Die Optimistin und die Pessimistin.

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Carmillas POV:

„Carmilla, schwing deinen Hintern hier runter, du kommst sonst wieder zu spät zur Schule"

Ich wache auf mit verdammt starken Kopfschmerzen und stöhne. Nachdem ich mich einmal schnell gestreckt habe, schlurfe ich gähnend in das Badezimmer. Mir tut jeder Teil meines Körpers weh und ich will am liebsten nur noch in mein Bett. Das geht aber leider nicht, da meine Mutter mich umbringen würde, wenn ich schon wieder eine Mahnung bekomme, dass ich so viele Kurse verpasse.

„Sofort!" schreit sie, was mich nur hochschrecken lässt.

„Was ist ihr Problem?" flüstere ich und rolle mit den Augen. Ich sehe in den Spiegel, nur um zu bemerken, dass meine Augen geschwollen sind. Ich tippe auf meine schwarzen Augenringe und entscheide, dass etwas schwarzer Farbe, das abdecken. Ich ziehe mir ein schwarzes T-Shirt an, dazu meine schwarze Lederhose und meine Jacke. Nie habe ich mich für meine Figur oder für meine Haut interessiert, denn das würde mir nur noch mehr zeigen, dass ich ein komplettes Desaster bin.

Als ich in die Küche komme, sitzt meine Mutter da wie immer, trinkt ihren Kaffee und liest Zeitung. Wenn sie sich nicht um Wills Noten kümmert, ist sie mit ihrer eigenen Arbeit beschäftigt.

„Morgen, Schatz" Sagt sie ohne die Augen von den Blättern vor sich zu nehmen.

„Morgen" murmele ich mit einer genervten Stimme.

„Ich dachte schon, ich muss dich hier rausschleifen" sie nimmt einen Schluck von ihrem Kaffee „Du wärst schon wieder zu spät gekommen"

„Ich brauche keinen Babysitter, okay? Ich bin 18 Jahre alt und kann auf mich selbst aufpassen" Ich nehme mir einen Saft aus dem Schrank und meine Tasche von der Küchenzeile.

„Anscheinend nicht gut. Du siehst aus als hättest du seit Tagen nichts gegessen oder gar geduscht." Sie nimmt wieder einen Schluck von der Tasse und schüttelt den Kopf. „Ich weiß nicht, wie du etwas aus dir machen willst, wenn du nicht mal die richtigen Entscheidungen triffst. Wieso bist du nicht-"

„Wieso bin ich nicht was, Mutter? So wie Will?" unterbreche ich sie

„Vergiss es. Ich habe das schon oft genug gehört. Jetzt bist du der Grund, wieso ich zu spät komme" Ich gehe aus der Tür, schlage sie hinter mir zu und ignoriere, dass meine Mutter meinen Namen ruft. Ich werde dafür bestimmt später geschlagen, was will sie auch sonst mit mir anfangen?

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Ich habe mich dazu entschlossen den Bus zunehmen und nicht den Zug. Ich denke, wenn ich mich dafür entschlossen hätte, wurde es nur die Erinnerungen an Gestern wieder hochbringen. Die sind sowieso schon die ganze Zeit in meinem Kopf.

Zumindest geht Ell nicht auf dieselbe Schule wie ich, denke ich mir.

Als ich an der Schule ankomme, setzte ich mich im Kurs wieder in die gleiche Ecke wie sonst auch. Niemand kann mich so nerven und die meisten bemerken mich gar nicht erst. Es ist schön nur ein Fleck in der Universitäts-Welt zu sein. Manchmal konnte ich mich sogar hinter den Lehrern entlang schleichen. Manchmal konnte ich so früher aus dem Unterricht, aber manche Lehrer waren so streng, dass sie alle durchzählten.

Als das Ende der Stunde bevorsteht, fühle ich mich irgendwie ängstlich, nur ich weiß nicht wieso. Dann fällt es mir plötzlich ein, ich treffe mich ja mit Laura an der U-Bahnstation. Ich weiß nicht, worüber sie reden will oder was ich erwarten soll.

Was ist, wenn sie meine Mutter dahin bringt und ihr erklärt, was ich gestern dort tun wollte...?

Was passiert, wenn sie mir helfen will oder schlimmer...wenn sie Hilfe bringt...?

Last Call (Übersetzung)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt