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Am nächsten Tag war Jungkook so müde, dass er einfach beschloss noch ein bisschen weiterzuschlafen, aber er musste schauen dass er es nicht übertreibte. Selbst wenn er genug Freizeit hatte, er hatte trotzdem genügend zu tun, denn er wollte sich einmal selbstständig machen.

Als Fotograf, verstand sich.

Deswegen war er in letzter Zeit auch voller Elan was das anging. Und Motivation hatte er dank Yoongi genug.

Bevor er seine Augen wieder schloss, erhaschte der Schwarzhaarige einen kurzen Blick auf sein Handy — natürlich hatte Yoongi aufgelegt, aber er meinte gestern noch dass er etwas vorhatte also wunderte ihn das nicht.

Was ihn allerdings sehr wunderte ist die Nachricht, die Yoongi vor 3 Stunden abgeschickt hatte.

Yoongi
Danke für alles.

Sein Herz hämmerte ungesund in seiner Brust, so als würde es gleich rausspringen und er richtete sich plötzlich sehr hellwach im Bett auf, klickte auf die Nachricht und schrieb ihm schnell zurück.

WHATSAPP
Yoongi

Ist alles okay?

Als nach einer halben Stunde immer noch keine Antwort kam, machte sich Jungkook Sorgen. Aber richtige Sorgen. Er machte sich normalerweise keine, aber das war immer noch Yoongi und dementsprechend hatte er das Gefühl er müsste ihn aus einem komischen Grund beschützen.

Er beschloss aufzustehen und sich etwas anzuziehen, bevor er sich seinen Schlüssel mitsamt der Kameratasche schnappte und verließ umgehend die Wohnung. Vielleicht hatte er Glück und Yoongi würde beim Museum sein.

Also machte er sich auf den Weg zum Museum, natürlich mit dem Bus, dessen Haltestelle praktischerweise direkt vor seiner Haustür war. Genau deswegen hatte er sich diese Wohnung ausgesucht, denn er war schon fast zu abhängig von dem Bus. Er hatte zwar einen Führerschein, aber sah er so aus als ob er Geld für ein Auto hätte?

Richtig, er sah nicht danach aus.

Außerdem hasste er es lange Strecken zu gehen.

Als der Bus schräg vor dem Museum hielt, stieg er aus und ging — nein, er rannte schon fast den restlichen Weg zum Museum und es schien so, als wäre das Glück auf seiner Seite.

Jedenfalls, was Yoongi anging.

Der Weißhaarige bemerkte ihn natürlich nicht, weil er in einen handfesten Streit mit seinem Gegenüber verwickelt war, der sich als der Typ herausstellte mit dem Taehyung, also sein Ex-Freund, geschlafen hatte.

Jimin, so hieß er — das hatte ihm Yoongi erzählt.

Die beiden wurden immer lauter und es endete darin, dass Jimin ihm eine Backpfeife gab, was Jungkook rot sehen ließ.

Er ging auf die beiden zu und baute sich vor Jimin auf, während sein Körper Yoongi regelrecht verschwinden ließ, da er so klein war. Dieser Jimin war aber auch nicht gerade groß, deswegen sah er wohl auch eingeschüchtert aus.

„Was zur Hölle fällt dir ein, du ehrenloser Bastard? Fickst meinen Freund und schlägst deinen trotzdem? Wenn ich dich noch einmal in seiner Nähe sehe, bleibt es nicht nur bei einer Backpfeife. Da kannst du dir sicher sein."

Jimin wollte etwas sagen, aber so weit kam er nicht mal, da Jungkook ihn davon abhielt.

„Jetzt hau schon ab, na los!" Er spuckte diese Wörter regelrecht raus und es hatte die Wirkung, dass sein Gegenüber immer noch total eingeschüchtert von dannen zog.

Jungkook drehte sich zu Yoongi um, der angefangen hatte zu weinen. „Hey, alles gut...", versuchte der Schwarzhaarige ihn zu besänftigen und zog ihn in seine Arme, in der Hoffnung er würde nicht zu weit gehen.

Aber Yoongi schlang die Arme um ihn und schluchzte in den Stoff seiner Lederjacke. Jungkook strich ihm mehrmals über den Rücken und hielt ihn so lange, bis er sich beruhigte und sich von ihm löste.

„Danke, Jungkook." Yoongi schaute zu ihm hinauf und wischte sich die Tränen weg, etwas was Jungkook gerne getan hätte.

„Nicht dafür", winkte er ab und vergrub seine Hände in den Taschen seiner leicht abgenutzten Lederjacke. „Sonst alles okay bei dir?"

Yoongi nickte während er sich auf die Unterlippe biss, etwas was Jungkook eigentlich wild machte — jedenfalls war das bei Tae so der Fall gewesen, aber er musste sich zusammenreißen. Beide kamen gerade aus einer unglücklichen Beziehung und würden nicht sofort übereinander herfallen.

„Jungkook?", kam es schwach von Yoongi und dieser schaute ihn fragend an. „Ich... will ungern alleine sein. Können wir zu mir gehen?"

Er starrte den Weißhaarigen an und schluckte leicht. War das überhaupt eine gute Idee? Wieso konnten sie nicht wie üblich vor dem Museum herumhängen? Gab es einen Grund wieso Yoongi ausgerechnet in seine eigene Wohnung wollte?

Diese Fragen würden nicht von selbst beantwortet werden, das ist sicher. Aber er musste es einfach wissen, woran beide gerade sind. Die Neugierde war ein bisschen stärker, deswegen setzte er zu einer Antwort an, die Yoongi zu erleichtern schien.

„Klar."

𝚜𝚠𝚎𝚎𝚝 & 𝚜𝚘𝚞𝚛 • 𝚢𝚘𝚘𝚗𝚔𝚘𝚘𝚔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt