'Ich vergaß, dass ich mich versteckte, legte das Glas mit Wasser ab und klatschte mitgerissen in meine Hände."
Schlagartig drehte er sich um ich sag wie er blutrot anlief.
„Ohh.. ähh... l-lea ich, ich wusste nicht, d-dass du hier bist ähm", stotterte er, „ ich äh dachte, du wärst noch in der Küche. Kannst du es ihr bitte nicht sagen?"
Er schaute mich besorgt an.
Ich verschränkte meine Arme vor der Brust und schaute ihn mit einer hochgezogenen Braue an. „Du erwartest doch jetzt nicht allen ernstes, dass ich es ihr nicht sage?! Man ihr passt so gut zusammen..."
Als ich das sagte schaute er mich schmollend an.
„Ok, ok. Ich sag ihr nichts, aber du musst es tun."
„Danke", sagte er erleichtert und lief auf mich zu um mich zu umarmen. Als er seine Arme ausbreitete und nur noch einen Schritt vor mir stand schüttelte ich lachend meinen Kopf, doch erwiderte seine Umarmung.
„Übrigens weiß ich, dass du auf Harry stehst."
Ich löste mich von ihm und schaute ihn erschrocken an. Das jetzt abzustreiten wäre nutzlos gewesen. War es aber wirklich so offensichtlich? Genau das fragte ich ihn.
„Na ja... er merkt es wahrscheinlich nicht, aber wie du ihn anschaust, deine Gesten und alles, sagen mir, dass du ihn magst. Also dieses andere mögen... lieben."
Als er dieses Wort erwähnte schlug mein Herz schneller, ich vergaß zu Atmen und dachte nur noch an Harry. Wie er mich bei ihm schlafen ließ, an seine wunderschönen Augen, seine Locken, einfach an alles an ihm.
„Hey", sagte er dann nach einigen Sekunden des Schweigens , „ich werd's ihm schon nicht sagen." Er lächelte mich aufheiternd an. Ich bedankte mich bei ihm und wir machten uns auf den Weg ins Freie, zu Harry. Der, wie wir sahen, schreiend über dem Baum flog und sich mit einer Hand an einem Ast festhielt.
„Harry was machst du da?", fragte ich ihn lachend. Er runzelte die Stirn und rief zu uns herunter :„Um ehrlich zu sein... weiß ich es nicht."
Shawn lachte laut auf und fiel zu Boden, anstatt ihm irgendwie zu helfen. Ich verdrehte die Augen und richtete meinen Blick wieder auf Harry.
„Harry, alles was du tun musst ist, dich zu konzentrieren. Sonst nichts. Das kann doch nicht so schwer sein, immerhin habe ich es auch geschafft."
Er schluckte schwer und kniff seine Augen zusammen.
„Du schaffst das", ermunterte ich ihn. Er lächelte kurz leicht von oben herab.
Er kniff seine Augen zusammen.
Er lockerte seinen Griff, lies jedoch nicht los. Ich sah zu, wie er langsam sank. Er versuchte so gut wie möglich nicht in den Ästen zu verheddern. Leider blieb sein T-shirt an einem Ast hängen, riss und fiel zu Boden.
Shawn vielsagender Blick schnellte zu mir. Für diese Aktion konnte ich ihn echt schlagen.
Harry bemerkte Shawns Blick, reagierte aber nicht darauf sondern konzentrierte sich darauf, langsam und sicher zu sinken.
Am Boden angekommen fuhr er sich durch die Haare und wischte
sich über seine verschwitzte Stirn.
Ich musste zugeben, ich hatte diesen Anblick wirklich genossen.
Dieser Körper.
Ich konnte meine Augen von ihm nicht mehr abwenden.
Er merkte das zum Glück nicht, da er sich um seine Scgnittwunde an seiner Hüfte kümmerte.
„Na komm Lea, hilf ihm doch", fordert Shawn mich auf.
Ich wusste genau was er wollte.
Es kotzte mich an, doch gleichzeitig fand ich es auch süß.
Ich lief mit zittrigen Schritten auf ihn zu. Bei der Berührung mit seinem Arm durchzuckte mich ein Stromschlag.
Ich sah nach der Wunde.
Sie sah wirklich nicht gut aus.
„Ko-kommst du mit rein? Wir müssen dich verarzten...", sagte ich zu ihm. Mein Herz klopfte wie wild.
Er stützte sich mit seinen Armen an Shawn und mir ab und stöhnte vor Schmerzen. Langsam brachten wir ihn zum Baumhaus, wo Rachel noch immer schlief, und die Treppen hoch. Nachdem dies alle gut überstanden hatten setzte Shawn ihn auf sein Bett und ich holte in der Zeit den erste Hilfe Kasten, mit dem ich ihn dann verarztete. Er zuckte einige Male dabei. Darauf folgte ein inniger Blick von ihm. Auch ich konnte nicht mehr aufhören, ihn anzugucken. Nach zirka einer halben Minute des Anstarrens gab ich auf und stand auf. Er hatte sich noch nicht einmal bedankt.
Dann war es wohl klar, er hatte keine Interesse an mir. Er schaute mich verständnislos an, während mir eine Träne runter kullerte.
„Ist alles ok? Hab ich was falsch gemacht?", fragte er mich besorgt.
„Nein alles bestens", sagte ich und schniefte dabei.
Kurz darauf suchte ich die Flucht ins Freie und holte erst einmal tief Luft.
Dann lief ich irgendwo hin. Einfach weg. Aber ich lief nicht zu weit weg, immerhin wollte ich nicht, dass ich verloren gehe.
Ich dachte nach. Was, wenn Harry nichts verstand und Shawn ihm erklären muss, dass ich Harry mag? Oder was machten sie gerade? Wie ging es Rachel? War sie schon wach?
Man, da war man einmal weg und schon macht man sich Sorgen.
Langsam fing ich an mich zu langweilen. Ich saß mit gesenktem Kopf auf einem Baumstumpf und beobachtete eine Ameise, wie sie ihren weg nach Hause suchte. Mit meinen Augen verfolgte ich sie, bis sich die Wurzel, neben der die Ameise herumkrabbelte, sich zu bewegen schien. Ich rieb mir die Augen, ich dachte ich würde nur halluzinieren. Doch tatsächlich bewegte sich die Wurzel immer schneller. Plötzlich fühlte ich, wie der Baumstumpf, auf dem ich saß, zu kribbeln begann. Mit einem mal sprang ich vom Stumpf auf den Boden und beobachtete ihn. Er vibrierte schon förmlich.
Leide verbreitete sich das vibrieren und auch die anderen Bäume fingen an ihre langen Äste zu schwingen. Eine Flut von Panik überrumpelte mich. Ich blieb versteinert am Boden stehen und sag zu, wie die Bäume menschlich wurden. Die Äste wurden immer beweglicher.
Als eine Wurzel mich an meinem Bein kitzelte war es mit jedoch zu viel. Ich rannte, es war mir egal wohin. Aber die Bäume waren schneller.
Eine Wurzel packte mich am Fußknöchel und ich fiel mit einem lautem Krach auf den Boden. Alles tat mir weh. Ich konnte mich nicht wehren. Hilflos lag ich nun da, doch wie aus dem nichts half mir jemand.
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Die Auserwählten
FantasiaWas bei einem Klassenausflug eigentlich alles passieren könnte? Vielleicht trifft man auf eine Einhornherde ...oder findet vier außergewöhnliche Ringe? Ein Klassenausflug, der eigentlich ganz normal verlaufen sollte, bis plötzlich vier der Schüler...