26. Kapitel: Eisdiele

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Alya zerrt mich durch die Straßen von Paris, bis wir vor einer Eisdiele ankommen. "Ahhh Luka!" Alya sieht Luka gerade herlaufen. Etwas benebelt stehe ich einfach nur da. Es ist echt lange her.
Mit großen Augen muster ich Luka. Er sieht aus wie früher, nur viel erwachsener.
Ganz Typisch Französisch geben wir uns zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange.

"Wollen wir rein? Das Eis hier ist wirklich toll!" sagt Alya fröhlich und zerrt uns rein. Als jeder sein Eis bestellt hat, warten wir an einem Tisch in der Ecke. Es ist alles so nett und schlicht eingerichtet. "Was hat dich wieder nach Paris verschlagen?", frage ich an Luka, um das Gespräch zum Laufen zu bringen.
Luka seufzt, auf einmal wirkt er niedergeschlagen. Hab ich was falsches gesagt?
"Ihr habt doch von der Sache vor Kurzem mit dem Metallizer gehört. Ich bin froh das euch nichts passiert ist, es war in ganz Frankreich eine Katastrophe" fängt er an zu erzählen.

"Was hat das damit zu tun?" frage ich genauer nach. Wollte er nachschauen wie es uns geht? "Einer meiner engen Freunde ist... Dabei ums Leben gekommen. Seine Beerdigung findet in Paris statt."

Eine unangenehme Stille legt sich um uns, Alya schaut Luka tröstend an: "Wir sind für dich da. Tut uns leid für deinen Verlust" Luka nickt dankbar. Mir hat es irgendwie die Sprache verschlagen. "Wir haben uns kennengelernt, als ich Nina angefangen hab zu daten, also seine Schwester. Er war ein guter Freund. Seine Familie hatte Probleme und ich war für ihn da. Es ist gruselig wie schnell das Leben vorbei sein kann."

Nun ist Alya komplett verstummt. Als Luka die angespannte Stimmung bemerkt, kichert er nervös: "Sorry, es betrifft euch nicht. Ich bin froh das ich wieder meine alten Freunde sehen kann" Er schaut mir direkt in die Augen. Wieso ist das so merkwürdig? In seiner Stimme höre ich irgendeinen... Vorwurf? Nein ich bilde mir das ein. Das war viel Info auf ein mal. "Ja wir freuen uns auch" sagt Alya nervös. Im Richtigen Moment kommt eine Dame die unsere Eisbecher bringt. Ich schaue auf die Uhr.

"Alya? Ich wollt dir vorher was sagen!" fällt mir grade ein, Alya hat den vollen Mund mit Spaghettieis. Fragend hebt sie eine Augenbraue. "Ich kann nicht allzulange bleiben, Um 4 muss ich nochmal weg" sage ich und Alya nickt verständnisvoll.
Nino stochert unbeholfen in seinem Eis rum. Ihm muss viel gerade durch den Kopf gehen.

Ach, ich bereue das ich unbedingt Fragen musste.
Lange Stille, als jeder sein Eis isst. "Und wie hast du Nina kennengelernt?" frage ich so leise und kleinlaut, das ich anfangs dachte, er würde es nicht hören. Er zieht eine Augenbraue hoch, räuspter sich kurz und antwortet: Als ich weggezogen bin, bin ich auf eine neue Schule gekommen. Anfangs konnte ich sie überhaupt nicht leiden" erzählt er und schmunzelt. "Ich würde es also nicht Liebe auf den ersten Blick nennen. Aber manchmal muss man einfach genauer hinschauen weißt du?"

Ich schlucke. Irgendetwas an seinen Worten beeindruckt mich. "Dann kam es halt mal dazu das wir in der Klasse immer wieder aufeinander getroffen sind. Großartig gibt es da nicht viel zu erzählen." beendet er. Obwohl ich nicht das Recht dazu habe, werde ich immer neugieriger. Wie sieht sie aus? Ist sie genauso wie Luka oder das komplette Gegenteil von ihm?

Ich denke ich bin wohl einfach erleichtert das Luka es nach seinem Umzug nicht so schwer hatte und wohl schnell eine Freundin gefunden hat.

Wieso kann ich es denn nicht so einfach haben? Einem Jungen hinterher rennen, der mich jahrelang ignoriert hat. Obwohl? Hat er das? Als Chat Noir ist er mir immer hinterher gerannt. Bei dem Gedanken muss ich Lächeln, aber das scheint niemand zu bemerken. Nein, ich muss hier weg. Ich muss sofort Adrien sehen und mit ihm reden.

Nervös sitze ich auf dem Stuhl, mein Eis hab ich aufgegessen und als die anderen auch fertig sind, bezahlen wir die freundliche Mitarbeiterin. Ich glaube nicht ich kann länger warten, ich wünsche mir ich könnte Adrien sehen.
Dabei dachte ich, ich wäre von ihm losgeworden. Und all dem Herzschmerz den ich mit ihm verbunden habe. Und damit die Tragödie, die der Metallizer verursacht hat. Obwohl? Wenn es ihn nicht gegeben hätte, wäre wohl alles normal gewesen, oder? Hätte ich dann überhaupt erfahren wer Chat Noir wirklich ist?

Als wir uns verabschieden wollen, stehen ich und Luka uns gegenüber. Es gibt so vieles was nicht ausgesprochen wurde. Aber ich glaube wir wissen beide, das dieser Tag nicht heute ist. Luka lächelt mich an, ich lächel zurück. "Danke für alles, Luka. Ich hoffe wir sehen uns wieder" ich umarme ihn und Alya kommt mit in die Gruppenumarmung.

Ich drehe mich um und renne nach Hause. Wie sehe ich aus? Muss ich mein Makeup noch einmal richten? Alya stolpert mir hinter her. "Wo willst du später überhaupt hin?" fragt sie nach und versucht mit mir mitzuhalten. "Ehm" ich stocke kurz und versuche mir eine passende Ausrede einfallen zu lassen.

Alya wartet ungeduldig. "Ah, es gibt keinen Weg drum rum, das du mir nicht den Kopf abreißt." sage ich erlich. Wenn ich es ihr nicht jetzt sage, und sie es anders rausfindet, dann bin ich tot.
"Adrien hat mich nach einem Date gefragt und ich hab... Zugesagt", sage ich leise und spiele mit meiner Haarsträhne. Alya schaut mich mit offenem Mund an.

"Oh nein! Keine Chance, du triffst dich nur mit ihm über meine Leiche! Ich-" beginnt sie, sie ballt wütend die Fäuste zusammen. Ich lege meine Hand auf ihre Schulter und lächel sie an. Ihre Wut verschwindet und sie nimmt meine Hand. "Mach alles was dich glücklich macht, aber pass auf dich auf. Wenn etwas passiert, ruf mich sofort an, ja?" sie schlingt mich in eine Umarmung.

The Metallizer - Miraculous Ladybug FF Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt