyler, der mit einem grummelnden Gesichtsausdruck bei Charlie stand. ,,Was geht eigentlich in deinem Kopf ab?", fragte ich sie. Sie sah mir hinterher und schluckte. ,,Ach was. Das ist nichts, er sieht gut aus, weiter nichts!", sagte sie mehr zu sich selbst als zu mir und stieg dann den anderen folgend die Treppe zum Schulhof hinunter.
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22 years after | Teenwolf
Werewolf- ,,Ich habe mich entschieden", sage ich. - Alicia trifft einen Entschluss. Sie will ein Werwolf sein, wie ihre Freunde. Ihr Leben stellt sich ab ihrem 16. Geburtstag auf den Kopf und sie braucht jeden möglichen Halt um auf dem Boden zu bleiben. Da...