In erster Linie hat sie kein Problem mit Louise Martin. Hierbei geht es nur ums Prinzip. Das jedenfalls versucht sie sich selbst einzureden. Natürlich ist sie eifersüchtig. Sie hat mit dem Abendessen nicht gewartet, hatte ihm dennoch einen Teller zurechtgemacht. Sie hat auch nicht 'allgemein' auf ihn gewartet, stattdessen hatte sie das abendlich übliche Glas geleert und wollte früh zu Bett. Natürlich ist es nicht bei einem Glas geblieben. Wieder einmal. Schließlich im Bett, mit Blick auf den großen silbernen Mond, ist sie sich einsam vorgekommen. Das hatte sie wütend gemacht und so einen baldigen Schlaf verhindert.
Als er spät nachts nach Hause gekommen war, hatte sie trotzdem schon tiefenentspannt geschlafen. Er hat das Fenster geschlossen, sie zugedeckt, ihr vorsichtig übers Gesicht gestrichen und sie in seine Arme gezogen. Ihn quälten Gewissensbisse. Natürlich war er bei ihr gewesen. Natürlich wusste sie das. Louise ist für ihn nichts weiter als Unterhaltung. Unterhaltung, die er eigentlich schon längst leid ist. Sie hat ihn allerdings in gewisser Weise in der Hand. Hat gedroht die Affäre an die große Glocke zu hängen. Etwas, das er sich unter gar keinen Umständen leisten kann. Louise war nett und beharrlich gewesen. Attraktiv und aufregend, aber Louise ist nicht sie, und würde ihr niemals gleich kommen.
Er verlässt ihre gemeinsame Wohnung am nächsten Morgen, noch bevor sie das Bett verlässt. Er ist sich sicher, dass sie längst nicht mehr schläft, verübelte ihr aber nicht, dass sie nicht mit ihm sprechen will. Er ist auch nicht so scharf drauf mit ihr zu sprechen. Er hatte von der Affäre erfahren und weiß nicht, wie er damit umgehen soll.
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Tainted Love
Short StoryEr betrügt sie. Das weiß sie. Sie betrügt ihn. Das weiß er. Dafür gibt es nur eine Lösung. Das wissen beide... Ein Machtspiel um Leidenschaft, Intrige und Mord beginnt.