Kapitel 11

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Wir gingen weiter, bis wir an einen kleinen Laden kamen mit der Überschrift "Ollivanders". Der Laden sah alt aus und etwas heruntergekommen, jedoch passte er sehr gut zu dieser Gegend. Er hatte irgendwas magisches, so wie die restlichen Läden hier.
Harry drückte die Tür auf und es ertönte ein Glöckchen. Drin war es sehr verstaubt und unordentlich, es sah aus als wäre der Laden ewig nicht mehr in Betrieb gewesen. Überall ragen längliche Schachteln aus den Regalen, „Vermutich die Zaubetstäbe.", dachte ich.
„Und du bist dir sicher, dass hier jemand arbeitet?" Fragte ich Harry leise.
„Ja, warte nur, er ist bestimmt hinten irgendwo. Er wird gleich auftauchen. Sieh dich doch Schonmal um." Meinte Harry.

Also ging ich zu einem der Regale rechts neben mir. Gerade als ich eine Schachtel anfassen wollte polterte jemand in den Laden. Es schien als wäre er aus dem hinteren Teil des Ladens gekommen. Ich erschrak etwas.
„Mr. Ollivander!" Rief Harry erfreut. „Mr. Potter! Wie schön sie hier begrüßen zu dürfen. Und wie groß sie geworden sind! Ich erinnere mich als wäre es gestern gewesen als sich hier ihr aller erster Stab für Sie entschied. Was führt Sie hier her? Ist etwas mit ihrem Stab nicht in Ordnung? Brauchen Sie einen neuen?" Redete er ununterbrochen weiter.
„Nein, den brauche ich nicht. Meiner erfüllt immernoch hervorragend seinen Zweck." Unterbrach Harry ihn vorsichtig, „Victoria bräuchte jedoch einen Stab, sie ist neu hier. Ihre Eltern und sie lebten in der Muggelwelt, bis..." er sah mich mitfühlend an. „Ja, bis meine Eltern vor kurzem ermordet wurden. Von Voldemort!" Berichtete ich und sah dem alten Mann vor mir fest in die Augen. Jetzt und hier war nicht die Zeit zu trauern.
„Victoria Weasley. Freut mich, Mr. Ollivander." Ich Strecke ihm die Hand entgegen.
Er starrte mich mit erschrockenen und gleichzeitig auch mitfühlenden Augen an. Schließlich nahm er meine Hand. „Dann ist ihr Schicksal ja ähnlich dem, von Mr. Harry Potter hier." Sagte er und blickte von mir zu Harry und zurück. „Ja das ist es wohl." Antwortete ich jetzt doch etwas traurig. „Nun gut, so traurig ihre Geschichte sicher sein mag, sind sie beide sicher nicht hier um über ihre Vergangenheit zu berichten, nehme ich an." Lächelte der alte Mann nun etwas. Nein, das waren wir ganz sicher nicht.

Ein paar Minuten später standen wir auch schon vor einem kleinen Tischchen. Vor uns lagen bereits fünf Schachteln mit Zauberstäben, welche ich ausprobiert hatte. Es war ein merkwürdiges Gefühl für mich, plötzlich so eine Macht in mir zu spüren.
Ich wusste nie, dass ich so mächtig war.
Mit dem einen Stab hätte ich sogar beinahe den ganzen Laden hochgejagt!
„Miss Weasley! Ich habe ihn! Es wäre zwar etwas außergewöhnlich.. jedoch glaube ich, dieser hier passt zu Ihnen! Na los! Worauf warten Sie? Nehmen sie ihn schon." Kam er ganz aufgeregt von der Leiter heruntergeklettert.
Er Strecke mir die Schachtel entgegen und ich nahm den Stab heraus.
Urplötzlich wurde mir ganz warm ums Herz und ich fühlte mich so stark wie noch nie. Es fühlte sich an als wäre der Stab das letzte Puzzleteil von mir gewesen, welches jahrelang verschollen war. Er erfüllte mich, machte mich vollständig. Ich sah wie ein leicht grün schimmernder Strahl meinen Zauberstab Verlies und sich um mich rum schlängelte.
„Ich wusste es! Hab ich es nicht gesagt? Das ist ja wunderbar!" Rief der alte Mann plötzlich.
Ich musste lächeln.

Kurz bevor wir den Laden mit meinem neuen Zauberstab verließen, brannte mir noch eine letzte Frage auf den Lippen: „Mr. Ollivander? Ehm.. dürfte ich Sie fragen, wieso sie sagten, dass es ungewöhnlich sei, wenn ich mich für diesen Zauberstab entscheiden würde?"
„Nun, zuallererst Miss Weasley, ein Zauberer sucht sich niemals eigenständig seinen Stab aus. Ein Zauberstab ist ein eigenwilliges Wesen, welches sich seinen Besitzer ganz allein aussucht, merken sie sich das," klärte er mich auf und zwinkerte einmal, „Das gerade dieser hier sich für Sie entschied, war zwar eine plausible Möglichkeit, doch hätte ich es erst nicht gedacht, da er ein sehr seltenes und außergewöhnliches Exemplar seiner Art ist.
Sagt Ihnen der Name >>Black<< etwas?" Fragte er an mich gewandt. „Black? Nein noch nie gehört.." antwortete ich verwirrt, doch bevor noch jemand etwas sagen konnte, fing Harry an zu reden: „Black? Wie in Sirius Black? Mein Patenonkel ist Sirius Black. Ich kenne diesen Namen also, wieso? Was hat es damit auf sich?" Man merkte wie verwirrt Harry plötzlich war. Sirius schien ihm viel zu bedeuten, sonst wäre er jetzt nicht so aufgekratzt.
„Dieser Zauberstab ist aus dem gleichen Holz und dem gleichen Material gemacht wie die Stäbe der Black-Familie. Sie wurden alle aus dem gleichen Baum gewonnen. Wundervolle Zauberstäbe, keine Frage! Jedoch hatten auch diese ihr eigenes Wesen. In ihnen sind zwei Seelen die unterschiedlicher nicht sein könnten.. man könnte sie vergleichen mit Tag und Nacht. Die eine Seele gehört der Dunkelheit. Manche sagen sogar, sie wecke böse Geister! Auf der anderen Seite herrscht in diesem Stab eine helle Seite! Sie enthält pures Glück und Liebe. " schwärmte der alte Mann und schaut bei dem letzten Wort bedeutend zu uns rüber. Harry und ich sahen uns an, meinte er etwa gerade uns? Es wurde peinlich still und ich merkte die Röte welche sich in mein Gesicht Schlich. So ein Mist! Was war denn los? „Ehm, okay.. das heißt, der Stab stimmt mich entweder böse oder gut?" Hakte ich etwas ängstlich nach. Mr. Ollivander sah sprachlos aus, als würde er die Wahrheit vor mir verheimlichen wollen. War sie wirklich so schrecklich? „Sagen Sie es mir! Was wird nun geschehen!" Drängte ich ihn mir zu antworten. „Nunja, wie soll ich es sagen.. In Sirius löste er ausschließlich Gutes aus... doch wir wissen was er mit Bellatrix gemacht hat.. ich bin sicher, Sie haben von ihr gehört?" Fragte er mich mit einem gequälten Gesichtsausdruck. Ja... ja das hatte ich.. leider.
„Ja, von diesem Miststück hörte ich bereits.." antwortete ich belegt. Er merkte wohl meinen Zorn auf sie und blickte mich mitfühlend an.
„Okay, dann werden wir wohl sehen auf welche Seite ich wirklich gehöre." Antwortete ich etwas gelassener als mir eigentlich zumute war. Harry schien dies zu bemerken und lächelte mich aufmunternd an.
Wir verabschiedeten uns von Ollivander und verließen seinen Laden.

Eine Weile liegen wir stumm nebeneinander her, da wir nicht wussten was wir auf diesen kleinen Schock noch sagen sollten. Klar ich war froh, dass ich endlich meinen eigenen Zauberstab hatte, aber wirklich freuen konnte ich mich nicht.. verständlicherweise. In gewissem Maße war ich Harry dankbar, dass er nichts sagte, ich brauchte etwas Zeit zum denken und verarbeiten.

„Victoria!" Hörte ich Ginny hinter uns rufen, sofort kam sie auf uns zu gerannt. Bei uns angekommen schaute sie Harry nur schüchtern an. „Ginny! Habt ihr alles bekommen?" Fragte ich sie um die Stille zu durchbrechen. Jetzt sah sie auch zu mir rüber. „Ja haben wir! Und ihr? Hast du endlich einen Zauberstab?" Wollte sie aufgeregt wissen. „Ja, den habe ich, hier schau mal." Sagte ich und zeigte ihr meinen eben erworbenen Stab. Irgendetwas sagte mir, dass ich es Ginny nicht erzählen sollte... die Geschichte von meinem Zauberstab. Sie sollte sich nicht sorgen, es reichte, wenn Harry davon wüsste. Es würde unser Geheimnis bleiben. Das würde ich ihm später auch nochmal sagen. Ich war ihm für den Moment einfach dankbar, dass er nicht mit der Geschichte rausplatzte, sondern mir die Entscheidung überlies, wem ich es erzählen wollte. „Wow, der ist ja wunderschön!" Sagte Ginny erstaunt. Ja! Das war er. Dunkles Holz welches sich von oben nach unten räkelte und sich regelrecht um den Stab schlängelte. Oben eine Art Perle, welche bunt war und fröhlich wirkte... wie Ollivander bereits sagte.. eine dunkle und eine helle Seite..
„Kommt! Wir gehen zu Mum und den anderen, die warten schon damit wir wieder nach Hause reisen können." Meinte Ginny und ging zügig in Richtung der Weasley-Bande. Harry und ich folgten ihr. „Danke." Flüsterte ich ihm zu und schenkte ihm ein kleines Lächeln, welches er ohne ein weiteres Wort erwiderte.

Zuhause angekommen verschwanden alle nach oben in ihre Zimmer, da sie ihre neuen Schulsachen genauestens erkunden wollten. Es erstaunte mich, dass selbst die Jungs hoch gingen mit ihren Sachen. Also tat ich es ihnen gleich und ging auch auf mein Zimmer. Ich war gerade dabei meine neuen Bücher zu durchblättern als es klopfte. „Herein?" Keine zwei Sekunden später steckte Harry seinen Kopf durch den Türspalt. „Hey, darf ich rein kommen?" Fragte er mich. „Klar, was gibt's?" Wollte ich neugierig wissen und legte mein Buch weg. Da Harry immernoch ziemlich verloren in meinem Zimmer stand, klopfte ich neben mich aufs Bett und deutete ihm so, sich neben mich zu setzten. Dies tat er dann auch.
„Also?" Fragte ich ihn leicht schmunzelnd. „Ich wollte fragen, wie es dir geht? Ich meine, nachdem du die Geschichte deines Zauberstabs erfahren hast."
„Naja, wie soll es mir gehen? Ich muss einfach abwarten, was das Schicksal für mich vorgesehen hat, denke ich." Antwortete ich ihm. „Verstehe," gab er von sich, „Weißt du, bei mir war es ähnlich.." fing er an zu erzählen. Er erzählte mir, dass auch sein Zauberstab eine dunkle Vergangenheit hatte, denn er war in gewisser Weise mit dem Stab von Voldemort verwandt. Wieso hatten wir nur so ein ähnliches Leben? Irgendetwas schien uns zu verbinden und ich meine nicht nur unsere Vergangenheit. Ich fühlte mich in seiner Gegenwart irgendwie wohl. Dabei kannte ich ihn erst seit gerade.
Wir hatten uns noch etwas über dies und jenes unterhalten und auch viel miteinander gelacht. „Abendessen!" Hörten wir Molly von unten rufen. „Kommst du? Ich glaube das war unser Zeichen." Zwinkerte er mir zu. „Ja das war es wohl! Man hab ich einen Hunger!" Lachte ich. Aber halt! Da war noch was... „Ach Harry?" „Ja?" „ Ich wollte mich nochmal bedanken, dass du heute vor Ginny nichts gesagt hast.. Ich möchte einfach nicht, dass jeder es weiß. Sonst macht sich jeder nur noch mehr Sorgen, als sie sich jetzt schon machen.. also... Danke!" Sagte ich aufrichtig. „Klar, kann ich verstehen. Kein Problem, ich sage es niemandem. Das hier bleibt unser kleines Geheimnis." Zwinkerte er mir lächelnd zu.
Ich konnte einfach nicht anders und umarmte ihn einmal kurz. Er schien davon völlig perplex zu sein, seinem Gesichtsausdruck zu urteilen. Ich lachte nur und ging an ihm vorbei, runter zu den anderen.

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Soo, nach langer Pause, bin ich auch endlich mal wieder da!
Hier also das 11. Kapitel.
Ich hoffe es gefällt euch!
<3

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