Kai schaute sie irritiert an, "Woher soll der den bitte wissen was Voldemort ausheckt? Ist er etwa auch ein Todesser?". Neith schüttelte schnell den Kopf, "Nein, auf keinen Fall. Das glaube ich nicht. Er meinte ich solle nicht fragen woher er das wusste, da vertraue ich ihm auch. Ist doch jetzt auch egal, Kai, du solltest verschwinden. Such dir einen Unterschlupf und ich hole dich wenn die Gefahr vorbei ist.". Der Okeanos schüttelte perplex den Kopf und runzelte die Augenbrauen, "Wie bitte?! Ich soll mir einen Unterschlupf suchen? Wie wäre es wenn du mitkommst?". Neith biss sich auf die Lippe, "Kai, sie wissen noch nicht dass wir verwandt sind. Du hast sie in Frankreich gesehen, da bezweifle ich dass sie nach mir, die in England wohnt, suchen werden.". Kai klappte der Mund auf. "Bist du von Sinnen? Wie ich die einschätze werden sie hier herein platzen, dich ausfragen und wenn du nicht nützliches von dir gibst werden sie dich eiskalt abmurksen!", seine Stimme wurde laute und eine Welle von Frust schwang in ihr mit. Die Slytherin knetete nervös ihre Hände und hielt den Blick am Boden. "Ich- Ich kann mich verteidigen, besser als du glaubst. Mir wird nichts passieren. Aber du solltest fliehen, dann verlieren sie den Glaube dich hier in Bristol zu finden.". "Neith, nein. Verdammt, du kannst dich nicht verteidigen, diese Typen sind brutale Killer, mit denen wirst du nicht fertig!", er baute sich bedrohlich vor seiner Schwester auf und in diesem Moment erinnerte Kai sie so verdammt sehr an ihren Vater. "Ich kann sehr wohl kämpfen, glaubes mir einfach, ich-". doch sie wurde unterbrochen. "Nein, nein Neith. Nein. Nur weil du glaubst deine ach so tollen Kräfte könnten dich beschützen, heißt dass nicht dass ich das Risiko eingehe und meine kleine Schwester hier blutdürstigen Mördern überlasse! Neith, du magst zwar Ichor in dir tragen, du kannst aber noch lange nicht Gott spielen, warum geht das nicht in dein Hirn rein?!". Neith's Augen weiteten sich bestimmt um einige Zentimeter als er diese Worte aussprach. Es schwang so eine unglaubliche Wut darin. "D-Du weißt davon? Du weißt von den Kräften?", piepste sie und ihre Stimme war im Vergleich nicht einmal annähernd selbstbewusst.
Kai raufte sich die Haare, "Natürlich weiß ich davon! Ich habe vierzehn Jahre mit dir zusammen gewohnt und da ist mir so einiges aufgefallen. Dad hat es mir dann letzten Endes erzählt und ich habe keine Lust mehr zu streiten. Du gehst jetzt hoch, packst deine Sachen und wir gehen. Los.". Gestresst drehte er sich wieder zum Fenster und ließ so eine sprachlose und zugleich deprimierte Neith zurück. Niedergeschlagen stieg sie die Treppe hoch. Seine Worte brannten wie Salz in der Wunde. Du kannst noch lange nicht Gott spielen. Dieser Satz stimmte mehr als ihr Bruder es sich wohl vorstellen konnte. Eilig packte sie alles was in den Koffer passte in eben diesen, nahm Franks Käfig und rief Zeus zu ihr. Voll bepackt kam sie nun wieder zu ihrem Bruder welcher gerade dabei war alle Lichter im Haus zu löschen. Er atmete tief durch und drehte sich schließlich zu seiner Schwester um, "Hör zu, was ich gesagt habe, war vielleicht nicht richtig überdacht. Ich glaube du kannst dich sehr wohl gegen diese Leute wehren, aber ich will das Risiko nicht eingehen dass meine kleine, naive Schwester sterben muss weil ich zu feige und der Feind zu stark war. Du verstehst mich doch, oder?". Die Slytherin nickte kurz und schwach, dann legte sie ein leichtes, gestelltes Lächeln auf.
Leider nahm ihr Bruder ihr dieses Lächeln ab und bot ihr seinen Arm an. Diesen ergriff sie zögerlich und kaum hatte sie den Stoff seines Ärmels berührt, zischten sie auch schon durch Raum und Zeit. Ihr Körper fühlte sich nach all den Malen schon fast normal an, so oft schon war sie mit ihrem Bruder oder ihrer Mutter gereist. Binnen weniger Sekunden fand sie sich vor einem alten, scheinbar längst verlassenem Haus wieder. Es war eher eine kleine Holzhütte als ein Haus, wenn man es genau nahm. Die Hütte bestand aus zusammengenagelten Holzlatten und einem sehr bedürftigem Dach. Der Efeu fraß sich schon an den Wänden hinauf und jegliche Fenster welche die Unterkunft besaß waren schonungslos zertrümmert. Unkraut und Büsche wuchsen wild um das Haus herum und wirklich bewohnbar sah es nicht mehr aus. Neith verzog den Mund, "Müssen wir wirklich in so einer Bruchbude wohnen? Es gibt doch genügend Hotels, oder?". Kai lachte, "Slytherin passt ziemlich gut zu dir, fällt mir gerade auf. In einem Hotel würde man uns sofort finden und dazu würden wir unschuldige Zivilisten in Gefahr bringen. Das können wir nicht riskieren.", ihr Bruder wuschelte ihr durch die Haare und ging auf die brüchige Tür zu. Neith zog die Augenbrauen zusammen, rannte ihm dann allerdings eilig hinterher. "Warte doch mal auf mich!".
Von innen sah das Gebilde auch nicht wirklich gepflegter aus. Eine dichte Staubschicht überlagerte alles was dort stand und die Möbel waren alle vermutlich von Ratten oder anderen Tieren angeknabbert worden. Neith kam dieser Ort unbegreiflicher Weise ziemlich vertraut vor, doch wirkliche Erinnerungen an hier hatte sie keine wie es schien. Kai tauchte hinter ihr auf und legte ihr eine Hand auf die Schulter, "Mom kam früher oft mit uns hier her, doch da warst du noch ein Baby, ich bezweifle dass du dich noch an hier erinnerst. Als sie ihren Job verlor, kostete uns dieses Haus leider zu viel als dass wir es hätten behalten können.". Neith nickte nachdenklich. Ihre Mutter hatte einige Male von einem Ferienhaus geschwärmt, doch die Slytherin hätte nie angenommen dass dieser Ruin mal einer Familie als Heim gedient hatte. "Sebastian sollte demnächst auch noch kommen. Ich hätte es nicht über das Herz gebracht ihn zurück zu lassen. Das Haus bietet keinen wirklichen Schutz, doch im Keller sollten wir sicher sein. In diesem Gebiet herrschte früher Krieg, deshalb sind die meisten älteren Häuser hier noch mit Sicherheitsbunkern bestückt.". Der Brünette wand sich nun von ihr ab und ging in einen Raum welcher wohl mal eine Küche darstellen sollte.
Neith setzte sich dagegen auf einen alten, ziemlich zerfetzen Sessel im Wohnzimmer und ließ die ganze Atmosphäre auf sich wirken. Sie konnte sich gut vorstellen wie ihre Mutter damals in eben diesem, einst gemütlichem, Sessel saß, einen ihrer Krimis laß und dabei mal wieder in einer der ungemütlichsten Positionen überhaupt eingeschlafen war. Wie Kai draußen, auf der blütenübersäten Wiese mit ihr spielte. Seiner kleinen Schwester. Sie war wirklich froh über ihre Familie. Für nichts der Welt hätte sie Kai und ihre Mutter im Stich gelassen, dafür liebte sie sie zu sehr. Zu ihrem Vater brauchte sie nichts sagen. Er gehörte schon lange nicht mehr zu ihrer Familie, da war sie sich sicher.
Ein unsicheres Klopfen ließ sie aufblicken. Kai hastete mit einem breiten Grinsen zur Tür, "Dass muss er sein.". Neith hatte diesen Basti noch nie wirklich kennengelernt, sie kannte ihn nur aus diesen unendlichen Geschichten ihres Bruders. Sie blickte uninteressiert aus dem dreckigen Fenster und beobachtete wie kleinste Staubflocken in dem seichten Sonnenlicht tanzten. Sie hörte wie die Tür aufging und die beiden Männer sich begrüßten, doch Neith war das egal. Ihre Gedanken glitten zu ihrem Hauslehrer. Sie dachte daran wie seine Haare in dem goldenen Licht glänzen würden, seine Augen die sanfte Sonne in sich aufsaugten, wie sich Wärme und intensive Gefühle in ihnen widerspiegelten. Schon lange hatte sie aufgegeben solche unangemessenen Gedanken aus ihr zu verbannen, doch wie das so mit der Liebe ist, übernimmt sie nach und nach die Seele bis sie auch den tiefsten Kern in Anspruch nahm. Ihr stiegen Tränen in die Augen. Vielleicht würde sie in wenigen Stunden sterben und ihre letzten Worte waren würdelos auf einer heraus gerissenen Seite ihres Buches festgehalten. Bleiben sie wie sie sind, so sind sie am Besten. Bei allen Göttern, dass war doch noch lange nicht alles was sie sagen wollte. So vieles empfand sie gegenüber ihrem Lehrer und alles was sie ihm sagen konnte, war er solle so bleiben wie er ist.
Noch nie hatte sie einem Menschen gegenüber so intensiv gefühlt, er war ihr Traummann in schwarz und der einzige Mann mit dem sie sich eine Zukunft vorstellen konnte. Sie biss sich auf die Lippe. Es tat verdammt weh ihn zu sehen und zu wissen wie verboten es war. Dazu, was wollte er mit einem kleinen Mädchen wie ihr? Sie war nicht reif genug für ihn, das wusste sie auch, doch akzeptieren war eine andere Sache als wissen. Sie krallte ihre Fingernägel in den zerrissenen Stoff des Sessels, da riss sie ihr Bruder aus den Gedanken. "Neith, darf ich dir meinen Partner Sebastian vorstellen?"
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Under the Sea ~ Severus Snape FF
FanfictionDie Geschichte spielt im Jahre 1979, noch bevor der junge Potter selbst seine Schulzeit begann. Neith Okeanos beginnt ihr sechstes Jahr an Hogwarts, frisch dazu gekommen. Keep reading.
