Noch immer kreisen mir die Bilder von dem Sturz in meinem Kopf rum. Ich seh immer wieder wie der eine Ski wegkippt und Stefan Kraft die Kontrolle über sich und den Sprung verliert. Der Aufprall auf den Schnee klingt immer noch in meinen Ohren nach. Ich glaube diese Sturz wird mir noch ein wenig zu schaffen machen. Ich atme tief die frische Luft ein und aus, bevor ich das Krankenhaus betrete. Sofort schlägt mir dieser eklige Geruch den man aus Krankenhäusern entgegen. Die weißen, kahlen Wände im inneren vom Krankenhaus gemischt mit dem Geruch geben mir ein unbehagliches Gefühl. Ich habe Krankenhäuser schon immer nicht gemocht ,aber ich arbeite nun mal in der Bergwacht und somit muss ich wohl immer wieder in ein Krankenhaus. Ich begebe mich auf den Weg in die Notaufnahme und laufe durch die kahlen leeren Gänge. Es ist schon echt gruselig und unangenehm, aber was soll ich tun. Es ist nun mal mein Job. In der Notaufnahme fülle ich erstmal alle möglichen Zettel aus, die wir und auch das Krankenhaus brauchen. Nachdem ich alles so weit haben und einer Schwester die Zettel gegeben habe und andere Zettel behalte, mache ich mich auf die Suche nach Doktor Stein. Dies ist der Arzt der die Behandlung und auch die Notaufnahme von Stefan Kraft macht.
Und somit laufe ich zum zweiten Mal durch das Krankenhaus, aber dieses mal bin ich auf der Suche nach Doktor Stein. Meine Schritte hallen in den leeren Gängen wieder und als ich in der Röntgenaufnahme bin, treffe ich endlich auf der gesuchten Doktor. Ich geh auf ihn zu und begrüße ihn und er lächelt mich an und sagt:“ Jessica, wir haben uns ja erst vor 3 Tagen gesehen.“
Ich lache nur:“ Ein neuer Rekord, dass ich so lange nicht hier war. Wie geht’s, denn Stefan Kraft ?“
Der Arzt schmunzelt über meine Bemerkung und sagt dann:“ Der hatte,aber nochmal viel Glück im Unglück gehabt. Es ist nichts gebrochen, es sind nur schwere Prellungen. Wenn du willst kannst du auch zu ihm, denn der ist wieder bei Bewusstsein.“Ich lächle ihn dankend an und sage:“ Ja ich glaube, dass werde ich auch tun.“ Schnell gab mir Doktor Stein noch die Zimmernummer und ich mache mich auf den Weg in das Zimmer zu Stefan Kraft.
Ich klopfe leicht an der Tür und mache sie dann auf.
Leise betrete ich das Zimmer wo Stefan Kraft drin liegt, da er ja schlafen könnte und ich ihn nicht wecken will. Der Raum ist hell erleuchtet und es fällt sofort das einzige Krankenbett auf, welches in der Mitte von dem Raum steht. Mein Blick fällt auch direkt auf das Gesicht von Stefan. Seine Hautfarbe ist nicht mehr ganz so bleich, wie auf der Fahrt hier her. Seine braunen Haare stehen ihm wild vom Kopf ab. Seine braunen Augen mustern mich und fragend zieht er seine Augenbrauen hoch. Er fragt mit einer kratzigen Stimme:“ Wer sind Sie ?“
Ich lächel ihn an und antworte:“ Ich bin Jessica und arbeite in der Bergwacht und ich bin hier um zu sehen, wie es Ihnen geht. Ich hab Sie zusammen mit meinem Team hier eingeliefert.“
Er scheint zu verstehen und sagt plötzlich:“ Danke für die Rettung. Ich hab zwar noch starke Schmerzen, eine Gehirnerschütterung und ja einige Prellungen, aber nichts schlimmeres.“ Ich kann nur bewundern wie locker er das sagt und wie leicht er das weg zustecken scheint. Ich glaube ich wäre viel wehleidiger. Er war bewusstlos und das einige Zeit und er klingt so als ob nichts schlimmes passiert wäre. Ich sage nur:“ Immerhin, der Sturz sah schon ziemlich heftig aus.“ Er fängt plötzlich an zu lachen:“ Ich habe ja auch nicht gesagt, dass es nicht schlimm ist. Aber Stürze passieren nun mal bei uns und ich kann froh sein, dass ich keine Brüche habe oder querschnitz gelähmt bin .“
Ich nicke nur. Klar weiß ich wie Unfälle ausgehen können. Ich arbeite schließlich in der Bergwacht und habe schlimme Stürze gesehen, aber jede Verletzung kann schlimm sein. Es liegt nur im Auge des Betrachters. Er scheint wirklich nett zu sein.Plötzlich fragt er:“ Wie kommt man als junge Frau, auf die Idee in der Bergwacht zu sein ? Ich mein der Job verlangt doch einiges von einem. Ich meine, dass ist doch ein Risiko dort zu arbeiten.“
Ich grinse vor mich hin und sage:“ Naja ich war hier immer klettern und habe mich engagiert Kletterunterricht zu geben und Wandertouren zu führen. Irgendwann kam die Bergwacht auf mich zu und hat gefragt ob ich nicht bei ihnen Arbeiten will. Da hab ich natürlich nicht nein gesagt und so hab ich mit 17 Jahren angefangen hier zu arbeiten. Naja vor einem halben Jahr ist der Chef in Rente gegangen und so bin ich jetzt mit 21 Jahren die Leiterin für diese Bergwacht hier.“
Mit großen Augen sieht er mich an:“ Krass.“
Ich lache und sage:“ Das sagt gerade ein Profisportler, der seit keine Ahnung wann Skispringer ist.“
Jetzt lachen wir beide los.Plötzlich klingelt mein Handy und ich zucke zusammen. Schnell krame ich mein Handy auf meine Tasche und geh dran:“ Ja was gibt’s ?“
Am anderen Ende höre ich Karl sagen:“ Jessica es gibt Anzeichen, dass auf dem Fellhorn Lawinen runter gehen können.“
Ich brauch einen Moment um zu verstehen bis es bei mir ankommt was er wissen will ich fluche erst einmal los:“ Fuck man. Warum, denn heute.“
Ich seh nur wie Stefan kurz zusammen zuckt bei meinem kleinen Ausbruch zusammen. Ich seh ihn entschuldigend an und sage dann zu Karl:“ Ich komme vorbei.“
Mit den Worten lege ich auf. Ich seh Stefan entschuldigend an und sage:“ Tut mir leid, aber ich muss jetzt leider los.“
Er lächelt mich an und sagt verschmitzt:“ Ist nicht schlimm, Arbeit geht vor, auch wenn du wirklich nett bist. Vielleicht sieht man sich ja irgendwann mal wieder. Danke schön, tschüss bis dann.“
Ich lächel und sage:“ Tschüss:“Schon stürme ich auf dem Krankenhaus und hab mein Handy an dem anderen Ohr und telefoniere mit Flori:“ Wie weit ist das Skispringen ?“
Flori antwortet:“ Ist jetzt fertig.“
Ich atme erleichtert aus und sage dann:“ Oki du und Ben fahrt jetzt sofort zur Wache, da treffen wir uns und dann geht’s zum Fellhorn. Es ist Lawinengefahr.“
Nachdem wir aufgelegt haben laufe ich im Laufschritt zur Wache. Man warum fehlt, denn jetzt mein Auto. Warum hab ich es Flori nochmal gegeben. Vorallem die ganze Zeit ist keine Lawinengefahr und jetzt einen Tag vor meinem Urlaub das.
Ich atme genervt aus und dann bin ich auch schon an der Wache. Flori und Ben sind auch da und wir schnappen unsere Ausrüstung und gehen los.
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Schicksal
FanfictionEs geht um eine Begegnung die alles ändern sollte. Sie das Mädchen vom Dorf und er der ehemalige Vierschanzentournesieger. Zwei Welten die unterschiedlicher nicht sein könnten und doch sind sie sich so ähnlich. Eine Liebe die Stärker ist als die M...