900 Votes Kurzgeschichte : Die Mitbewohnerin

542 46 3
                                        

Diese Geschichte ähnelt etwas dem Horrorfilm <<The Echo>>. Die Handlung ist eine völlig andere ! Nur die Umgebung ist etwas ähnlich. Manche Sachen erwähne ich extra nicht, wie das Aussehen oder die Namen. 

Verängstlicht fiel ich auf den Po. Die Tränen flossen mir die Wangen runter und ich bettelte ihn an, es nicht zu tun. Vergeblich. Mit seinem Gürtel fing er an mich auszupeitschen. Ich versuchte mein Jammern und Schreien zu unterdrücken, denn sonst wär er noch wütender geworden. 

Am nächsten Morgen stand ich auf und sah mich im Spiegel. Überall hatte ich blaue Flecke und Kratzer. Geschlafen habe ich auf der Couch. 

Wieso passiert sowas mir ? 

Ein Schrei riss mich aus den Gedanken und ich lief die Treppe hoch. 

''Shhh, alles ist gut. '', flüsterte ich und nahm mein Baby. 

Sie war mein ein und alles. Ich liebte sie über alles. Meine Kind. Meine Nora. 

Dass ich das Kind zusammen mit diesem Säufer zusammen hatte, war schon komisch. In meinen Armen versuchte ich das schreiende Kind zu beruhigen. 

''Mama ist hier. '', flüsterte ich. 

Dies half nicht, also fing ich an zu singen. Wie auf Befehl hörte sie auf zu weinen und starrte mich mit ihren großen Augen an. Mit dem Kind auf den Armen blickte ich in den Spiegel an der Wand. Alles was ich sah, was ein ruhiges Kind in den Armen einer dünnen, blonden und mit blauen Flecken überdeckten Frau. Tränen kamen mir hoch, denn ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich wollte es nicht mehr. Erneut sah ich das Kind an. Es lächelte und griff nach meinem lockigen Haar. 

Ich werde dich davor beschützen. 

Sage meine innere Stimme. Ohne weiter zu zögern legte ich zuerst das Kind wieder in das Kinderbett und suchte einen Koffer raus. Das notwendige warf ich einfach rein, denn ich beeilte mich. Ich wollte nicht länger im Haus bleiben. Mein ganzen Schmück und das zur Seite gelegtes Geld nahm ich und verließ mit Nora das Haus. Ich nahm ein Taxi und fuhr einfach in eine der Großstädte. 

Miami. 

Hier wird er mich nicht finden

Nachdem Ich bezahlt habe, stieg ich aus. Mit meinem Baby auf dem Arm und dem großen Reisekoffer in der anderen Hand ging ich die Straßen entlang. Den ganzen Tag war ich auf der Suche nach einem Hotel, dass auch in meiner Preisklasse war. Doch ich fand nichts. Ich hatte nicht viel Geld. Langsam wurde es dunkel und ich verlor die Hoffnung. 

''Entschuldigung Madam, wissen sie vielleicht wo hier ein billiges Hotel ist ?'', fragte ich eine ältere Frau. 

Diese guckte mich mit großen Augen an und scannte erstmal meine Lage. In dem Moment als ich mich Entschuldigen wollte, weil ich dachte, dass ich keine Antwort bekommen würde, streckte sie den Finger aus. 

''Motel Raven. Geradeaus. '', sagte sie. 

''Vielen Dank. '', lächelte ich und ging weiter in das gruselige Bezirk hinein. 

Die Dame log nicht und nicht weit weg stand es tatsächlich. Das angeblich ''billige'' Motel. Die dreckige pink leuchtende Schrift war schon alt, was man sofort sah. Ich hatte keine andere Wahl als reinzugehen. Der Besitzer des Hotels sah mich komisch an. 

''Wie viel kostet das Zimmer bei euch ?'', fragte ich ihn. 

Er sah mich mit seinem leeren Blick an. Plötzlich fing das Baby an zu weinen. 

''Wie lange wollen Sie bleiben ?'', stellte er eine Gegenfrage. 

''Wenn es geht bis zum Ende des Monats. '', wurde meine Stimme leiser. 

SpecialsWo Geschichten leben. Entdecke jetzt