„Du bist gestern zu spät zum Abendessen gekommen und jetzt kommen wir wegen dir wieder zu spät. Und das vor meinen Vorgesetzten. Ich hätte dich nicht mitbringen sollen." Sagt meine Mutter sauer, während wir, mit Will zusammen auf ihr Firmengebäude zu gehen.
„Ich habe dir gesagt, dass wir sie hätten da lassen sollen. Sie ist für so etwas nicht gemacht ist" Will zieht sich seine Fliege zurecht.
„Das habe ich euch beiden schon viel früher gesagt" Ich verdrehe die Augen.
„Richte dein Kleid Carmilla. Es sieht zerwühlt aus und könntest du vielleicht einmal ein Lächeln in dein Gesicht bekommen"
Ich schenke ihr das gefälschteste und unangenehmste Lächeln, das ich aufbringen kann. Sie rollt nur mit den Augen, also lasse ich die Mundwinkel wieder sacken.
„Also, was hatten wir zuhause besprochen?"
„Jeden grüßen den man sieht. Immer förmlich die Hand geben. Nicht zu viele Fragen stellen und die Konversationen kurz halten, denn jeder muss begrüßt werden" sagt Will stolz.
„Wenigstens hört einer zu" meine Mutter drückt Will glücklich.
„Muttersöhnchen" flüstere ich ihm zu und rolle mit den Augen. Er schlägt mich mit seinem Ellenbogen in den Magen, sodass meine Mutter es nicht sieht. Ich keuche auf.
„Was ist los bei dir?" fragt meine Mutter sauer und öffnet die Türen zu dem Büro für uns. Sie packt mich am Arm bevor ich reingehen kann. „Du solltest besser dein bestes Verhalten an den Tag legen Carmilla" zischt sie ernst.
Ich flüstere ein „Okay?" und gehe rein. Das Büro ist schön dekoriert und alle Leute sind in Anzügen und Kleidern. Es ist eindeutig zu schick für mich. Ich hätte selbst eine Anzugjacke und Krawatte oder Fliege getragen, aber meine Mutter wollte nicht, dass ihre Arbeitskollegen bemerken, dass ich lesbisch bin. Es ist ihre „Ruf der auf dem Spiel steht"
Wir gehen herum und begrüßen jeden den wir sehen. Wir haben den Bildungsausschuss, den Bürgermeister, unsere Direktor und die Vorgesetzten meiner Mutter getroffen. Ich tue mein Bestes zu lächeln, aber das letzte was ich tun will ist sich schick anzuziehen und etwas vorzuspielen. Wir sind eine unperfekte Familie und ich bin schlecht darin, das für mich zu behalten.
Ich bleibe im Hintergrund, als meine Mutter über die neusten Erfolge von Will spricht. Es ist, als hätte sei keine Tochter und so sehr es mich auch nicht interessiert, gibt es da einen kleinen Teil, den das verletzt. Ich bin wie unsichtbar. Vielleicht ist es weil als ich noch mit Ell zusammen war, ich mich wie jemand gefühlt habe. Mit ihr habe ich mich wichtig gefühlt. Als würde das was ich tun, wichtig sein, auch wenn es schlechte Dinge waren. Es war ihre Liebe, naja was ich dachte, das ihre Liebe war...hat mich zurück gehalten zu sehen, dass die Liebe meiner Mutter nicht existiert hat...jetzt wo Ell weg ist...meine Wichtigkeit im Leben ist auch weg.
Es sind diese Gedanken, die mich jede Nacht quälen, mich auf diese Zugschienen zu legen. Vielleicht klingt das kindisch, aber wenn du nichts hast, keine Mutter, keine Freundin, keine Freunde, kein Bruder, wirklich nichts...wird man fast verrückt.
„Carmilla Süße, Vordenburg, der Geschäftsführer der Firma, würde dich gerne kennenlernen"
Ich seufze, stelle mein Getränk auf den Tisch neben mir und setzte ein gefälschtes Lächeln auf, bevor ich zu ihm gehe.
„Es ist schön sie kennen zu lernen"
„Freut mich auch" er nimmt meine Hand und küsst sie „Frau Carmilla Karnstein. Ihre Mutter redet nicht viel über sie"
DU LIEST GERADE
Last Call (Übersetzung)
Fiksi PenggemarDas ist die deutsche Übersetzung zu der englischen Geschichte "Last call". Die Rechte gehören alleine der Autorin, also wendet euch an sie oder fragt über mich. (Das erste Kapitel ist eine bessere Beschreibung) Carmilla ist kurz davor Suizid zu bege...
