Unerwartetes Wiedersehen

331 19 5
                                    

Die Sonnenstrahlen wecken mich auf. Ich blinzel leicht und ziehe die Decke über den Kopf und kuschel mich noch einmal richtig schön in mein Bett. Bis ich mich dazu entscheide doch mal aufzustehen. Ich rolle mich aus dem Bett. Ich bin immer noch vollkommen KO von dem Tag gestern, da wir gestern Skifahren und obwohl ich bei der Bergwacht arbeite und in den Bergen wohne war ich lange nicht mehr einen ganzen Tag Skifahren und somit bin ich einfach noch vollkommen im Sack von den gestrigen Aktivitäten. Müde tapse ich unter die Dusche und das kühle Wasser was auf meinen Körper prasselt weckt in mir die letzten Lebensgeister. Heute geht's zum Skispringen und schon denke ich an Stefan Kraft. Was ein bezaubernder Mann, anders kann man es einfach nicht sagen.  Er wird wohl schön  Zuhause in Österreich sein und Reha machen, damit er wieder fit wird. Noch immer kann ich seinen Sturz wenn ich die Augen schließe vor meinen Augen sehen.  Wie er auf den Hang in den harten Schnee knallt und einfach bewusstlos runter schlittert.

Ich schüttel mich kurz um die schrecklichen Bilder  zu vergessen und steige aus der Dusche. Fix ziehe ich mich an und mache mich auf den Weg zum Frühstück wo meine Eltern schon auf mich warten. Das Frühstück verläuft normal wie immer mein Bruder und ich blödeln rum und meine Eltern lachen uns aus. Der ganz normale Wahnsinn halt wenn man zwei Geschwister wieder zueinander lässt.

Nun ziehe ich mir meinen dicken Wintermantel, Stiefel,Mütze und Handschuhe an und dann geht es los. Wir laufen einen kleinen Hang hinunter und da stehen sie meine besten Freunde. Mit einem Schrei renne ich auch schon los und umarme stürmisch meine beste Freundin Kathy und meinen besten Freund Leo. Wir verlieren den Halt und fallen erstmal alle 3 in den Schnee und schon fangen wir an zu lachen. Diese Unbeschwertheit hab ich so sehr vermisst die ich habe wenn ich mit ihnen zusammen bin.
Zu viert machen wir uns dann auf dem Weg zur Schanze. Dort herrscht schon reges Treiben. Zuschauer, Helfer & Fotografen laufen quer durcheinander.

Ich entspanne mich total während wir auf unseren Platz ganz vorne zu trotten und Leo uns schon den ersten Glühwein organisiert. Fröstelnd heiße  ich das wärmende Getränk an meinem Platz willkommen. Und dann geht es endlich los. Die ersten Springe springen die Schanze runter und das ganze Stadion tobt und feiert sie. Ich lasse mich einfach davon anstecken und  lasse mich von der Stimmen mitreißen genau wie meine Freunde. Doch als der nächste Springer angesagt wird traue ich meinen Ohren kaum.

Stefan Kraft.

Das kann nicht sein, der kann doch jetzt nicht schon wieder Springen . 

Mein Bruder sieht mich schräg von der Seite an und fragt:" Was kann nicht sein ?"
Oh hab ich das jetzt laut gesagt ? Ups naja ich schüttel bloß meinen Kopf und folge mit meinem Blick den Sprung von Stefan. Mit offenem Mund  steh ich da. Vor ein paar Tage noch ins Krankenhaus eingeliefert und jetzt springt der als wäre nichts gewesen. Ich bin sprachlos und weiß gar nicht was ich dazu sagen soll, denn damit habe ich ganz sicher nicht gerechnet.
Als er an uns vorbei geht, scheint er mich zu erkennen. Er bleibt vor uns stehen und fragt irritiert:" Jessica? Bist du das ?"
Ich nicke noch immer bin ich zu sprachlos und meine Freunde starren abwechselnd ihn und dann mich an. Er grinst :" Ich hab nicht damit gerechnet dich wieder zusehen."
Ich lache und sage schließlich:" Ich auch nicht  dich. Ich hab nicht erwartet, dass du schon  wieder springst nachdem ich dich erst vor ein paar Tagen ins Krankenhaus eingeliefert habe."
Nun lacht auch Stefan und sagt:" Ach ich bin hart im nehmen und wenn mir wieder was passiert kannst du mich ja wieder retten."
Dabei zwinkert er mir zu und ich sag Lachend:" Nee hier bin ich privat."
Er sagt traurig:" Ich muss jetzt wieder hoch, aber im zwischen Durchgang sehen wir uns bestimmt. "
Und so verbringe ich den Rest des ersten Durchgang und der Pause meinen Freunden und meinem Bruder zu erzählen woher Stefan und ich uns kennen und schon ist er auch wieder dran.  Lächelnd sehe ich hoch zur Schanze. Ich mag Stefan, er ist so nett und auf den Boden geblieben und total freundlich und hat  dennoch immer einen lustigen Spruch. Ich drücke ihm ganz fest die Daumen als er spring, aber für ein Podest wird es nicht reichen  und dennoch freue ich mich dass ich ihn hier überhaupt gesehn habe und für mich ist er heute mein ganz persönlicher Sieger ,  da er überhaupt gesprungen ist. Nun kommt er wieder lächelnd zu uns nimmt eins seine Autogrammzettel und schreibt  da was drauf und drückt ihn mir in die Hand und sagt :" Ich hoffe du meldest dich mal. Ich muss leider los zu den Interviews sonst hätte ich noch mit dir gequascht. Völlig irritiert stehe ich da und schaue den Autogrammzettel mit seiner Nummer an. Er hat mir seine Handynummer gegeben. Kathy quietscht freudig auf  und ich bin immer noch vollkommen perplex. Vorsichtig packe ich die Nummer ein und dann wird Party gemacht.

Schicksal Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt