Kapitel 10

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Tonys P.O.V.

Bis zur Mirrorstreet brauchten wir 20 Minuten mit Sirene und rasantem Tempo. In der Zwischenzeit besprachen wir den Plan und ich konnte es nicht abwarten. Wir teilten uns auf: Ich ging vorne rein und Tim und der Boss hinten. Es war höchste Vorsicht geboten, da es nicht beleuchtet war und ein unübersichtliches Gelände vor uns lag. Ich checkte jeden Raum und dachte immer, hinter dieser Tür könnte sie sein. Die zwanzig kleinen Räume waren jedoch leer und so schwand meine Hoffnung immer ein Stück mehr, sie zu finden. „Nichts", teilte mir Tim über den Ohrstöpsel mit. „Ich habe sie auch noch nicht", langsam öffnete ich eine rote Tür und wurde von diesem scheußlich grellen Licht geblendet. Was ich dann sah, verschlug mir die Sprache: Ziva lag bewusstlos auf dem Boden, blutend und mit einem Messer in der Hand. „Ich habe sie. Rote Tür, südlich vom Vordereingang." Ich kniete mich neben sie und fühlte ihren Puls. „Sind unterwegs", antwortete Timmy und keine Minute später standen sie im Raum. „Sie lebt noch, aber ein schwacher Puls", ich strich ihr durch diese wunderschöne Löwenmähne. Tim rief einen Krankenwagen, während Gibbs Zivas Stichwunde unterhalb des Herzens begutachtete. Ich starrte sie an und war in einer anderen Welt. Irgendwann zog Gibbs mich hoch, weil der Krankenwagen da war und ich hoffte, dass es nicht zu spät für sie war. „Sie wird doch wieder oder?", flüsterte Tim zu Gibbs. „Natürlich, sie ist eine Kämpferin", antwortete dieser in normaler Lautstärke. Wir gingen zum Auto und stiegen ein. Der Krankenwagen fuhr voran und wir hinterher. Ich lehnte meinen Kopf an die Fensterscheibe und mir liefen einfach so die Tränen. Die Sirene erinnerte mich daran, dass es ernst war und das alles sehr schlecht aussah. Tim erzählte Gibbs irgendetwas von Fotos, aber ich hörte kaum zu. Mein Gehirn drohte zu explodieren, tausend Fragen schwirrten in ihm herum und das machte mich verrückt. Unauffällig wischte ich mir die Tränen weg, damit Gibbs das nicht sah, wenn er sie nicht schon gesehen hatte. Eigentlich war ja nichts dabei, ich war traurig, weil meine Kollegin und enge Freundin womöglich im Sterben lag, während ich hier saß und nichts machen konnte.

Jetzt begann eine schlimme Zeit für mich: 6 STUNDEN im Krankenhaus warten und hoffen, dass sie es überlebte. Ich lief im Flur auf und ab, trank Kaffee, war nervös und redete mit meinen Freunden beziehungsweise Arbeitskollegen. Es war so eine Situation, wie man sie in Filmen sah, aber dieser Scheiß war für mich leider real. Geduld war noch nie so wirklich meine Stärke, schon gar nicht, wenn es um Ziva ging. Das war die längste Zeit meines Lebens, die mich innerlich auffraß. Was war in der Halle vorgefallen? Wo war DeMill? Hat sie gebrochen? Würde sie es schaffen? Was, wenn nicht? Immer positiv bleiben DiNozzo, auch Gibbs und Tim redeten mir das ein. Nach der ersten Stunde kamen noch Abby, Ducky und Jimmy vorbei, während Jenny in einem Meeting war. Es war sehr hart für uns alle, besonders aber für Abby und mich. „Sie wird es schaffen, zweifle niemals daran", sagte Gibbs, nachdem er mir eine Hand auf meine Schulter gelegt hatte. „Ich will sie nicht verlieren, ich habe Angst. Sie ist mir so unglaublich wichtig und wenn sie stirbt dann", weiter kam ich nicht, da Gibbs mir eine Kopfnuss gab. „Immer positiv denken, sonst macht es dich innerlich kaputt. Ich weiß, wovon ich spreche." „Wenn das so einfach wäre...", murmelte ich und ließ mein Blick aus dem Fenster schweifen. Abby gesellte sich zu mir und schaute ebenfalls hinaus: „Ich bin für dich da, wenn du reden möchtest." „Danke Abbs", antwortete ich und starrte gedankenverloren zum Parkplatz des Krankenhauses. „Ich hole mal Kaffee." „Extra stark bitte." „Alles klar", danach setzte sie sich in Bewegung. Ich berührte die Scheibe und flüsterte: „Bitte verlass mich nicht Ziva..."

Rückkehr mit FolgenWo Geschichten leben. Entdecke jetzt