And the clean coming will hurt

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Langsam frage ich mich ob dass alles nur ein Fehler war. War ich zu naiv ? Konnte dass mit Alex wirklich klappen ?

Ich hab mein gesamtes Leben hinter mir gelassen. Ich weiß nicht mehr was richtig oder falsch ist. Ich muss ein klaren Kopf bekommen. Die Koffer stehen immer noch mitten im Zimmer. Ich stelle sie in den Schrank. Dann geh ich duschen, zieh ein paar enge schwarze Jeans an und einen oversized Pulli. Dann meine converse, auch schwarz. Ich nehm mein Handy auch mit, für den Notfall, lass es aber aus, ich brauch meine Ruhe. Dann verlass ich seine Wohnung, und werfe einen letzten Blick auf die beiden. Ich hätte sie wecken können. Aber dann ? Ich hätte einen Streit angefangen, und die rosa Wölkchen wären zerplatzt. Also geh ich, in der Hoffnung, dass Alex mir nachher alles erklärt.

Als ich die Wohnung verlasse, beschließe ich nicht zu weit zu gehen, sonst find ich am Ende nicht zurück. Ich finde eine einen kleinen Park. Es ist warm, richtig warm. Mein Pulli ist viel zu warm, aber ich hab nur Unterwäsche drunter. Ich setze mich auf eine Bank. Es ist fast Mittag. Viel machen kann ich nicht, ich hab mein Geld in der Wohnung gelassen. Und wenn hätte ich eh nur Euros.

Also beobachte ich die Leute. Ich sehe viele Mütter, perfekt angezogen, den Kinderwagen vor sich her schiebend. Ich sehe auch viele Jogger, Leute die auf der Wiese sitzen, lachen, lesen oder Musik hören. Mein Blick schweift über den Park. Plötzlich bleibt mein Gesicht an einem Fleck hängen. Ich frage mich ob ich richtig sehe,und kneife die Augen zusammen. Doch ich bin mir sicher, auf der Wiese sitzt  ganz unverkennbar Marcus. Dass gesamte Blut weicht aus meinem Gesicht. Mir wird fast übel. Marcus. Marcus, von dem ich nie jemanden etwas erzählt hab. Marcus der mir die schlimmsten 2 Wochen meines Lebens verschafft hat. Doch ich hatte Glück, wir sind umgezogen,ich hab Facebook gelöscht, und meine Nummer geändert. Und jetzt. Jetzt sitzt er in Los Angeles. Ist dass wirklich nur ein Zufall?

Mir ist immer noch schwindelig. Ich halte mich an der Parkbank fest, um aufzustehen. Doch es ist zu spät. Er hat mich gesehen, und rennt auf mich zu, den gleichen Blick in den Augen,wie vor einem Jahr. Ich renne weg. Ich drehe mich nicht um. Ich renne und renne. Die zwei Wochen damals, spielen sich immer wieder in meinem Kopf ab. Die alte Hilflosigkeit ruft sich mir wieder ins Gedächtnis. Diesmal nicht,sag ich mir. Marcus wird mich nicht kriegen. Ich renne und irre durch unbekannte Straßen. Ich sehe kaum noch Menschen, die kleinen Straßen werden immer leerer. Ich weiß, dass Marcus hinter mir ist. Ich höre seine Schritte, direkt hinter mir. Doch er wird mir dass nicht wieder antun. Nein. Ich renne schneller, es kommt mir wie Stunden vor, bis ich es wage mich umzudrehen. Er ist weg. Ich hab es tatsächlich geschafft. In Extremsituationen ist man anscheinend wirklich in der Lage Wunder zu vollbringen.

Ich bin immer noch außer Atem. Ich muss zurück zu Alex. Ich muss ihm alles erzählen. Ich hab noch nie über Marcus geredet. Aber jetzt ist die Lage ernst. Sollte dass aus Alex und mit wirklich etwas werden, -und dass hoffte ich- dann werde ich auch dass ein oder andere Mal in der Presse landen. Marcus wird mich so immer finden können. Ich muss zu Alex, jetzt sofort.

Es ist fast schon dunkel, als ich bei Alex bin. Ich bin durch die halbe Stadt geirrt. Ich hätte natürlich Alex anrufen können, dass er mir zur Hilfe eilt, aber ich wollte, warum auch immer, allein zurück finden. Ich klingele an dem "Turner" Schild. Er wohnt in einer Altbauwohnung. Ich hätte nie gedacht, dass man so eine noch in LA findet. Dass Haus hat 5 Stöcke. Er wohnt ganz oben. So schlicht sich "Altbauwohnung" im ersten Moment anhören mag, seine Wohnung ist riesig. Aber nicht protzig. Irgendwie rustikal und elegant zu gleich.

Ich höre eine Stimme durch die Lautsprecher.

"Hello? " sagt Alex. Er hört sich fertig an.

Ich sag ebenfalls "hello" und fühl mich dabei total bekloppt. Er öffnet die Tür. Als ich mit dem Aufzug, nach oben komme, läuft er mir schon entgegen.

Stunden später hatte ich das wohl längste Gespräch hinter mir. Alex dachte, dass ich wieder nach Hause geflogen bin, weil er meine Koffer nicht gesehen hatte. Die hatte ich zuvor ja aber nur im Schrank verstaut. Er erklärte mir auch die Sache mit Arielle. Sie hatte ihm zwar betrogen, aber er macht sich trotzdem deswegen Schuldgefühle. Seit ihrer Trennung, ist Arielle "crazy" geworden. Er hat Angst, dass sie sich etwas antut. Er hat mir aber auch versichert, dass er keinerlei Gefühle mehr für sie hat. Dann war ich an der Reihe. Ich musste ihm von Marcus erzählen. Ich erzählte ihm von den 2 Wochen, an denen meine Eltern mal wieder auf Geschäftsreise waren. Die 2 Wochen in denen ich Marcus kennenlernte. Dass es mein erster Freund war. Und was er mir angetan hat. Er war 20, ich 17. Trotz seiner jungen Jahren, hat er jeden Abend getrunken. Er hat sich bei mir Zuhause eingenistet. Nach der Schule auf mich gewartet. Wenn ich Glück hatte, musste ich Abends nur dass tun, was Frauen seiner Meinung nach eben für Männer machen müssten. Doch meistens hatte ich kein Glück. Er war betrunken, wurde gewalttätig, und hat mich geschlagen. Er drohte mir immer wieder. Wenn ich nicht meine Klappe halte, werde ich es bereuen. Ich war so dumm, und hab meine Klappe gehalten. Den bevorstehenden Umzug hab ich Marcus verschwiegen. Ich hab gesagt er muss raus aus der Wohnung, weil meine Eltern bald zurück kämen. Und dann war ich weg. Und hab ihn nie wieder gesehen. Bis heute.

Alex holte unnötiger Weise ein Kühlpack, für mein blaues Augen, wofür er sich jetzt  nach der Geschichte nur noch mehr schuldig fühlte. Dann nahm er mich in den Arm. Er sagte mir immer wieder dass wir eine "solution" finden würden für alles.

"I love you, Luna. I will never hurt you. I promise. " flüstert er mir ins Ohr. Ich weiß jetzt, dass es trotz all den Geschehnissen kein Fehler war Alex zu begleiten. Jemanden so zu lieben, wie ich ihn liebe, dass gibt es nur einmal...

I wanna be yoursGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt