"Miss Okeanos, es freut mich sie endlich wieder in meinem Unterricht begrüßen zu dürfen.", Professor Sanistra lächelte sie breit an. Neith war zu spät aufgestanden als dass sich der restliche Schultag noch großartig für sie gelohnt hätte, so konnte sie nur noch an Astronomie teilnehmen, da dies im Gegensatz zu den anderen Fächern ausschließlich nachts statt fand. Neith erwiderte ihr Lächeln, "Es freut mich ebenso, Professor. Astronomie hat mir wirklich gefehlt." "Sie hätten keine bessere Antwort geben können!", gluckste die schwarzhaarige.
Die Stunde verlief ruhig und entspannt, so steigerte sich Neith's gute Laune sogar. Der Himmel über dem Astronomieturm war einfach unglaublich schön. Betörender als es jeder Zauber der großen Halle jemals hinbekommen könnte. Neith schaute gen Himmel und versank in Gedanken. Es war seltsam, sie hatte Kelly sowie Snape heute den ganzen Tag über nicht zu Gesicht bekommen. Sie schienen wie vom Erdboden verschluckt. Gedankenverloren zeichnete sie einige Sternbilder in ihr Heft, doch kam nicht weit, da schweifte ihre Konzentration schon wieder ab. Einzig und allein Frank und Zeus hatten sie herzlich empfangen. Zeus hatte sich sogleich schnurrend auf ihrem Schoß nieder gelassen, kaum dass sie saß und Frank knabberte liebevoll an ihrem Ohrläppchen als sie ihn aus seinem Käfig befreite. Kelly war so freundlich und hatte sich um die Beiden gekümmert während ihrem Aufenthalt im Krankenflügel.
Bei ihrem ganzen Starren bemerkte Neith etwas am Himmel. Ein heller, sternähnlicher Punkt am Himmel, der ein wenig einsam dort pragte. "Professor Sinistra?", fragte die Ginger ihre Lehrerin. Diese kam sofort herbei geeilt, "Hast du Fragen, meine Liebe?". Ohne den Blick von dem Stern zu nehmen, deutete sie auf ihn, "Was ist das? Zu welchem Sternbild gehört dieser Stern dort, direkt neben der großen Waage?".
Die Professorin lächelte bedächtig, "Es freut mich dass du diesen Stern gefunden hast, Neith. Nur die wenigsten sehen ihn, weißt du? Du wirst bald erfahren was er nützt.", ohne ein weiteres Wort drehte sie sich weg und ging. Ihr letzter Satz klang so ruhig, raunend, als wäre er ins Neith's Gedanken widergehallt. Verwirrt blickte die Slytherin ihrer Lehrerin hinterher. Sollte sie sich Gedanken darüber machen? Ein Stern den nur wenige bemerken, beziehungsweise den manche gar nicht erst sehen können. Was zum Teufel war an diesem anscheinend so besonderen Tag geschehen, dass jeder meint ihr etwas verschweigen zu müssen? Angestrengt versuchte sie sich zu erinnern, doch wieder kam nur der kleine Schneesturm in ihre Erinnerungen zurück.
"Neith, wir müssen reden.", flüsterte auf einmal eine leise Stimme. Erschrocken fuhr die Rothaarige herum und blickte in ein Paar blaue, geheimnisvolle Augen. Kelly sah sich kurz um, als dürfte sie Hogwarts eigentlich nicht betreten, dann verschwand sie im Astrologieturm. Neith konnte sich nicht entscheiden welches Gefühl sie gerade am ehesten einnahm. Überraschung, Verwirrung oder durch die Wut. Wut vor allem deshalb weil Kelly sich den ganzen Tag nicht hatte blicken lassen und dann mit so einer Aktion kam. Ein wenig beleidigt trottete sie ihrer Freundin hinterher. Was hatten sie denn bei Merlins Bart zu bereden? Hatte Jeffrey irgendetwas angestellt? Musste sie die Schule wechseln? War Kelly schwanger?! Gut, die letzten zwei Theorien waren ein wenig überspitzt und unwahrscheinlich, aber Neith machte sich Sorgen!
Während Neith ihrer Freundin durch die zahllosen Schlossgänge folgte, saß ein ziemlich frustrierter Professor Snape in seinem Büro und massierte sich die Schläfen, mit der Hoffnung seine Migräne würde sich zumindest ein klein wenig bessern. Tat sie nicht. Im Gegenteil, der Gedanke daran das Neith nun erfahren würde was an jenem Abend vorgefallen war, kostete ihm den letzten Nerv. Er war unentschlossen ob das Mädchen die Wahrheit vertrug oder ob er hier gerade einen schrecklichen Fehler beging.
Kelly, mit ganzem Namen Kendal Rutherford, kam heute Morgen auf ihn zu und begann ein sehr intensives Gespräch, welches unerwartet den restlichen Tag beanspruchte. Kelly wusste von Neith. Ihre Abstammung, ihre Macht, ihre Vergangenheit, alles. Snape berichtete seine Theorie und sie bestätigte sie, jedoch war die Wahrheit viel tief schneidender als der Professor es sich hätte erträumen können. Es war unfassbar. Neith's Existens bewies dass alle geglaubten Grundlagen der Existenz anderer, nichts wert waren. Die Gesetze der Physik, Humbug. Die Frage ist wohl eher ob Snape die Wahrheit vertrug, er fühlte sich nämlich gerade gar nicht danach.
Kelly und Neith hatten sich mittlerweile auf dem Erker ihres Klassenzimmers eingefunden und blickten auf das dunkle Hogwarts vor ihnen. Astrologie musste mittlerweile vorbei sein, doch das interessierte Neith ziemlich wenig. Sie betrachtete ihre Freundin von der Seite. Scheinbar war sie fünf Jahre im Koma gelegen, so fühlte sie sich jedenfalls nachdem sich jeden so verändert hatte. Die Brünette sah erwachsener, ernster, weiser aus, als je zuvor. Ihre Augen strahlten Erfahrung und Wissen aus, es war als würde sie McGonagall in ihren jungen Jahren in die Augen schauen. "Sag es mir. Was ist passiert? Warum lag ich im Krankenflügel? Warum schweigt mich jeder an? Warum tut jeder zu geheimnisvoll? Verdammt, Kelly, rede endlich mit mir!", bellte die Okeanos.
Ihre roten Locken tänzelten im Wind und die goldenen Augen blitzen durch die Dunkelheit. Kelly drehte sich zu ihr und lächelte ein wenig. "Dass du es noch nicht selbst bemerkt hast, Okeanos. Es ist so offensichtlich.", lachte sie leise. Verständnislos blinzelte die Slytherin ihre Freundin an. "Was bemerkt? Jetzt sag es mir doch einfach!", fauchte Neith. Kelly musterte sie einen kurzen Moment, dann drehte sie sich wieder zu dem Fenster. "Das Buch was du letztens gelesen hast, war es spannend?" "W-Was zum.. Ja, aber wie bringst du dass nun damit in Verbindung?", Neith stöhnte entnervt auf, "Jetzt hör auf so auf geheimnisvoll zu machen und komm auf den Punkt. Du willst mich nicht wütend erleben!".
Fast entwich der Rothaarigen ein Knurren, doch sie hielt es gerade noch so zurück. Kelly lachte auf, "Das glaube ich dir sogar nur zu gern. Nun schön. Ich wollte dich sanft aufklären, doch wie ich hörte kannst du vieles gut weg stecken.", seufzte die Brünette. Sie überlegte kurz wo sie anfangen sollte, dann begann sie zu reden. "Nun, du kennst dich ja gut mit der griechischen Mythologie aus, sagen wir es so, es ist kein Zufall dass du dich dafür interessierst. Es gibt sie, die Götter, Monster, magische Kreaturen, Titan, es gibts sie alle. Alles was über die griechische Mythologie bekannt ist und noch mehr, es ist wahr.".
DU LIEST GERADE
Under the Sea ~ Severus Snape FF
FanfictionDie Geschichte spielt im Jahre 1979, noch bevor der junge Potter selbst seine Schulzeit begann. Neith Okeanos beginnt ihr sechstes Jahr an Hogwarts, frisch dazu gekommen. Keep reading.
