Kapitel 24

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Tonys P.O.V.

Plötzlich kippte sie nach vorne und ich fing sie rechtzeitig auf. Ziva war bewusstlos und Panik breitete sich in mir aus. Wo war dieser blöde Arzt, wenn man ihn mal brauchte? „Ziva, kannst du mich hören?", ich legte sie vorsichtig auf den Boden, fließende Tränen erschwerten mir die Sicht. Ich drückte fest auf die blutende Wunde und fühlte ihren Puls, der gefährlich niedrig war. Ihr Herz schlug sehr langsam und in meiner Panik begann ich mit einer Mund-zu-Mund-Beatmung. Alle anderen äußeren Einflüsse nahm ich nicht mehr wahr, der Fokus war bei Ziva. Was die anderen taten, realisierte ich nicht. „Du darfst nicht sterben... bitte bleib bei mir", flüsterte ich heulend. Dann traf eine lärmende Sirene auf meine Ohren, die mir übernatürlich laut erschien. Zwei Personen rannten auf uns zu und wollten an Ziva heran. Starke Hände zogen mich wieder auf die Beine und hinderten mich daran, wieder zu meiner Liebe zu gehen. Es war Gibbs, der mich aufbaute und auf mich einredete. Ich hörte aber nicht zu, sondern sah aus dem Augenwinkel, wie Ziva in einen Krankenwagen verladen wurde. Ununterbrochen kullerte eine Träne nach der anderen, ich konnte es nicht verhindern. Da wurde mir erst bewusst, welch ein großer Stellenwert Ziva in meinem Leben hatte und ich sie um nichts in der Welt verlieren wollte. Als sie das Team verlassen hatte, hatte ich einige Dates und habe versucht, sie zu vergessen oder gar zu ersetzen. Es hatte mein Herz zerbrochen und ich wollte es auf die falsche Art heilen, Gottseidank hat es nicht funktioniert. Ziva war wieder da und ich spürte zwischen uns eine viel engere Bindung als jemals zuvor. Ich könnte mir ein Leben ohne Ziva einfach nicht mehr vorstellen, dennoch lagen einige Steine auf unserem Weg, wie diese Mission. Wäre ich ihr nie wieder begegnet, wenn sie nicht den Weg nach Washington D.C. auf sich genommen hätte? War das alles nur ein großer Zufall oder unsere Bestimmung? Eins stand fest: ich würde um die Liebe meines Lebens kämpfen. Ich würde sogar sterben, damit sie weiterleben konnte. Die Liebe war kompliziert: wieso wurde UNS dieser Stein in den Weg gelegt? Wir hatten es nie leicht gehabt und auch jetzt schien man uns das Glück nicht zu gönnen.

„Tony, sie wird schon wieder", Abby kuschelte sich seitlich an mich. Ziva wurde schon seit einer Ewigkeit behandelt und meine Nerven drehten langsam durch. Ich nickte nur schwach, das Reden war mir, nachdem Ziva in den Krankenwagen verladen wurde, vergangen. Die große Wanduhr tickte die ganze Zeit und machte mich wahnsinnig, weshalb ich den Wartebereich wortlos verließ und mir einen Kaffee holte. Ein doppelter Espresso war genau das, was ich jetzt dringend brauchte. Der Automat spuckte das dampfende Getränk aus und ich hatte schon diesen leckeren Geschmack im Mund. Vorsichtig nahm ich den Becher und trank ein Schluck, gutes Zeug.

Nur leider musste es wieder einmal anders kommen: Plötzlich öffnete sich, als ich etwas trank, der Deckel und die schwarze Flüssigkeit floss über meinen Hals und das Hemd. „Scheiße, verdammt!!", ich hüpfte kurz auf der Stelle und rannte zur nächsten Toilette. Das kühle Wasser verschaffte sofort Linderung, zurück blieben nur ein rötlicher Hals und ein bräunlich-nasses Hemd... Ich schlug mit der Hand gegen die Wand und fuhr mir durch die Haare, ich war wohl ein Pechvogel. „Warum nur?", flüsterte ich und lehnte mich an die Wand. Ein adipöser Mann, circa 25 Jahre alt, kam aus einer Toilettenkabine und sah mich fragwürdig an, bevor er den Raun mit den Waschbecken verließ. Der hat sich noch nicht einmal die Hände gewaschen, igitt. Ich riss mich zusammen und rannte Richtung Wartebereich, ich hatte Ziva FAST vergessen. Es waren nur unsere Leute und der adipöse Mann, war ja klar, im Wartebereich. „Alles gut, Kumpel?", Tim klopfte mir auf die Schulter. „Und wie, es könnte nicht besser sein", antwortete ich ironisch mit einer Prise Wut, da DeMill Ziva verletzt hatte und wegen dem Missgeschick eben.

Ein Licht am Ende des Tunnels tauchte auf: Der Arzt. „Sie können jetzt zu Miss David, Zimmer 22.", informierte er uns im perfekten Englisch, „Wir konnten sie erfolgreich behandeln. Die Schnittwunde am Arm verheilt von alleine, die Naht mussten wir allerdings wieder nähen." „Danke Doktor", antwortete Orell. Ich ging schnellen Schrittes, es war doch eher rennen, zu dem besagten Zimmer. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. War sie wach? Wie ging es ihr? Mit klopfendem Herzen öffnete ich die weiße Massivholztür.

Rückkehr mit FolgenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt