Es ist weit nach Mitternacht. Und wieder liege ich wach und starre vor mich hin. Die Gedanken rasen mir durch den Kopf, so schnell, dass ich keinen von ihnen fassen kann. Wie konnte es so weit kommen? Es ging mir doch schon besser. Ich war mir sicher, dass es diesmal anhalten würde, dieses positive Gefühl, das ich hatte. Ich war bereit, zu kämpfen.
Und jetzt, knapp zwei Monate später, bin ich an einem Punkt, an den ich nie wieder kommen wollte. Selbsthass. Verzweiflung. Mutlosigkeit. Leere. Druck. Suizid. All das bringt meinen Kopf beinahe zum Platzen.
Kann man es noch Leben nennen, wenn es nur aus Lebensmüdigkeit besteht?
Wer mich nicht genauer kennt, würde mich wohl wie folgt beschreiben: Laut. Quirlig. Extrovertiert. Selbstbewusst. Und dem gebe ich auch Recht. Ich bin all das – und doch wieder nicht. Denn diejenigen, die mich näher kennen, wissen, dass ich auch ganz anders sein kann. Ängstlich. Unsicher. Aufbrausend. Niedergeschlagen.
Diejenigen, die mich näher kennen, wissen, dass ich jede Sekunde meines Lebens gegen meine Dämonen kämpfen muss. Und je stiller es um mich wird, desto lauter werden sie. Deswegen versuche ich alles, um der Stille auszuweichen.
Ich lache mit Freunden, die mich im wahrsten Sinne des Wortes auf andere Gedanken bringen.
Ich rede gerne und habe zu allem eine eigene Meinung, die ich auch mitteile, weil ich Menschen verschiedene Blickwinkel auf ein Thema bieten möchte.
Ich schreibe - für mich, um den Verstand nicht zu verlieren und veröffentliche es für die Welt, um hoffentlich zur Entstigmatisierung psychischer Krankheiten beitragen zu können.
Und ich liebe die Musik. Mehr als alles andere auf der Welt. Ich lebe die Musik.
Sie unterstützt mich uneingeschränkt und weicht mir nie von der Seite. Die Musik holt mich aus den tiefsten Löchern und erleuchtet die dunkelsten Momente. Sie haucht mir Leben ein, wenn ich außer Atem bin. Ohne die Musik wäre ich nicht mehr am Leben. Und das ist keine Dramatisierung. Das ist die Wahrheit.
Alles, was ich die nächsten 31 Tage hier festhalten werde, ist exakt das: die unbeschönigte, rohe und teilweise unbegreifliche Wahrheit.
DU LIEST GERADE
Gedankenrausch
Narrativa generaleDie Melodie eines Lebens. Ein Monat im Kopf einer verwirrten Seele. "Sie war ein Mysterium. Niemand verstand sie, am wenigsten jedoch verstand sie sich selbst. " cover: 13breaths abgeschlossen: 11.09.2017 best ranking: #42 in Aktuelle Literatur...
