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Die Nächte waren die schlimmsten für Jungkook. Er lag stundenlang wach, weinte sich entweder die Seele aus dem Leib oder schrie in sein Kissen, sobald er wieder den einen Traum hatte, der sich seit einem Monat unerbarmlos wiederholte.

In dem Traum ging es darum, dass Yoongi ihm diese Wörter aus dem Brief ins Gesicht sagte, so wie Jungkook es gerne gehabt hätte und nicht anhand eines Zettels. Was fiel ihm eigentlich ein, war er jetzt schon so feige dass er nicht darauf warten konnte wie Jungkook aufwachte?

Aber trotzdem verstand er ihn in einer gewissen Art und Weise. Er wäre auch gewillt ihm das zu verzeihen, dennoch wusste er dass er das nicht einfach so vergessen konnte. Es war viel zu schwer.

Einen Tag nachdem er den Brief gelesen hatte, versuchte er Yoongi anzurufen aber er hatte seine Nummer blockiert, was dem Schwarzhaarigen einen zusätzlichen Stich ins Herz gab.

Auf Whatsapp anzuschreiben ging demzufolge natürlich auch nicht, denn wenn er ihn nicht mal anrufen konnte war seine ganze Nummer blockiert — auch Nachrichten zählten mit dazu.

Den Brief las er in der Woche noch mehrmals durch, versuchte ihn zu analysieren, aber er kam einfach nicht darauf. Er erinnerte sich an die Nacht, die sie sich miteinander teilten und dachte angestrengt darüber nach, ob er etwas getan hatte, was Yoongi nicht wollte.

Schlussendlich kam er zu der einzig logischen Erklärung und zwar dass der Ältere es genauso wollte wie er selbst.

Er hatte ihn weder abgeblockt, noch zu ihm gesagt dass er stoppen soll und genauso wenig war er alles andere als ablehnend.

Also was war es?

Er zerbrach sich vor allem in den Nächten mehrmals den Kopf darüber, aber wie auch sonst immer kam er wirklich nicht darauf. Nur zu der einen Schlussfolgerung, was ihm aber auch ziemlich komisch erschien, je mehr er darüber nachdachte.

Wenn Yoongi es so sehr wollte, würde er das alles gar nicht schreiben. Es musste einen anderen Grund geben, einen der Yoongi so sehr Angst machte dass er das auf keinen Fall mit Jungkook teilen wollte.

Trotzdem erschien ihm nichts mehr logisch und irgendwann hörte er auf, so wie er es immer tat, darüber nachzudenken.

Es hätte so oder so nichts gebracht, Yoongi war weg und damit musste er wohl oder übel leben.

Das einzige Problem an der ganzen Sache war, dass er das nicht konnte. Er wollte ihn zurück, auch wenn er ihn verletzt hatte, aber zum Glück war er gewillt ihm das trotzdem zu verzeihen.

Wenn es nur eine Möglichkeit gäbe um Yoongi zu erreichen, dann würde er das sofort tun. Nur leider gab es die nicht und sie rückte immer mehr in die Ferne, je mehr er daran zweifelte ihn jemals wieder zu sehen.

Und so lag er da, die Tränen nass auf seinen Wangen und war wieder an dem Punkt angelangt wo er eigentlich nicht mehr sein wollte.

𝚜𝚠𝚎𝚎𝚝 & 𝚜𝚘𝚞𝚛 • 𝚢𝚘𝚘𝚗𝚔𝚘𝚘𝚔Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt